Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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9 Dienste der Sekte auf; ein bei dem kaiserlichen Minister Macedonius und dem spanischen Proconsul Volventius wohl angebrachtes Douceur hat die Wirkung, dass die früheren, dem Priscillianus feindlichen kaiserlichen Erlasse cassirt werden, dass Priscillianus und seine Genossen ihre zeitweilig aufgegebenen Bisthümer unbelästigt wieder einnehmen, dass sie nun ihrerseits ihren Verfolger Ithacius in die Flucht nach Gallien treiben. Dessen dort bei dem gallischen Präfecten Gregorius angezettelten Umtriebe wissen sie mit Hilfe ihres inzwischen durch neue Gaben angefrischten Gönners Macedonius zu vereiteln. So war denn der Bann, welchen die Synode zu Sarragossa ausgesprochen hatte, unwirksam gemacht, und die ganze Angelegenheit nicht über das Stadium kirchlichen Haders und höfischer, bald für die eine bald für die andere Partei erfolgreicher Ränke hinausgeführt worden; zu einer auch vor dem weltlichen Tribunal rechtskräftigen und praktisch durchführbaren Entscheidung war man nicht gelangt. Gar bald sollte jedoch auch dieses erreicht werden durch gewandte Benutzung der grossen politischen Bewegungen, welche mit dem Aufstand der von Maximus geführten britannischen Legionen begonnen, in ihrem weiteren Verlauf den Sturz und Tod des jungen Kaisers Gratianus herbeigeführt, und in ihrem schliesslichen Ergebniss die gesammte west- und oströmische Welt zum letzten Mal der Herrschaft eines Einzigen, des Theodosius, unterworfen haben. Maximus, ein Spanier von Geburt und daher der Einwirkung spanischer Bischöfe um so zugänglicher, war sich nach seinem leichten Siege über Gratianus wohl bewusst, dass er nun erst den eigentlichen Kampf mit Theodosius, dem von Gratianus auf den Thron des Orients gehobenen ersten Feldherrn seiner Zeit, zu bestehen haben werde. Hatte doch hauptsächlich Eifersucht auf diese Erhebung seines früheren Waffengefährten und Landsmannes den Maximus an die Spitze der Aufständischen geführt. Theodosius nun aber hatte gleich nach seinem Regierungsantritt dem Klerus die festesten Bürgschaften seines Glaubenseifers durch Maassregeln gegen die Arianer gegeben; und die politische Rücksicht, welche zu allen Zeiten Usurpatoren mit einer mächtigen Geistlichkeit schön thun heisst, so lange sie noch nicht fest auf ihren Thronen sitzen, ward daher für Maximus ein Gebot der Notwendigkeit; er hätte einen gar zu schlimmen Stand gehabt, wenn er dem rechtmässigen und rechtgläubigen Kaiser Theodosius gegenüber nicht bloss als ein Thronräuber, sondern auch noch als Beschützer von Ketzern dagestanden hätte. Die'se an sich schon den Priscillianisten so ungünstigen Verhältnisse wurden für sie noch dadurch verschlimmert, dass die Beamten der eben durch Maximus gestürzten gratianischen Regierung mit ihnen im Bunde gewesen waren. Ihr Verfolger Ithacius dagegen, der von seinem spanischen Bisthum flüchtig zu Trier, der gallischen Hauptstadt, sich aufhielt, sah seine kühnsten Hoffnungen erfüllt. Gleich bei Worte vor sich gehabt, was angemerkt zu werden verdient, weil Benutzung der Severischen Chronik bei den Spätem nur selten nachweisbar ist. — Macedonius war magister officiorum, d. h., wie Niebuhr {Corp. Byz. I p. XXI) das in der Magister Person dieses Beamten vereinigte Aemtergewimmel modern umschreibt, er war 'Minister der auswärtigen Angelegenofficiorum heiten, Hofmarschall, Ceremonienmeister, Generalpostmeister und Director der Gewehrfabriken/ — Die Fragen über das spanische Proconsulat und Vicariat hat Gothofredus zu Cod. Theod. 9, 1, 14 mit Rücksicht auf die priscillianistischen Vorgänge erörtert. Ich führe den Gothofredus so oft als möglich an, weil kein Herausgeber der Chronik sein unerschöpflich reiches Werk benutzt hat. Der vir doctus, den er zurechtweist, ist Sigonius zu unserer Stelle 27, 49, 3. BöcMng hat JVbf. dign. occ. c. 20 die Darstellung des Gothofredus mit Nachträgen und Berichtigungen versehen. 2