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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1861-01-01 · 1861 · page 56

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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54 Sever. Chron. II, 29, 1—3 Tacit Annal. XV Sed opinio omnium invidiam incendii in Princ. 40 . . . . videbaturque Nero condendae urbis eifern retorquebat credebaturque Imperator gloriam novae......gloriam quaerere. c. 44. sed non innovandae urbis quaesisse. Neque ulla re Nero efßope humana, non largitionibus prineipis aut deum ciebat quin ab eo iussurn incendium putareiur. Igitur placamentis decedebat infamia, quin iussum incendium vertit invidiam in Christianos actaeque in innoxios crederetur. Ergo abolendo rumori Nero subdidit crudelissimae quaestiones, quin et novae mortes exreos et quaesitissimis poenis affecit, quos per fiagitia cogitaiae, ut feramm tergis contecti laniatu canum ininvisos vulgus Christianos appellabat. . . Et pereunterirent. Multi crueibus affixi mit ßamma usti. Pletibus addita ludibria ut feramm tergis contecti larique in id reservati ut cum defecisset dies in usum nialu canum interirent aut crueibus affixi aut flamnocturni luminis urerentur. mandi atque tibi defecisset dies in usum nocturni luminis urerentur. Auch hier zeigt sich wörtliche Herüberaahme als die Regel, und für jede grössere oder kleinere Aenderung ist der Grund unschwer einzusehen, sogar weshalb gleich zu Anfang videbaiur des Tacitus in credebatur geändert wurde*, nämlich deshalb, weil videri ohne Dativ bei Severus und seinen Zeitgenossen die Bedeutung 'scheinen (SoxeTv)3 zu verlieren anfängt, und vorwiegend für 'erscheinen (cerni, (paivsG&ai)1 gebraucht wird, um eine offenkundige Thatsache71), aber nicht einen Verdacht wie er hier vorliegt, zu bezeichnen. — Innovandae urbis tritt an die Stelle von condendae urbis novae, weil diese letztere Wendung ausserhalb des taciteischen Zusammenhanges leicht so missverstanden werden konnte als handle es sich um Gründung einer anderen Stadt in anderer Gegend. — Aus gleicher Ursache muss man mit dem matten neque ulla re vorlieb nehmen statt der taciteischen Aufzählung non ope humana etc., weil diese nur die früheren von Severus ausgelassenen Abschnitte des Tacitus recapitulirt, und daher ohne dieselben undeutlich sein würde. — Das prägnante iussum incendium des Tacitus war für Severus eben zu prägnant; er hat es also durch ab eo erläutert und gedämpft; und am Schluss des Sätzchens hat er crederetur, weil diese Wortwurzel jetzt zu bald nach dem kurz vorher gebrauchten credebatur wiedergekehrt wäre, mit putaretur vertauscht. — Die folgenden Abweichungen sind wohl nur aus dem Bestreben hervorgegangen, den vollen Ton der taciteischen Sprache bis zum Einklang mit der sonstigen anspruchslosen Redeweise des Severus herabzustimmen; und per fiagitia invisos musste ohnehin aus sachlichen Gründen in das gerade Gegentheil innoxios umgeschrieben werden. — Gegen Ende des Ganzen kann dann wieder eine fast vollständige Wörtlichkeit beobachtet werden. Nur musste Severus, da seine Handschrift des Tacitus schon an denselben oder an ähnlichen Fehlern litt wie die unsrigen, sich Auflösung der Satztheile und Einschiebung stützender Wörtchen gestatten, um eine deutliche Erzählung liefern zu können. Das ursprünglich von Tacitus T1) Geschriebene aus der vereiden. 7I) S. die oben S. 47 angeführten Worte des Paulinus und die reiche Sammlung in dem glossarium nomicum zum theodosianischen Codex s. v. videri. — Unter den vielen Stellen des Severus ist besonders beweisend für diesen Gebrauch Chron. I, 7, 4, wo Abraham seinem Knecht Elieser befiehlt, für Isaac eine Frau zu wählen ex ea tarnen tribu atque terra de qua ipse oriundus videbaiur. Vgl. Anm. 75. 72) Die von neueren Herausgebern in den Text gesetzte Coniectur ßammati, statt des unmöglichen flammandi, lässt die wesentlichste Schwierigkeit unberührt, welche in dem doppelten aut liegt und in der dadurch bewirkten Isoli-

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