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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 13

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
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11 Denkenden heraus, so kann in Gott, der keine Fähigkeit, sondern reine Energie ist, diese Zweiheit nie stattfinden. Bevor nun Maimoni den angegebenen zweiten Schritt thut, nämlich die Realität des Gottesbegriffes nachzuweisen, regt er noch eine Frage an, die zur Vertiefung dieses Begriffes beitragen soll. Wir bezeichnen Gott, sagt er nämlich 1), nicht blos als Eins und als denkend, sondern auch im Verhältnisse zur Welt als die erste Ursache, ein Ausdruck, den die Mutakallimun anfechten, weil er mehr nach Notwendigkeit als nach Freiheit schmecke. Nach ihrer Ansicht ist es daher geratener, Gott als den Handelnden zu bezeichnen, um dadurch sein freies Verhältniss zur Welt mehr hervorzuheben. Aber offenbar verkennen sie den Reichthum, der gerade in dem allgemeinern Ausdrucke „Ursache" liegt. Denn damit soll Gott nicht blos als die caicsa efficiens, sondern auch als die causa forrnalis und causa finalis der Welt bezeichnet werden, und erst bei der Vereinigung dieser drei Ursachen in Gott kann in Wahrheit behauptet werden, dass die Welt zu ihrer Erhaltung der Existenz Gottes bedarf, während, wenn Gott als blos wirkend gedacht wird, die Wirkungen die sie hervorbringende Ursache ja überdauern könnten. Ist aber dieser in sich widerspruchslose Begriff eines einfachen, unkörperlichen, also denkenden Gottes, der zugleich als Ursache der Welt zu fassen ist, eine Realität? So ausführlich Maimoni auf diese Frage eingeht 2), so kurz können wir sein. Mit Ausnahme eines einzigen sind nämlich Maimoni's Beweise für. das Dasein, die Einheit und Unkörperlichkeit Gottes, die bekannten von Aristoteles in der Physik und Metaphysik 3) gegebenen, die zunächst Gott als p^imus motor gewinnen und die zu wiederholen somit überflüssig wäre. Der eine aber, den wir ausnehmen und, weil er allgemeiner ist und nicht gerade an die Sphärenbewegung anknüpft, als eine Art Fortschritt gegen die Aristotelischen Beweise ansehen, ist der eigentlich sogenannte kosmologische Beweis, der in verschiedener Gestalt unangefochten bis auf Kant bestanden hat und den Maimoni, wie es scheint, dem Ibn-Sina, der ih?n wohl zuerst geliefert hat, verdankt und etwa folgendermassen ausdrückt: Die Dinge in der Welt sind entständlich und vergänglich, haben also die Möglichkeit, auch nicht zu sein. Alles aber, dessen Nichtsein möglich ist, muss auch irgend einmal nicht vorhanden gewesen sein. Denken wir uns nun, dass es kein anderes Ding gäbe, als ein solches, dessen Dasein blos möglich ist, so müsste einmal überhaupt Nichts vorhanden gewesen sein und es könnte auch jetzt noch Nichts sein. Nun existiren wir aber, folglich muss ein Etwas gedacht werden, dessen Dasein nicht blos möglich, sondern auch nothwendig ist. Das seiner Existenz nach Nothwendige aber ist entweder nothwendig an sich selbst oder auch blos nothwendig mit Rücksicht auf seine Ursache. Die letzte Ursache muss also selbstverständlich nothwendig an sich selbst sein,, wenn wir nicht einen Regress in's Unendliche wollen. Die Unkörperlichkeit Gottes ferner folgt daraus, dass alles Körperliche zusammengesetzt, das Zusammengesetzte nothwendig eine Ursache haben, das Nicht verursachte also einfach, d. h. unkörperlich sein müsse. Endlich kann die Nothwendigkeit der Existenz an sieh nur Einem zukommen. Denn gesetzt sie käme Zweien zu, so wäre die Notwendigkeit der Existenz das Gemeinschaftliche zwischen zwei sonst Verschiedenen und ihre Substanz wäre nicht mehr eine einfache. 1) More I., 69. 2) More IL init. 3) Phys. VTH., 6; Metaphys.. XII., 6. 2*

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