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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 18

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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16 nach dieser Errungenschaft gegen die von den Spätem vorgebrachten Beweise, welche er, abstrus wie sie sind, mit gleich abstrusen Gegengründen zu entkräften versucht. Zu dem ersten Beweise bemerkt er nämlich: Nur bei einem aus Materie und Form Zusammengesetzten kann, wenn es nach früherer TJnthätigkeit zu wirken anlängt, von einem Uebergehen aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit die Rede sein. Im Unkörperlichen dagegen ist Nichts der Möglichkeit nach, sondern Alles der Kraftthätigkeit nach vorhanden, wofür als Beispiel der byisn h^w (die uns schon bekannte der sublunarischen Welt vorstehende zehnte Intelligenz) dienen kann. Auch er nämlich wirkt nach Abunazar (Alfarabi) nicht immer, obgleich er selbst sich nicht verändert. Freilich scheint das, fugt Maimoni selbst hinzu, insofern sophistisch, als das Nichtwirken der wirkenden Intelligenz an der Disposition der Materie liegt. Aber wir wollten ja auch nicht den Grund für das zeitige Nichtwirken Gottes angeben, sondern nur deutlich machen, wie von dem, was weder ein Körper noch eine Kraft in einem Körper ist, nicht gesagt werden könne, es gehe von Möglichkeit zu Wirklichkeit über. In dieser scheinbar ganz ungenügenden Entgegnung ist schon vielleicht unbewusst auf das innerhalb der Maimonischen Ansicht eigentlich Schlagendste, das er in der Entgegnung auf den zweiten Beweis vorbringt, Rücksicht genommen. Gegen diesen bemerkt er nämlich: die falsche Voraussetzung des zweiten Beweises ist, dass unser Wille mit dem göttlichen von einerlei Art sei. In Wahrheit aber bekommt unser Wille seinen materiellen Inhalt von aussen und weil er eben auf etwas ausserhalb seiner Liegendes gerichtet ist, so erhält er Impulse sowohl als Störungen von den Dingen. Gottes Wille hingegen hat keinen Zweck ausserhalb seiner und ein so Wollender hat weder ein von aussen Impellirendes noch Störendes. Scheint das nun freilich eine Veränderung in Gott nothwendig zu setzen, dass er eben einmal will und ein anderes Mal nicht will, so suchen wir gerade darin das Wesen seines Willens, dass er eben will und nicht will. Der dritte Beweis endlich, der von der Weisheit Gottes hergenommen ist, beweist zu wenig, als dass seine Widerlegung Schwierigkeiten machen [könnte. Wir entgegnen nämlich: Wohl ist seine Weisheit unveränderlich dieselbe und wird sein Wille von ihr bestimmt, oder richtiger, ist vollkommen mit ihr wie mit seinem Wesen identisch. So wenig wir aber das Gesetz begreifen, nach welchem diese Weisheit gerade neun Sphären gewollt hat, so wenig können wir den Grund einsehen, warum die Schöpfung gerade zu irgend einer Zeit in's Dasein trat, eine Antwort, deren wohlbegründeter Sinn uns später noch mehr einleuchten wird. Bis jetzt nämlich sollte blos das Nichtzwingende der für die Aristotelische Ansicht vorgebrachten Beweise dargethan werden. Wir müssen aber nun auch zu den Thatsachen übergehen, welche die Annahme einer Schöpfug weit mehr empfehlen als die der Weltewigkeit. Als eine Consequenz der Ansicht, dass die Welt ewig sei, scheint sich nämlich die Annahme zu ergeben, dass ihr Vorhandensein nicht auf die Absicht eines Beabsichtigenden, sondern auf Naturnotwendigkeit zurückzuführen sei. Wir stellen also mit Recht an den Anhänger dieser Ansicht die Forderung, dass er uns den Zusammenhang der Dinge nach Naturgesetzen erkläre. Sehr gut nun hat Aristoteles die Fragen beantwortet, die sich auf das Werden uud Entstehen der Dinge in der sublunarischen Welt beziehen. Ja selbst das Recht der Annahme einer einheitlichen, von der diesseitigen Materie verschiedenen Materie der Sphären und Gestirne hat er uns befriedigend dargethan. Nun ging er weiter, um auch die Natur der Sphären, die Verschiedenheit ihrer Bewegungen

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