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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 17

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720909--0223-2721464
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15 Kreisbewegung als einer gegensatzlosen resultirt. Werden und Vergehen nämlich sind nur auf dem Gebiete des Gegensatzes zu suchen; d. der von dem Begriffe des potentiell Vorhandenen ausgeht und nicht von Aristoteles selbst, sondern nur aus Aristotelischen Daten formulirt ist. Die Welt vor ihrem Entstehen, so lautet er, müsste entweder möglich oder unmöglich oder nothwendig gewesen sein. Wäre ihr Entstehen nothwendig gewesen, so wäre ihr Nichtvorhandensein zu irgend einer Zeit undenkbar, wäre ihr Entstehen unmöglich, so wäre ihr Dasein zu irgend einer Zeit undenkbar, wäre endlich ihr Entstehen möglich, so müsste es einen Träger dieser Möglichkeit gegeben haben. Die Verlegung dieser Möglichkeit in den Hervorbringer (Gott) trifft natürlich nach dem Zusammenhange des Aristotelischen Denkens nicht, da das entstehende Ding an sich die Möglichkeit seines Entstehens haben muss. Zu diesen Beweisen, sagt Maimoni, haben die Spätem viele andere gefügt, deren Widerlegung: nicht minder schwer wird. xSie lauten: a. Hat Gott die Welt beschaffen, so hat in ihm O O <j ' selbst ein Uebergang von Möglichkeif zu Wirklichkeit stattgefunden und man müsste wieder eine Kraft suchen, die diesen Uebergang bewerkstelligt hat. b. Soll Gott einmal gewirkt haben und ein anderes Mal nicht, so müssten Störungen sein Wirken gehindert oder neu Eingetretenes sein Wollen impellirt haben, was Beides auf Gott keine Anwendung findet, c. Die vorhandene Welt ist im höchsten Grade vollkommen und als solche ein Produkt der göttlichen Weisheit. Da nun Gottes Weisheit als unveränderlich dieselbe und als identisch mit seinem Wesen angenommen werden muss, so kann die Welt zu keiner Zeit als nicht existirt habend angenommen werden. Maimoni macht sich jetzt zunächst an die Widerlegung der eigentlich Aristotelischen Beweise, und zwar ist der Kern seiner Widerlegung folgender: Wir geben Aristoteles zu, sagt er, dass in der Natur der Dinge, wie sie einmal besteht, niemals ein absolutes Werden, noch ein absolutes Vergehen anzutreffen sei. Darum konnten wir uns auch nicht mit der Ansicht derer befreunden, welche aus der Natur der schon gewordenen Welt Beweise für die Schöpfung herleiten wollten 1). Aber wir, die wir eine Schöpfung der Hyle glauben, sagen ja auch gar nicht, sie sei entstanden wie etwa der Mensch aus dem Samen sich entwickelt, oder sie höre auf, wie etwa der Mensch sich wieder in Staub auflöst. Wir fragen vielmehr, mit welchem Rechte denn Aristoteles aus den Gesetzen der schon vorhandenen Natur Rückschlüsse machen will auf die Ewigkeit oder das Entstandensein dieser Gesetze. Ohne daher im geringsten Aristoteles zu widersprechen, dass allem Werden der eine Urstoff zu Grunde liege und wiederum dass alles Vergehen in diesen Urstoff münde, können wir ja doch von dem Urstoffe selber behaupten, dass sein Werden nicht den jetzt wahrnehmbaren Bedingungen des Werdens unterworfen gewesen, dass er vielmehr aus dem absoluten Nichtsein in's Dasein gerufen worden. In gleicher Weise lässt sich gegen seinen aus der Natur der Bewegung hergenommenen, sowie gegen die übrigen Beweise der Einwand erheben, dass sie durchaus unberechtigte Rückschlüsse sind aus der einmal vorhandenen und allerdings von ihm richtig erkannten Natur. Freilich hat Maimoni damit nichts weiter, als die Möglichkeit der Schöpfung dargethan. Aber das genügt ihm auch einstweilen und er kehrt ach 1) Die Mutakallimun.

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