Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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s von Merida11) Idacius, der, unterstützt von einem andern fast gleichnamigen Bischof Ithacius, den Priscillianismus allzu heftig, wie Severus meint, verfolgte, gelingt es von dem damaligen weströmischen Kaiser Gratianus ein Rescript12) zu erwirken, vor dessen scharfen Bestimmungen Priscillianus und die Seinigen sich für den Augenblick zurückziehen, ohne es auf eine öffentliche Gerichtsverhandlung ankommen zu lassen. Aber darum hatte die Sekte den Kampf noch nicht aufgegeben. Ihre Häupter, Priscillianus an der Spitze, machen sich nach Rom auf den Weg, und benutzen die Durchreise durch Aquitanien um ihren dort schon vorhandenen Anhang durch den Eindruck ihres persönlichen Erscheinens zu vermehren. Am leichtesten gelingt es ihnen mit den Einwohnern der Stadt Euse13) in Gascogne, in deren Nähe Severus lebte — ein Umstand, den wir im Auge behalten müssen, da er Aufschlüsse über Anlage und Absicht der Severischen Chronik gewähren kann. In Italien angekommen wollen sie nicht sogleich das Beispiel der Gegner durch Anrufung der weltlichen Macht nachahmen, sondern sie versuchen zuerst, die höchsten geistlichen Würdenträger Italiens, den als Gönner des Hieronymus bekannten römischen Bischof Damasus und den mailändischen Ambrosius, von dem Ungrund der gegen sie erhobenen Beschuldigungen zu überzeugen. Da ihnen jedoch an den Thüren dieser beiden Kirchenfürsten der Einlass verweigert wird14), wissen auch sie sich die Thore des kaiserlichen Pallastes mittels des goldenen Schlüssels zu öffnen, der besonders am Hofe des Gratianus unwiderstehlich war. Priscillianus wendete sein eignes grosses Vermögen und die ihm zur Verfügung stehenden Reichthümer seiner Anhänger im idacius und ") Nach der Lesung des Vafcicanus Chron. II, 46, 8: Emeritae sacerdotern. Statt dessen steht bei Flacius emeithacius. rifae uefaife sacerdotern. Der Urheber dieser Interpolation wusste demnach nichts von Augusta Emerita und schob dafür einen alten 'emeriürten' Priester unter — eine Ignoranz und eine Lächerlichkeit, die man dem keineswegs ungelehrten Flacius selbst nicht zutrauen kann und also aus der Hildesheimer Handschrift herleiten muss. Mithin genügt schon dieses eine Beispiel von Abweichung, um die Vermuthung der Identität des Vaticanus und Hildesianus umzustossen (siehe den Anhang). — Der Genosse des Bischofs von Merida heisst übereinstimmend im Vaticanus und bei Flacius Sossubensis episcopus 47, 3. Aber da es bisher nicht gelingen wollte, diesen Ortsnamen mit Sicherheit auf einen sonst bekannten zurückzuführen, so hilft er wenig gegen die, jetzt nicht blos in Sachsen unvermeidliche, Verwechselung zwischen den beiden, nur durch hartes und weiches d unterschiedenen Idacius. Severus hätte der Verwirrung vorbeugen können durch Anwendung des Cognomen Clarus, das nach Isidorus (de viris HL 2) einer dieser Bekämpfer des Priscillianismus geführt hat. Aber seine Feder mag sich gesträubt haben, auch nur den Namen 'Herrlich5 einem der Männer zu geben, die er beide mit so schwarzen Farben schildert. Von dem einen sagt er II, 46, 9: sine modo et ultra quam oportuit. ... lacessens facem . . . nascmti incendio suldidit und von dem andern gar folgendes II, 50, 2: Ithacium nihil pensi, nihil sandi habuisse ( — Sallust. Jugurth. 41 extr.~) definio. Fuit enim audax, loquax, impudens, sumptuosus, ventri et gulae plurimum impertiens. Auch hätte Clarus zu einer noch peinlicheren Verwechselung Anlass geben können, da ein damals in Gallien berühmter Presbyter, ein von Severus hochverehrter Schüler des Martinus (Vit. Mart. 23), diesen Namen trug. 12) Chron. II, 47, 6 rescriptum, quo unioersi haeretici excedere non ecclesiis iantum aut urbibus sed extra omnes terras propelli iubelantur. Nach Gothofredus zu Cod. Theod. 16, 2, 35 soll extra omnes terras soviel bedeuten wie extra centesimum lapidem der betreffenden Stadt. Seine etwas verwickelte Beweisführung muss man bei ihm selber einsehen und prüfen; letzteres kann hier um so weniger geschehen als sie in die weitverzweigte Streitfrage über die suburbicarischen Provinzen eingreift. Elusa. I3) Chron. II, 48, 2 maximeque Elusanam plebem sane tum bonam et religioni studentem pravis praedkationibus pervertere. Diese Wendung und besonders tum liefert den deutlichen Beweis, dass Severus die Elusanische Gemeinde zu verschiedenen Zeiten aus eigener Anschauung kannte. — De Prato (Vol. I p. LVII) weist als andere wechselnde Aufenthaltsorte des Severus Tolosa und Elusio in der narbonensischen Provinz nach; die hiesige Stelle hat er nicht berücksichtigt — Ueber Elusa hat Joseph Scaliger opusc. p. 99 ed. Fr. gehandelt. 14) Chron. II, 48, 2: Romam profecti ut apud Damasum urbis ea tempestate episcopum obiecta purgarent . . . . ne in conspectum quidem eius admissi sunt. Es scheint als hätte der Chronograph Idacius z. J. 386 (p. 157 Eösler) diese