Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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13 vollendet, etwas Anderes vorschweben müsse, als derjenigen, die in 30 Jahren. Er stellte daher den Satz auf, dass es so viele getrennte Intelligenzen gäbe als Sphären. Jede Sphäre sehne sich nämlich nach derjenigen Intelligenz, die das Princip ihrer Bewegung ist. Aus dieser Aristotelischen Bestimmung aber ist ersichtlich, wie in der Zahlangabe der getrennten Intelligenzen die Meinungen differiren können. So haben die Letzten unter den Philosophen1) zehn solcher für sich existirenden Intelligenzen angenommen, indem sie für jede der neun Hauptsphären 2) eine und als zehnte Intelligenz diejenige annahmen, welche der Welt des Diesseits unmittelbar vorsteht und auf deren Dasein hindeutet sowohl der Uebergang unseres Geistes aus der blossen Anlage zur kraftthätigen Wirklichkeit, als auch das Vorhandensein der entständlichen und vergänglichen Formen der Wirklichkeit nach, während sie in ihren Materien nur der Anlage nach vorhanden waren. Alles aber, was aus der blossen Potenz zur Wirklichkeit übergeht, bedarf eines dahin Ueberführenden. Insofern nun die zehnte Intelligenz (Slttsn Sd») die Formen spendet, muss sie selbst Form sein, insofern sie 'den Geist verwirklicht, selber Geist. Ihr Verhältniss zu der Welt der vier Elemente, die ja in ihrer natürlichen Lage ebenfalls Sphären bilden, ist also genau das Verhältniss der nächst höhern Intelligenzen zu den Sphären, gerade wie unser zur Verwirklichung gekommene Geist wiederum dem in den Sphären seienden Geiste entspricht. Ist nun aber die erste der genannten zehn Intelligenzen auch wirklich .Gott selbst, so dass Gott unmittelbar den äussersten Sphärenkreis in Bewegung setzte? Aristoteles, der das Vorhandensein mehrerer ic/lvrpa yuvovvza überhaupt nur schüchtern behauptet hatte 3), würde diese Frage unbedingt bejahen. Neupfatonischer Einfluss hat aber die Araber bewogen, die erste der zehn Intelligenzen noch von Gott selbst zu unterscheiden, einmal weil Gott sonst mit den Intelligenzen in dem Punkte Etwas gemein hätte, dass Beide die Himmelskörper in Bewegung setzten, dann — und hier haben wir die Emanationstheorie, für die auch in dem Worte ya (VM') der entsprechende Ausdruck gefunden ist — weil aus dem schlechthin Einfachen nur Eins folgen, also von Gott nur die reine Intelligenz ausgehen könne. Somit wäre die Ordnung in der einmal bestehenden Welt die, dass von Gott unmittelbar nur die erste Intelligenz ausgeht, diese, insofern sie eine Einheit ist, eine neue Intelligenz aus sich emanirt, insofern sie aber auch zugleich zwei in sich enthält, nämlich das Denken ihrer selbst und ihrer Ursache, das erste Zusammengesetzte, nämlich den ersten Sphärenkreis, erzeugt. Dasselbe gilt nun von der aus der ersten Intelligenz emanirten u. s. f. Sonderbar ist aber, dass Maimoni hiermit die Ansicht des Aristoteles glaubt ausgesprochen zu haben4), selbst aber hinzufügt, dass nach seiner Ansicht weder der Hervorgang eines Körperlichen aus einer für sich bestehenden Intelligenz, noch auch die verschiedenen Bewegungen der Sphären aus Naturnothwendigkeit sich erklären lasse, dass vielmehr hier die Absicht eines Beabsichtigenden zur Erklärung eintreten müsse, woraus ihm dann folgt, dass Gott nicht blos denkend, sondern auch wollend ist. 1) Ibn-Sina und Ibn-Roschd. 2) Ueber die Zahl der Sphären ist neben dem More I., 72 auch. Jesode hathora III., 1 zu vergleichen.' 3) Arisi. Metaphys. XII., 8: ro fxtv ovv itXrj&og t(üv GqaiQiav ear(a Toaovrov, wars xal ras ovcias xat rag ag£af rasdxwriTovs xcd ras cäe&rjTas Toff«üT«s svkoyov vnokaßsiv' to yäq ävityxatov diptio&u) rolg la/vfiori^ots kiyetv. 4) More II., 22.