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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1861-01-01 · 1861 · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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21 (equidem hoc exemplum non tacifois praeterierim legendumque ministris ecclesiarum libenter ingesserirn 7, 23, 5)\ Und er thut dies in einer Scheltrede37) gegen die verschiedenen Erwerbszweige der Geistlichen,, die mit sallustischen Kraftwörtern gespickt und so ausgedehnt ist dass ihre Länge durch eine ebenfalls dem Sallust entlehnte Formel entschuldigt werden muss. Nach derselben Seite gerichtet, aber weniger scheltend und daher sachlich ergiebiger ist eine andere Abschweifung in dem, von Gibbon (eh. 21 n. 76) nach Verdienst als ""sehr elegant* belobten, Bericht über die Synode von Rünini, welche der arianisch gesinnte Kaiser Constantius i. J. 359 veranstaltete. Der Kaiser hatte befohlen, dass den vierhundert und etlichen Bischöfen, deren Anwesenheit zum Theil erzwungen38) werden musste, Diäten aus fiscaüschen Mitteln verabreicht werden sollten. Diese Gewährung wurde jedoch als eine verfängliche von den nichtarianischen, französischen und britannischen Bischöfen zurückgewiesen; sie wollten lieber auf eigene Kosten leben als sich in eine wenn auch nur zeitweilige Abhängigkeit von der Staatskasse begeben. Nur drei britannische Bischöfe besassen nicht Vermögen genug um den theuern Aufenthalt in der von Fremden überfüllten Stadt zu bestreiten; es sollte für sie durch gemeinsame Beiträge ihrer Amtsbrüder gesorgt werden; aber da sie nun doch einmal fremder Hilfe bedurften, zogen jene drei Briten, obgleich sie so wenig wie die übrigen arianisch waren, es vor, die kaiserlichen Diäten anzunehmen, cweil sie es für würdevoller hielten wenn sie dem Fiscus als wenn sie Einzelnen beschwerlich fielen (sanctius putantes fiscum gravare quam singulosy. In verkleinertem Maasstabe regt dieser Fall die vielverhandelte Frage an, ob es mit der Würde der Kirche sich vertrage, dass ihre Diener in dasselbe Verhältniss wie andere öffentliche Beamte zur Staatskasse treten, und diese principielle Seite der Sache veranlasst auch den Severus zu einer Unterbrechung des historischen Berichts durch beurtheilende Bemerkungen. Er habe vernommen — beginnt er (77, 41, 4) — dass ein aquitanischer Bischof Gavidius, wenn ihn das Gespräch auf die Synode von Rimini geführt, von dem Be- 37) etenim praecepti huius non solum immemores sed etiam ignari mihi videntur: tanta hoc tempore animos eorum ha- Invecäve. bendi cupido veluti tabes incessit (= Sali. lug. 32 tanta vis avaritiae in animos eorum veluti tabes invaserat~); inhiant possessionis (Grundbesitz), praedia excolunt (als Pächter), auro incubant (= Virg. Georg. II, 507 defossoque incubat auro), emuni venduntque, quaestui per omnia student. At si qui melioris propositi videntur neque possidentes neque negotiantes, quod est multo turpius, sedentes munera exspectant (erinnert an die Worte des Gaius Gracchus über die schweigenden Redner, bei Gellius N. A. XI, 10), atque omne vitae decus mercede corruptum habent, dum quasi venalem praeferunt sanctitatem. Sed longius quam volui egressus sum, dum me temporum nostrorum piget taedetque. Ad inceptum redeo (= Sali. lug. 4 verum ego liberius altiusque processi dum me civitatis morum piget taedetque; nunc ad inceptum redeö). 3Ö) II, 41, 2: missis per Illyricum, Italiam, Africam, Hispanias magistri (so der Vaticanus statt magistris) officio- Synode zu Uhus acciti aut macti quadringenti et aliquanto amplius (s. Gothofredus zu Philostorgins IV, 10) occidentales epi'icopi Arimi- Rim,nlnum convenire (so der Vaticanus statt convenere"), quibus omnibus annonas et cellaria dari (so Sigonius statt dare) Imperator praeceperat. Statt des übereinstimmend bei Flacins und im Vaticanus vorfindlichen aut macti ist in den interpolirten Ausgaben, mit einer über das gewöhnliche Maass hinausgehenden Unverschämtheit, numeratique oder gar noch verkehrter numerative gesetzt, das auch bei Vorstius steht. Sigonius schrieb macti um in coacti, dem Sinn nach gewiss richtig, aber ohne diplomatische Probabilität. Petrus Paber (Semestr. III, 12) setzte den Sinn aus den Augen um den Schriftzügen nahe zu bleiben, und schrieb inacti. De Prato weiss sich nicht zu helfen und behält das sinnlose macti im Text. Man genügt wohl allen Anforderungen, wenn man sich erinnert (s. Lachmann zu Lucretius I, 657), dass in der Majuskelschrift M mit AD fast zusammenfällt, und hiernach acciti aut macti bessert in acciti aut adacti. — Ueber annonae et cellaria hat mit Bezug auf unsere Stelle Gothofredus zu Cod. Theod. 1, 10, 3 gehandelt und dort auch schon die jetzt durch den Vaticanus bestätigte Besserung magistri gemacht.

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