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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 55

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720909--0261-2721502
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3 Deutsch: Grammatik nach Beckerschen Grundsätzen. Leetüre aus Kehrein. Declamationsübungen nach vorhergegangener Leetüre der zum Memoriren gegebenen Gedichte. Wöchentliche schriftliche Arbeiten. Geographie von Europa: Dr. Joel.—Herr Dr. U. Seligsohn wirkt zur Aushülfe mit. Geometrie: Lehre von den Dreiecken und Parallelogrammen. Rechnen: Zusammengesetzte Regel de tri, Gesellschaftsrechnung. Naturgeschichte: Zoologie: Dr. Zuckermann. Das Lehrer-Seminar zählt 10 Hörer: sechs Preussen, drei Oesterreicher? einen Oldenburger. Den Lehmann'schen Preis für die, über ein vom Director gegebenes wissenschaftliches Thema nach dem Ausspruche des Lehrercollegiums gelieferte beste Arbeit, errang Herr stud. philos. J. Perl es aus Baja, welcher auch am Tage der Gedächtnissfeier seine Preisschrift verlas. Dieses Jahr wurde als Preisaufgabe gestellt: Ueber Inhalt und Geist der Einleitungen des R. Moses ben Maimon (Rambam) zu seinem Mischna-Commentar, mit besonderer Berücksichtigung des von E. Pococke edrrten arabischen Originals zur Ordnung Seraim. Der Name desjenigen, der den Preis errungen wird im Berichte des künftigen Jahres mitgetheilt werden. Das Seminar beging am 27. Januar die statutenmässige Gedächtnissfeier des Stifters der Anstalt, des Königl. Commerzienrathes Jonas Frankel. Am 15. October wurde die Geburtsfeier Sr. Majestät des Königs, im Beisein des Curatoriums, des Lehrercollegiums und der Seminaristen begangen. Nach einem Recitativ (Ps. 41) suchte der Unterzeichnete dem schmerzlichen Gefühle Worte zu verleihen, dass zumeist an diesem Tage bei der Erinnerung an die noch nicht geschwundenen Leiden des allgemein verehrten Königs, und dass Er Milderung in fremdem Lande suchen inuss, sich der Herzen vieler treuen Preussen bemächtigt. Doch es ist der Herr, der zur Prüfung heimsucht, seine Allgüte thut sich auch in den Heimsuchungen kund. Es strahlt ein freundliches Licht inPreussen's Trauer: Seine Königl. Hoheit der Prinz von Preussen, hat als Prinz-Regent in eines Hohenzollern würdiger Hingebung die Leitung der Geschicke des Staates übernommen. In Seinem allbekannten tiefverehrten Biedersinn liegt eine hohe Bürgschaft für das Wohl Preussens, und dass, was des Staates Grundgesetz bildet, zur vollen Geltung komme. — Der Gebethymnus für das Wohl des Königs beendigte die Feier. Mit Freuden spricht die Anstalt ihren Dank für manche ihr gewordene Beweise des Wohlwollens und der ehrenden Theilnahme aus. Dieser Dank sei gezollt den Herren Vertretern der isr. Cultusgemeinde zu Wien, die in einem an den Unterzeichneten gerichteten aufmunternden Schreiben ein mehrjähriges Stipendium von je 100 Gulden für mittellose Seminaristen bestimmte. Das Seminar fühlt durch diese Anerkennung der israelitischen Glaubensgenossen der Residenz Oesterreichs sich umsomehr geehrt, als sie von einer der ersten dem preussischen Vaterlande nicht angehörenden Gemeinden durch ihre feingebildeten und intelligenten Vertreter ausgesprochen wird. Die Anstalt erinnert sich ferner mit Dank eines Edlen, der mit der daran geknüpften Bedingung, dass sein Name verschwiegen bleibe, dem Seminar 500 Thlr. überwies, deren Zinsen als Stipendium einem fleissigen mittellosen Seminaristen zugewendet werden sollen.

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