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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1858-01-01 · 1858 · p. Seite 17

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1858
Date
1858-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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17 Egica, Erwig's Nachfolger und geschworner Feind, obwohl sein Schwiegersohn, der dessen Arglist gegen Wamba an Erwig's Nachkommen rächen wollte, scheint geflissentlich von dem System der Strenge abgewichen zu sein. Dem vexatorischen Gesetze Erwig's gegen die jüdischen Neophyten setzte er Anfangs ein freundliches, gewinnendes Zureden entgegen, um sie zum aufrichtigen Anschluss an das Christenthum zu bewegen. Er gestattete ihnen sogar, christliche Sklaven zu besitzen, was ihnen nach der Erwig'schen Gesetzgebung untersagt war Indessen scheint diese Milde eben so wenig als die O Ö O O ' o frühere Strenge die jüdischen Convertiten zu einer andern Ueberzeugung gebracht zu haben. Es ist eine nicht genug zu beherzigende Thatsache, dass, obwohl zwischen Sisebut's Taufzwange und dem drittletzten wrestgothischen König beinahe ein Jahrhundert lag, die Väter und Söhne, welche damals die Unbill erfuhren, bereits ausgestorben waren, ihre Enkel noch eben so eifrig am Judenthum hingen, wie ihre Vorfahren. Egica sah ein, dass er auf dem Wege der Milde allein nicht zum Ziele gelangen könnte und schlug einen neuen Weg ein, die jüdischen Neophyten dem Christenthum näher zu bringen. Er forderte die Väter des sechszehnten toletanischen Concils auf, mit Eifer den Unglauben der Juden auszurotten, und legte ihnen theils ältere, theils neu erlassene Gesetze zur Bestätigung vor. Ein neues Egicanisches Gesetz enthielt die Beschränkung des Verkehrs für Juden O O O O und judaisirende Convertiten. Diese sollten keine Schifffährt ins Ausland und kein Geschäft mit Christen betreiben dürfen. Nur Diejenigen, welche mit anfrichtigem Herzen sich dem katholischen Glauben zuwenden würden, sollten nicht nur frei von dieser Beschränkung sein, sondern auch von jenen Leistungen und Lasten, zu welchen sie bisher gehalten waren 2). Natürlich verfehlte die Sylt) Na?n et a jirimordio vostri regiminis tanta fuit pro eorum (Judaeoruni) conversione mansueludinis nostrae intentio, ut non solum diversis siuisio7iibus eos ad Jidem Christi pertrahere conaremur, vertan etium et maneipia christiana, quae pridein ob suam perfidiam per legis ordinem, caruerant, ex tranquilitatis nostrae decreto reeiperent, solummodo ut per verae conversionis propositum, expulsa proail cordis perfidia, eos matris sinus ecclesiae adoptivos exciperet. Sed et per cautionis Seriem juris jurandi atlestatione subnixu spondentes, nec tarnen promissum compleverunt, sed rilus et caeremonias solitas proeul dubio egisse perventi sunt (Conc. tolet. XVII. praef. 5. cI'Aguiuke 753). Der Schluss dieser Stelle sagt unzweideutig aus, dass hier nicht von Juden, sondern von Convertiten die Rede ist, welche durch eine Reihe von Znsicheningen, bekräftigt durch einen Eid, aufrichtige Bekehi-ung zugesagt, und doch Riten und Gebräuche des Judenthums beobachtet haben. Wir wollen von diesem Factum Akt nehmen. 2) Sed quod Iiis potius est, zelo dei zelantes Judaeorum abrogandam utriusque sexus perfidiam demite, ut et legum nostrarum sententias, quae ob perfidiam eorum et in praeleritis editae et hodierno sunt tempore conditae, omni valeant robore subnixae. — Sic quoque, ut juxta novellae legis nostrae edictum, nemo ex iisdem Judaeis in perfidiam durantibus ad catablum, pro quibuslibet negotiis peragendis accedat, nec quodeumque cum Christianis commercium agere audeat. Ex quibus igitur Hebrneis vel tixoribus ac ßliis eorum, si quis deineeps ad catholicae fidei regulam integerrima devotione conversus exstiterit abnegans ex toto genuinae praevaricationis errores, vel caeremonias, omnesque pa?-entales sectas, ab omni exutas jugo maneat funetionis, quam pridem in errore praestitutus publicis utilitatibus exsolvere consuevit (Conc. tolet. XVI. praef. S—9, bei d'AGtinKE, 736, f.). — Das hier vorkommende Wort catablus, (las in einer bald zu besprechenden Parallelstellc catnplus lautet, ist nichts anders als das griechische xftTdnXnc. Daher erscheint die Erklärung des Kardinals d'AGviKRK zur Stelle durch „Gerichtshof" (praetorium ubi causae aguntur) durchaus anhaltbar. Aber auch die Erklärung der academischen Herausgeber, nach Du-Caxge's Vorgang, durch „Hafenstationsplatz für Waaren" (locus conclusus, vel statio munita, quo importantur me.rc.es et inde exportantur) ist für diese Stelle nicht zutreffend, wenn sie auch die Bedeutung des griechischen Worts „Landung und Landungsplatz" für sicli hat. In der Parallelstelle des westhgothischen Codex, wo dieses Egicanische Gesetz in extenso vorkommt (von den academischen Herausgebern zuerst aus zwei Manuscripten veröffentlicht L. XII. T. II. § IS) lautet der Passus: ut (Judaei) nec ad cataplum pro transmarinis commereiis ulterius audeant properare, nec cum Christianis quodeumque negotium peragere. Durch den Zusatz pro transmarinis commereiis ist die Bedeutung des Worts „Schifffahrt nach Afrika" gesichert. Denn transmarinae partes bedeuteten bei den Westgothen Afrika. Im Sinne von „Schiff1' oder „Flotte" kommt das Wort cutaplus bei Cickko und andern latein. Schriftstellern vor. In der castilianischen Uebersetzung des genannten Gesetzes, die zAvar nicht wörtlich ist, aber den Sinn des lateinischen Textes genau wiedergiebt, wird der Passus so über- 3

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