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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 8

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720909--0214-2721455
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6 Commentatoren, dem Maimoni hier vorwirft, däss er nämlich dann seine Schlüsse aus, einer nachträglieh von ihm selbst bestrittenen Prämisse zu ziehen im Begriffe stehe, löst sich dadurch, dass die von Maimoni angeführten Beweise sich leicht so gestalten lassen, dass sie von seinem Standpunkte aus auch ohne eine bestimmte Voraussetzung über Weltewigkeit und Weltanfang beweisende Kraft haben. Der dritte Punkt endlich, auf den sich das Nachdenken Maimoni's richtet, ist das Verhältniss Gottes zur Welt, oder Gott nach seiner Causalität. Und zwar ist es zuerst Gott als Spender der Formen, oder um einen sonst geläufigen Terminus zu gebrauchen, Gott als architecton mundi, den er in's Auge fasst, worauf er dann weiter vorschreitet, um auch die Materie als von Gott ausgehend' zu erkennen und so in Gott auch den creator miindi zu gewinnen, bis er zuletzt von Gott in seinem moralischen Verhältnisse zur Welt oder von Gott als Providentia mundi handelt. Was dagegen die ethischen Schlusskapitel betrifft, die uns freilich in Verbindung mit dem in den sogenannten „acht Abschnitten" Gelehrten in den Stand setzen, Maimoni's ethischen Standpunkt zu bestimmen, so bezeichnet sie Maimoni selbst als blossen Anhang so dass wir auf ihren Inhalt ebenfalls nur anhangsweise eingehen können. Nach dieser Skizzirung des Weges lassen wir unsern Philosophen selbst zunächst über die Attribute etwa folgendermassen sich aussprechen 2): Dem Glauben an die Einheit Gottes fehlt die innere Wahrheit, wenn wir uns nicht bemühen, eine deutliche Vorstellung von derselben zu gewinnen. Es genügt daher keinesweges, Gott als nicht zusammengesetzt von allem Körperlichen zu unterscheiden, sondern wir müssen unsern Gottesbegriff auch läutern von Allem, was nur irgendwie eine Zwei- oder Mehrheit in ihn setzt, also von Allem, was zu seiner einfachen Substanz noch Etwas hinzuthut. Nun ist es aber eine keines Beweises bedürftige Erkenntniss (ein ü^iegov der Vernunft), dass das Attribut etwas Anderes ist, als die Substanz des bezeichneten Dinges, es müsste denn das Attribut blos tautologisch oder als Nominalerklärung gebraucht werden. Der letztere Gebrauch des Attributes in Rücksicht auf Gott wäre freilich an sich statthaft, wenn nicht aus einem andern später anzuführenden Grunde unmöglich. Was aber den erstem betrifft, wobei das Attribut zum Accidens wird, das zum Wesen einer Sache noch Etwas hinzufugt, so würde das in Gott eine Mehrheit setzen, welche die Idee des Einen und Einfachen, in welchem weder eine Zusammensetzung noch eine Mehrheit von Ideen anzutreffen ist, geradezu aufhebt. Die Ausflüchte mancher Denker, dass die Attribute Gottes weder sein Wesen ausmachen, noch Etwas ausserhalb seines Wesens sind, sind ein Wortgeklingel, .bei dem sich Nichts denken lässt. Getrieben aber hat sie dazu das Spiel der Einbildungskraft, da sich ihnen nämlich das Bild der Körper, die allerdings Substanzen sind, die wir nie ohne Attribute finden, festgesetzt hatte, auch wo sie an Gott dachten. Vielmehr muss, wenn einmal ein an sich Gewisses untersucht werden soll, die Untersuchung folgendermassen geführt werden. Alle positiven Attribute, die einem Gegenstande beigelegt werden, sind: 1. Attribute, welche den Gegenstand definiren. Dass nun solche Attribute in Rücksicht auf Gott nicht gebraucht werden können, folgt einfach daraus, dass nach Uebereinstimmung aller Philo- 1) More m., 51: wnn nma p^ 2) . Vgl. More I., 50 — 60. » nry ima» -/rs pisn nt

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