Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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&t einstimmung' mit den meisten römischen Grossen dachte, brauchte hier nicht erst wie in den Annalen (XV, 44) episodisch eingeschoben zu werden, sondern liess sich unmittelbar zur Beleuchtung des vorgeschlagenen Kriegsverfahrens verwenden und. war daher wohl noch viel härter und ausführlicher gesagt als es der excerpirende Severus abzuschreiben für gut fand, der ja auch oben (S. 54) per ßagitia invisos ohne Weiteres in innoxios änderte. — Was endlich die sprachliche Beschaffenheit dieser Severischen Stelle betrifft, so trägt sie wenigstens eben so viel taciteische Farbe wie die zwei anderen (oben S. 53, 54), bei welchen die Entlehnung urkundlich nachweisbar und längst allgemein anerkannt ist. Dies wird sich am leichtesten darthun lassen, wenn wir vermuthungsweise auch hier dem Severischen Text eine Fassung gegenüberstellen, die, fern von der Vermessenheit verbürgen zu wollen was Tacitus geschrieben hat, nur anschaulich machen soll, wie wenige und von welcher Art diejenigen Severischen Worte sind, welche Tacitus nicht geschrieben haben kann. Sever. Chron. II, 3(3. 6. Fertur Titus adhibito consilio prius deliberasse . . . Titus adhibito consilio deliberavit an temphim an temphim tanti operis everteret. Etenim nonnuUis tanti operis everteret. Etenim [Gaio et Gaio] videvidebatur 75), aedem sacratam ultra omnia mortalia batur, aedem sacratam [inter ornnes mortales nobiillustrem non debere deleri, quae servata modestiae lem\ non debere deleri, quae servata modestiae ü?o- Romanae testimonium, diruta perennem crudelitatis manae testimonium, diruta perennemcrudelitatis notam praeberet. At contra alii et Titus ipse evernotam praeberet. At contra [Gaius et Gaius~] et Titendum temphim imprimis censebant, quo plenius tus ipse evertendum templum imprimis censebant, qtw ludaeorum et Christianorum religio tolleretur. Quippe penitus Iudaeorum et Christianorum [superstitio] tolhas reUgiones, licet contrarias sibi, iisdem tarnen leretur. Quippe has \superstitiones], licet contrarias auctoribus profectas; Christianos ex Iudaeis exstitisse; sibi, iisdem tarnen auctoribus profectas; Christianos radice sublata stirpem facile perituram. Ita Dei nutu ex Iudaeis exstitisse; radice sublata stirpem facile accensis omnium animis templum dirutum, abhinc perituram. annos trecentos triginta et unum. Man übersieht nun mit Einem Blick dass die wenigen Aenderungen alle entweder durch das Christenthum des Severus oder durch die compendiöse Anlage und sonstige Eigentümlichkeit seiner Chronik veranlasst sind. In die letztere Kategorie fällt gleich zu Anfang das Wort fertur, welches statt des namentlichen Citats gewählt wurde, weil, wie oben (S. 48) ausgeführt ist, Severus es sich zum Gesetz macht, die einzelnen von ihm benutzten klassischen Autoren nicht mit Namen zu nennen. Während daher in Schriften, die von solcher Citatenscheu frei sind, fertur nur ein unbestimmtes Gerücht andeuten würde, weist es hier, wie in den meisten Compendien, vielmehr auf einen bestimmten Gewährsmann. Allbekannte und unbestreitbare Thatsachen durfte Severus aus eigenem Munde erzählen; bei einer Nachricht dagegen, welche so versteckte Dinge 75) Videbatur brauchte hier nicht vermieden zu werden, weil der nebenstehende Dativ vor der oben (Anm. 71) erwähnten Zweideutigkeit schützt. — Weiterhin ist wohl auch bei Severus statt quo plenius zu schreiben quo penitus, ein von ihm mit Vorliebe gebrauchtes Wort (/, 15, 1; II, 37, 1 und 2), von welchem er sogar den alterthiimlichen Comparativ anwendet I, 35, 9 David qui penitius ingenium mali perspectum haheret. 8