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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 16

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720909--0222-2721463
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14 Doch hiermit haben wir bereits an ein Thema angestreift, dass nach der Maimonischen Darstellung sich erst behandeln lässt bei der Frage, ob die Welt ewig ist oder geschaffen, oder, wie die Frage auch formulirt werden kann, ob auch das aYziov l£ ov, die Materie, auf den einen Urgrund zurückzufuhren sei. Maimoni ist in dieser Frage wegen der religiösen Bedeutung derselben und weil er sich hier im Gegensatze zu Aristoteles weiss, ziemlich ausfuhrlich x). Drei berücksichtigenswerthe Meinungen, lehrt er nämlich, werden vorgebracht in Bezug auf unsern fraglichen Punkt. Die Anhänger der geoffenbarten Lehre nehmen an, dass Alles, ausser Gott vom vollständigen Nichtsein in's Dasein gerufen worden. Ja selbst die Zeit, insofern sie blos die Zahl an der Bewegung2), die Bewegung aber nur ein Accidens des sich Bewegenden ist und jedes sich Bewegende nicht immer vorhanden war, muss dieser Ansicht zufolge als entstanden angesehen .und die Ausdrücke der Zeit, auf Gott angewendet, nur bildlich, nicht eigentlich genommen werden. Die zweite Ansicht ist die, welche auch Plato im Timäus vertritt. Er hält nämlich die Himmel für entstanden, gerade wie die Anhänger der ersten Meinung, nimmt aber ihr Entstehen aus einer ewigen Materie an, weil aus Nichts Nichts wird 3). Die dritte Ansicht ist die Aristotelische, nach welcher ausserdem dass sie mit der zweiten in der Annahme einer ewigen Materie übereinkommt, auch zugleich der Himmel für unentstimden, die Kreisbewegung des Himmels und demgemäss auch die Zeit für ewig erklärt, ebenso aber aiich in der sublunarischen*Welt nur die Formen als wechselnd, nicht aber ein Entsteh n aus Nichts angenommen wird. Lässt sich nun gegen die zuletzt genannte (Aristotelische) Ansicht Etwas, das sie entkräftet, vorbringen, so wird das auch zugleich die Platonische treffen und die Anhänger der ersten Meinung werden an ihrer Annahme einen gesicherten Besitz haben. Man hat aber auseinanderzuhalten die Beweise, die Aristoteles selbst für seine Ansicht vorbringt von den Beweisen der Spätem4). Aristoteles selbst nämlich geht dabei von der Natur der Dinge aus, die Spätem von der Natur Gottes 5). Die vier Aristotelischen Beweise nun, die Maimoni anführt, sind: a. Der Phys. VIII., 1 entwickelte, der von der Bewegung hergenommen ist, und nach welchem immer schon eine Bewegung vor der ersten Bewegung angenommen werden müsste, mag im Uebrigen Bewegendes und Bewegtes schon als vorhanden oder auch nicht angenommen werden; b. der Flvys. L, 6 —10 ausführlich behandelte, der von der alten Frage nach der Möglichkeit des Werdens ausgeht und dieses nur unter Voraussetzung einer unentstandenen Materie zu erklären weiss; c. der aus dem Begriff der 1) More II., 13—25. 2) Arist. Phys. IV., 10: üqi9/u6s xtvtjasws xcaci xo tiq6ts()oi/ xal vctsqov, 3) Maimoni folgt hier der Auffassung von der vorzugsweise Timaeus S. 48 E. und im Folgenden vorgetragenen Platonischen Theorie des der sinnlichen Erscheinung zu Grunde liegenden Substrats, nach welcher sie die Lehre von einer der Weltschöpfung vorangehenden ewigen Materie enthält. Diese Auffassung, zu der Aristoteles dadurch, dass er in seinem Referate über die Platonische Philosophie den Ausdruck vhj gebraucht, den Anlass gegeben zu haben scheint (S. Zeller), wird auch von vielen Neuern getheilt^ Gegen dieselbe ist Böckh, Ritter u. A. Man vergleiche das Nähere über diesen Punkt bei Zeller, die Philosophie der Griechen IL, S. 223. 4) Vgl. die Antithesen des Proklus über die Ewigkeit der Welt bei Scliarastani, auf die Maimoni hier "offenbar reflektirt. ö) ic» -pan-« Sun -ijcb ebn-n r.tcip ana io"p'< aiam iDjrjr cSiyn ->*e ibdik la -p' o-S"" widm iSk

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