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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 6

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720909--0212-2721453
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4 sein, der seine Zeit lediglich dadurch weiterbringt, dass er ihr das Verständniss ihrer selbst vermittelt, und so angesehen werden wir den Arbeiten Maimoni's wenn irgend welchen Genialität und relative Klassicität zuzuschreiben nicht anstehen. Wir haben es nun gerade mit denjenigen Schriften Maimoni's zu thun, die, was die Ueberwindung der äussern, in der Massenhaftigkeit und Heterogenität des Stoffes liegenden Schwierigkeiten betrifft, nur zu den leichtern Arbeiten des mit herkulischer Arbeitskraft ausgerüsteten Maimoni gehören. Aber sie enthüllen uns doch am reinsten die Art, wie er mit seiner Zeit sich auseinandersetzte, ohne Einbusse an origineller und charaktervoller Individualität zu leiden. Zwar Originalität in dem landläufigen Verstände des Wortes lässt sich am wenigsten dem Maimoni zuschreiben. Denn wenn er, wie bereits gesagt, in der Exegese nur fortführt, nicht anbahnt, so ist vollends seine Philosophie nur der neuplatonisch gefärbte Aristotelismus Ibn-Sina's, dem er zumeist gefolgt ist, allerdings modificirt sowohl durch seine eigene selbstsändige Beschäftigung mit dem in's Arabische übertragenen Aristoteles und dessen Commentatoren, vorzugsweise dem Alexander Aphrodisiensis und Themistius, als auch in einem nicht unerheblichen Punkte sogar durch den Kalam, den er sonst perhorrescirtl), vor Allem aber, wie sich von selbst versteht, durch seine religiöse Ueberzeugung. Aber gerade die eigenthümliche Weise, wie das in der Philosophie Ueberkommene in seinem Geiste sich reflektirt und mit einem durchaus heterogenen, anderweitig Ueberkommenen zu einem runden Ganzen zusammengeht, macht das Individuelle und darum Originelle an ihm aus, und begründet neben dem unberechenbaren Einflüsse, den er auf die Entwickelung der jüdischen Literatur in den auf ihn folgenden Jahrhunderten geübt, zur Genüge seinen Anspruch auf eine gesonderte Darstellung. I. Die Philosophie des Maimoni. Unsere Hauptquelle, der More Nebuchim, nach Maimoni's eigenen, ebenso unzweideutigen als bescheidenen Worten2) nicht in philosophischem, sondern in theologisch - dogmatischem Interesse geschrieben, enthält begreiflicherweise weniger ein philosophisches System, als sie ein solches voraussetzt, und nur der bekannten, aus dem Zeitalter der Patristik herrührenden3) und dem ganzen Mittelalter, Arabern so gut wie Christen, gemeinschaftlichen Eigenthümlichkeit, Philosophie und Religionslehre nicht streng auseinanderzuhalten, ist es zuzuschreiben, dass wir im More neben dem Wichtigsten aus der eigentlich sogenannten sdentia divina (Metaphysik) auch anderen unserer 1) Vgl. More I. 73, seine Schlussbemerkung zur zehnten Grundannahme der Mutakallimun, die er sich in eingeschränkter Weise zu eigen macht. 2) More IL 2: vn nS shi 'iai nirrwn noann -wz* w m-atan noaria narww w vuto nron kS n» ^okd 'a in 'ian nDKon nta njuan nivn ojdm ,ionj» no Sao aw . -jk noww no rrw nS . o^bdo 3) Augustinus, de vera rel.8: sie enim creditur et docetur, quod est kumanae salutis caput, non aliam tsse philotophiam, i. e. sapientiae Studium, et aliam religionem.

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