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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1861-01-01 · 1861 · page 21

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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19 Arbeit höchstens zügeln aber nicht gänzlich ersticken kann, zumal wenn er sich einen so beziehimgsreichen Stoff gewählt hat, wie ihn die biblische Geschichte bietet. Und so hat es denn Severus beim Erzählen der biblischen Ereignisse auch nicht an Seitenblicken fehlen lassen, die von dem aquitanischen Leser des fünften Jahrhunderts in ihrer Anzüglichkeit unmittelbar verstanden wurden, und auch uns, nachdem wir die damals Aquitanien beschäftigenden Fragen und Vorgänge uns vergegenwärtigt haben, nicht länger undeutlich bleiben können. Der folgende Versuch, diese Beziehungen an ausgewählten Beispielen nachzuweisen, leitet in leichtem Fortschritt zugleich auf die Besprechung der sonstigen hervorstechendsten Eigentümlichkeiten der Severischen Schrift, indem zuerst die Stellung des Severus gegenüber der geistlichen und weltlichen Macht bezeichnet wird, und dann die planmässige Rücksicht zu Tage tritt, welche er auf die in seiner nächsten Umgebung mächtig fortbestehende Priscillianistensekte genommen hat sowohl bei der stylistischen Form der Chronik wie bei der Auswahl und sachlichen Behandlung ihres biblischen Stoffes. Vor solcher Beleuchtung durch die Zeitereignisse schwindet dann von selbst der abstossende Schein einer müssigen Stylübung, welcher vornehmlich auf den ersten Theilen der Chronik bisher gelastet und wohl hauptsächlich ihre Vernachlässigung seitens der Fachtheologen wie seitens <der Historiker und Philologen herbeigeführt hat. An die Spitze tritt füglich ein Beispiel leiser Nüancirung der geschichtlichen Thatsachen, welches von besonderem Interesse darum ist, weil die Erkenntniss der beabsichtigten Anspielung auch für Wortkritik entscheidend wird. Severus hatte seine Darstellung der Geschicke des jüdischen Volkes bis an den Wendepunkt geführt, wo der letzte König aus der vorbabylonischen Zeit, jener eben so unglückliche wie schwache Sedekias, von weichemeine alte jüdische Todtenklage34) sagt, dass er cdie Hefen aller früheren Jahrhunderte habe ausschlürfen müssen*, einen Aufstand gegen seinen babylonischen Lehnsherrn unternimmt und die laute, Unheil verkündende Missbilligung des Propheten Jeremias erfährt. Von den verschiedenen Verhaftungen, durch welche man des Propheten Stimme zu dämpfen suchte, liefert Severus eine im Thatsächlichen bis zur Ungenauigkeit kurze Schilderung; um so ausführlicher verweilt er bei den Charakteren und Gesinstatt a«0 misceri omnia cernerentur ( — Sali. Cat. 2 mutari ac misceri omnia cerneres) ciinctaqae per eos odio auf gratia, metu, Aquitainconstantia (s. oben Anna. 17) invidia,/actione, libidine, avaritia, arrogantia, somno (dieses bei Flacins und im Vaticanus vorhandene Wort fehlt in den meisten Ausgaben durch blosse Nachlässigkeit) desidia essent depravata, postremo plures adversum paucos bene consulentes insanis consilüs et pertinacibus studiis certabant; inter haec plebs Dei et optimus unusquisque (so der Vaticanus statt quisque) probro atqueludibrio habebatur (= Sali. lug. 34 populus ludibrio habihis und CaL 12 paupertas probro haben). Die Imperfecta sind hier in der bekannten Weise des klassischen Briefstyls gebraucht. Der Schriftsteller versetzt sich aus dem bestimmt angegebenen Datum seines Schreibens, d. h. aus dem Jahr 400 {iam per quindecim annos), in die für ihn zukünftige Zeit des Lesers. Die falschen Conjecturen, welche durch Missverstehen dieser Imperfecta hervorgerufen sind, übergehe ich. — Gerade im Jahr 400 wurde eine Synode zu Toledo in der Priscillianistensache abgehalten. nbw tid /«"»m prtoi Tpput tote rvjn "n ,rbv hbdi n»p-ßt na piDn n (34 •TO 'B 3*

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