Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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34 nur heissen, dass jede eine ihr eigentkümliche Richtung der Bewegung habe, c) Die Bewegung der Chajot geschehe mit der Schnelligkeit des Blitzes, und zwar, wie aus den Ausdrücken 2W1 NW"i hervorgeht, kehrten sie wieder im Kreise zurück, d) Die Richtung der Bewegung würde vom Geiste (rrn) bestimmt, der hier Nichts Anderes ist als der göttliche Geist. Dass dies.aber nicht willkührlich geschehe, sondern nach festen Gesetzen, liegt für M. in den Worten V. 20: „Wohin der Geist war zu gehen, dahin gingen sie; dahin war auch der Geist gerichtet.*' Halten wir hier einen Augenblick inne, so ist klar, dass M. unter den vier Chajot die oben angeführte Vierheit der Sphären versteht, von deren jeder wiederum er sich eine Vierheit von Wirkungen ausgehend denkt, die vier Elemente nämlich und die vier Kräfte in den aus den Elementen . entstandenen Körpern, wie er jeder Sphäre auch eine Vierheit von bewegenden Ursachen zuschreibt was Beides durch die vier Gesichter und vier Flügel versinnlicht werden soll. Die zwei Hände aber deuten ihm wohl auf das von ihnen ausgehende Entstehen und den ihnen zuzuschreibenden zeit weisen Bestand der sublunarischen Dinge, und ihre Menschengestalt darauf, dass sie beseelte und vernünftige Wesen seien, während die Ungegliedertheit und Rundung ihrer' Bewegungsorgane ihre Kugelgestalt, wie der mangelnde Zwischenraum zwischen ihnen besagen soll, dass die Sphären übereinandergelagert seien, nach einem sonst von M. gebrauchten Ausdrucke, wie die Zwiebelschalen 2). Mit der Trennung ihrer Gesichter und Flügel nach oben soll die Verschiedenheit ihrer Bewegungen je nach der Verschiedenheit der -sie in Bewegung setzenden Intelligenzen bezeichnet werden. Diese Intelligenzen selbst aber sind in dem Worte nn zu suchen. Maimoni geht darauf zur Betrachtung des Rades (JQ1N) über. Der Prophet, so fährt M. fort, erzählt dann, «r habe bei den Chajot nach unten einen Körper gesehen, der an diese selbst und an die Erde befestigt gewesen und bezeichnet diesen Körper als Rad (pw). Von diesem Rade, dem er zunächst weder menschliche noch thierische Gestalt zuschreibt, berichtet er aber hinterher, dass es ebenfalls vier Körper und vier Gesichter gehabt habe, worauf er im Verlaufe wiederum einfach von vier Rädern (Ophanim) spricht, woraus deutlich zu ersehen, dass mit den vier Körpern und vier Gesichtern Nichts als die Vierheit der Ophanim überhaupt ausgedrückt werden sollte. Ueber die Beschaffenheit der Ophanim ausserdem wird einmal hinzugefügt, sie hätten ineinandergesteckt und zwar, wie aus dem Worte "pro hervorgeht, in inniger Verbindung und Vermischung, dann sie seien „voll Augen" gewesen, was heisen kann „vielfarbig," aber auch „in den mannigfaltigsten Zuständen," eine Bedeutung des Wortes py, die der 2 Sam. 16, 12 entspricht. Endlich heisst es von der Ophanimbewegung, dass sie weder krumm, noch gewunden, sondern gerade und ohne Abschweifung und auch dass das Princip der Bewegung nicht in ihnen (den Ophanim), sondern in den Chajot zu suchen, sie selber vielmehr leblos gewesen seien. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, dass M. in den Ophanim die vier Elemente sieht. Sowohl ihre Kugelgestalt, ihre innige Verbindung, ihre mannigfaltigen Zustände als auch . die. geradlinige Bewegung und das blos natürliche nicht seelische Leben, Punkte, auf welche sämmtlich M. den Ton legt, lassen leicht die Elemente, wie ein Aristoteliker sie auffasst, erkennen. 1) More, II, 10. 2) Jesode hathora III, 2.