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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1861-01-01 · 1861 · page 24

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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99 Sti nehmen jener drei Briten fast in vorwurfsvollem Tone zu reden pflegte. 'Ich selbst jedoch — fährt dann Severus 39) fort — neige mich zu einer sehr verschiedenen Auffassung und rechne es jenen Dreien zum Lobe, dass sie, obwohl Bischöfe, doch zu arm waren um über eigenes Vermögen verfügen zu können und dass sie, statt von Anderen, lieber etwas vom Fiscus nehmen wollten, wobei sie Niemandem beschwerlich fielen'. Dieses dreien Bischöfen wegen ihrer Armuth gespendete Lob giebt, da es einen nur zu verständlichen Tadel der übrigen nicht armen einschliesst, den besten Aufschluss über den Begriff, den Severus von bischöflicher Würde und Tugend sich gebildet hatte. Schon der Besitz an sich, gleichviel auf welche Art er erworben ward, missfällt ihm an einem Bischof-, wie sein Lehrer Martinus die asketische Entsagung auch auf dem episcopalen Thronos fortsetzte, so, wünschte Severus, möchten alle Bischöfe leben; ehe er sie in die verweltlichende Berührung mit eigenem Geld und Gut bringt, will er lieber, obgleich er übrigens die klericale Unabhängigkeit auf das Eifrigste verficht (s. oben .Anm. 17), bei unabweislichem Geldbedürfniss aus dem Fiscus schöpfen, sollte derselbe auch zufallig unter arianischer Verwaltung stehen. Eine derartige Ansicht ist gewiss von der weltkundigen Mehrzahl der damaligen gallischen Geistlichkeit als unpraktische Mönchseinfalt belächelt und beseitigt worden; Niemand wird ihr jedoch Geringschätzung des geistlichen Amts vorwerfen dürfen, für welches vielmehr, hier wie überall, Severus sich von der tiefsten Verehrung erfüllt zeigt. Nur gegen Würdenträger, deren Auftreten seinem eigenen Begriff von der Hoheit ihrer Würde nicht zu entsprechen schien, erhebt sich sein Zorn. Nicht so streng jedoch scheidet er das Amt von dem Beamten wenn er über weltliche Herrscher sich auszusprechen hat. Bei der nahen und durch die kirchlichen Wirren stets frisch erhaltenen Erinnerung an das Verfahren der Kaiser Gratianus und Maximus in der Priscillianistensache niuss man es allerdings natürlich finden, dass er Uebergriffe jüdischer Könige in das priesterliche Gebiet immer mit einer warnenden Hervorhebung der daraus entstandenen Folgen begleitet. Liegen diese in der biblischen Erzählung selbst schon abschreckend genug zu Tage, wie bei dem König Usiah (2. Paralip. 26, 16), der während er am Altar das Rauchfass schwang vom Aussatz befallen ward, so begnügt sich Severus mit treuer Wiedergabe, und findet es höchstens noch nöthig in einem hinzugethanen Sätzchen ausdrücklich zu sagen, dass der König 'sich Unerlaubtes angemaasst habe {illicita praesumens I, 47, 4)J. Dagegen bei einem andern Fall, wo Saul ohne Samuels Ankunft abzuwarten die Opfer darbringt (1. Sam. 13), gestattet er sich seinem Zwecke zu Liebe schon einige Freiheiten mehr. Die auch dort gegebene Belehrung, dass der König cin unerlaubter Anmaassung gehandelt habe (illicita praesumtione I, 33, 4)s, sollte durch den Nachweis härterer Strafen verstärkt werden als sie dem Severus zu liegen schienen in der zürnenden Rede 39) Die in ihrem letzten Theil verderbte Stelle lautet in allem Wesentlichen übereinstimmend bei Flacius und im Vaticanus: fted longe aliter senserim, laudique attribuo, episcopos (so der Vaticanus statt episcopis) tarn pauperns fuisse ut nihil proprium haherent neque ab aliis potius quam fisco sumerent ubi neminem gravabant, ita in utriusque eyregium exemplum. De reliquis nüiil memoria dignum traditur. Sed redeo ad ordinem. Die unverständlichen Worte ita in utriusque egregium exemplum überzeugend zu bessern ist weder dem Sigonius noch den übrigen Herausgebern gelungen, und man wird wohl der Annahme einer Lücke nicht entrathen können; sie scheint nach gravabant zu beginnen und ausser Anderem auch ein Wort wie voluisse verschlungen zu haben, welches sich auf sumere bezog; denn das jetzt dastehende sumerent ist logisch unmöglich.

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