Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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2 Lehre: Eben Haeser Gattin. Einleitung in die Midraschim. — Durch schriftliche Ausarbeitung tiefer liegender Themata wird den Hörern Gelegenheit geboten, sich principielle Auffassung und klare Darstellungsweise anzueignen. Dr. Gräte: Bibelexegese: Hosea, Jesaias. — Hebräische Grammatik: Prosaisches und poetisches Accentsystem. — Jüdische Geschichte: die Geschichte der Saburäer und Geonim, verbunden mit Literaturgeschichte (erster Cötus); der vorexilische Zeitraum cursorisch, der nachexilische Zeitraum bis zur syrisch-inacedonischen Herrschaft (zweiter Cötus). Dr. Bernays: Religionsphilosophie: Das Buch Kusari (für die gereifteren Hörer). — Griechisch: Homer, Dias, Buch 13, 14, 15; Herodot Buch 8, 9; Piaton, Phädon. — Latein: Virgil, Aeneis, Buch 8, 9; Ausgewählte Oden des Horaz; Tacitus Historien, Buch 1, 2, 3. Den lateinischen Stylübungen wurden Stücke aus Neulateinern zu Grunde gelegt. — Für den Vortrag der griechischen Geschichte diente Weber's Handbuch als Leitfaden. — Deutsche Stylübungen wurden angestellt und damit Leetüre aus Lessing (Laokoon, Abhandlungen über die Fabel) verbunden. Dr.'Joel: Homiletik und homiletische Uebungen. Dr. Zuckermann: Geometrie; Stereometrie, trigonometrische Aufgaben. — Arithmetik: Gleichungen und Lösung synthetischer Aufgaben, Progressionen.— Physik: Akustik, Optik, Wärmlehre. In der zweiten Abtheilung las Dr. Grätz: Bibelexegese: Genesis und Exodus bis Cap. 16. Propheten: Richter, 1 und 2 Buch Samuel in Verbindung mit schriftlichen Ausarbeitungen und Recitirung der poetischen Stücke. — Hebräische Grammatik: Die unregelmässigen Verba mit wöchentlichen Exercitien. Talmud: Schebuot von 20—30 und von 38 bis Ende des Tractats. Baba Mezia; Erster Abschnitt mit Tosafot und Ascheri. Dr. Joel: Griechisch: Homer, Bias 1 und 2; Odyssee 21 und 22; Platon's Apologie zu Ende und Kriton, Xenophon's Memorabilien 1. — Grammatik: Ausgewählte Abschnitte aus der Syntax, die Lehre von den Modis. — Latein: Cic. Tusc. disp. 1, epist. ad Atticum 1, Virgil, Aeneis, 1, 5, 6, 7. — Deutsch: Leetüre einiger prosaischer Aufsätze von Schiller und Besprechung der dreiwöchentlichen schriftlichen Arbeiten. — Geschichte und Geographie der alten Welt, Geschichte der neuern. Dr. Zuckermann: Geometrie: Schluss der Planimetrie, Trigonometrie. — Arithmetik: Gleichungen des ersten Grades, Lösung synthetischer Aufgaben, Exponentialgleichungen. — Physik: Statik und Mechanik der flüssigen und luftförmigen Körper. Das Rabbmer-Seminar zählt 40 Hörer, und zwar: zwanzig Preussen, zehn Oesterreicher,. drei Hannoveraner, einen Anhalt-Bernburger, einen Darmstädter, einen Württemberger, einen Schweden, einen Dänen, einen Niederländer, einen Nordamerikaner. Von diesen Hörern haben drei die philosophische Doctorwürde erlangt, zehn besuchen die Universität. LEHRERSEMINAR. Die Religionsgegenstände werden theils von Dr. Joel, theils unter Combinirung der zweiten Rabbiner-Abtheilung von Dr. Gräte gelehrt.