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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1861-01-01 · 1861 · page 28

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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26 * Sätze eine bedenkliche Tragweite, in welchen er sich über das Königthum als solches im Gegensatz zu einer nichtköniglichen Verfassung äussert. Er benutzt dazu die Einsetzung des Königs Saul, wie sie das achte Capitel des ersten Buches Samuel schildert, jenes Capitel, das im siebzehnten Jahrhundert und noch gegen Ende des achtzehnten während der amerikanischen Revolution so oft zu biblischer Verbrämung der politischen Controverse hat dienen müssen. Severus schaltet hier noch ungebundener als in den vorhin erwähnten Beispielen mit dem biblischen Buchstaben; nur den Gesammteindruck, den er empfangen, giebt er in kurzen, schneidenden Sätzen wieder, die von dem 'Wahnwitz* des königsüchtigen und seines Gottes überdrüssigen Volks, von dem Abstand zwischen 'Knechtschaft3 und ""Freiheit* in Ausdrücken reden, welche der grellsten Phraseologie des republicanischen Roms entlehnt sind und daher passender im lateinischen Original als in einer nothwendig abschwächenden Uebersetzung mitgetheilt werden: Ilostili metu remoto — beginnt er /, 32, 3, ohne zu beachten dass die von den Philistern drohende Gefahr keineswegs dauernd beseitigt und ein Krieg mit den Ammonitern im Anzug war — secundis tranquillisque rebus, corruptis consiliis, more vulgi, cui praesentia fastidio, insueta desiderio sunt, regium nomen cunctis fere liberis gentibus Semper invisum populus desiderabat planeque insigni4h) exemplo amentiae praeoptabat libertatem servitio mutare. Igitur frequentes Samuelem circumsistunt, ut, quod iam ipse senuisset, regem eis constüueret. At üle placide salubri oratione ab insana voluntate detof quere plebera, dominationem regiam et superba imperia exponere, libertatem extollere, servitutem detestari, postremo dioinam eis iram denuntiare, si quidem homines mente corrupti Deum regem habentes regem sibi ex hominibus flagitarent. Iiis atque aliis istiusmodi frustra dictis cum populus in sententia perseoeraret, Dominum consulit. Qui permotus vecordia insanae gentis nihil adversum se petentibus negandum respondit. Wie erfreut war Milton als er ein so hitziges republicanisches Glaubensbekenntniss bei einem alten Kirchenschriftsteller fand; er hat den Worten des Severus einen hervorragenden Platz in seiner cVerteidigungsschrift46) für das englische Volk3 angewiesen, weil sie, wie er sagt, die allgemeine Ansicht der alten Pj-atres über jenes biblische Capitel wiedergeben. Aber der grosse Dichter würde wohl in arge Verlegenheit gekommen sein, wenn ihn seine politischen Gegner gedrängt hätten, cdie Vielen* namhaft zu machen, als deren Vertreter der Eine Severus gelten soll. Vielmehr nimmt Severus 45) So schreibe ich statt des verderbten •planeque von sine exemplo. — Die klassische Bedeutung von dominatio regia et superba imperia (xvQuvvlg ßa6ikvxi) v.al vßQi6tiv.ä £itvzäy\iaxa) tritt klar heraus in der offenbar dem Severus vorschwebenden Stelle des Sallust Cat. 6 tibi regium imperium ... in superbiam dominationemque se convertil. — Die Verhandägoninsund lung, welche zwischen Sigonhis und seinem Censor (s. den Anhang) über diese Stelle geführt wurde, ist für die Ge- sPlttlerschichte der politischen Meinungen im sechzehnten Jahrhundert nicht ohne Interesse. - Gar verhängnissvoll tritt auch \ der Einfluss des samuelischen Capitels auf staatsrechtliche Theorien hervor in Wandalin's Buch Juris regii . . . solufmimi j .. luculenter asserti Liber primus. De Iure regis Israelitici a Samuele L. I c. VIII descripto, Havniae 1663, welches für das; dänische Staatsrecht, wie dasselbe durch die lex regia von 1660 sich fixirte, klassisch geworden ist. Einen ausführlichen Abriss dieser Schrift zu geben hat Spittler nicht verschmäht (zu Ende seiner 'Geschichte der dänischen Revolution im \ Jahr 1660'.) i Milton. 46) c. 2 p. 50 der Londoner Ausg. von 1651: Sic (dass ECt^ft, 1 Sam. 8, 11, ratio tyrannica bedeute) etian\ l patres antiqui hunc locum exposuerunt; unus mihi erit mullorum instar, Sulpitius Severus, Hierungmi aequalis eique charus, et \ Augustini iudicio vir docirina et sapientia pollens. Is in hüitoria sacra etc. Dass Severus dem Hieronymus 'theuer' war, \ schliesst Milton aus der Erwähnung im Commentar zu Ezechiel (c. 36 Vol. 5 p. 422 Vall.): Severus noster. In Betreff \ des Augustinus jedoch hat er sich durch die den älteren Ausgaben des Severus vorgesetzten Testimonia irre leiten lassen. } \

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