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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1858-01-01 · 1858 · p. Seite 14

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1858
Date
1858-01-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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14 bekennen. Sie wollen die christlichen Riten ohne Last und Schein beobachten. Da sie aber den Ekel vor Schweinefleisch nicht überwinden könnten, so seien sie zwar nicht im Stande zu versprechen, dasselbe zu geniessen, aber was damit gekocht ist, wollen sie ohne Scheu und Entsetzen verzehren. Sie versprachen endlich, dass derjenige unter ihnen, der sich eine Uebertretung zu Schulden kommen lassen werde, solle von ihnen selbst oder ihren Söhnen durch Feuer oder Steinijmnu; «cetödtet werden. Es 3 O ö O sei denn, dass der König ihm das Leben aus Gnade schenkt, dann soll der Uebertreter vom König als Sklave betrachtet und verkauft werden dürfen, und dieses nicht allein aus königlicher Machtvollkommenheit, sondern laut des im Placitum niedergelegten Versprechens {ex hujns plaati sponsione)*). Wir werden auf dieses wunderliche, gezwungen-freiwillige Placitum noch zurückkommen müssen. So ganz ernstlich und aufrichtig war es indessen mit diesem Versprechen nicht gemeint. Denn nicht lange darauf noch unter demselben König (655) sahen sich die Väter des neunten Concils veranlasst, eine kanonische Verfügung zu erlassen, dass die jüdischen Convertiten die christlichen Feiertage und die Tage der jüdischen Feste unter den Augen der Priester zubringen sollten, damit diese sich vergewissern könnten, dass sie jene feierten nnd diese zu feiern unterliessen. Den Uebertretern sollte, je nach dem Alter, Prügelstrafe oder Busse aufgelegt werden2). Der ganze Zorn der Gesetzgebung unter Receswinth hatte sich demnach auch nur auf die jüdischen Neophyten entladen, die Juden selbst hatten sich nach den damaligen Verhältnissen nicht allzusehr zu beklagen. Selbst das Verbot des Sklavenbesitzes, das sie am empfindlichsten hätte treffen müssen, wäre es mit Strenge gehandhabt worden, drückte sie nicht sehr, da die Gesetzesvollstrecker die Augen dabei zudrückten und auch den Juden den Sklavenmarckt zugänglich Hessen. Geistliche wie Weltliche fuhren fort, Sklaven zu verkaufen, die Juden, sie zu kaufen. Receswinth selbst musste gewissermassen von den Mitgliedern des zehnten Concils (vom Jahre 656) durch eine weitschweifige Auseinandersetzung gemahnt werden, wie sehr nach den apostolischen und kanonischen Anordnungen das Herrenrecht der Juden über christliche Sklaven verpönt sei, und die Synode verhängte neuerdings Excommunication und ewige Höllenstrafe über die .Sklavenverkäufer. Ein späterer König sprach mit Entrüstung darüber, dass dieses älteste, feierlich erlassene Edict so sehr verletzt werde3). — Die Betheiligung der Juden an der von Childerich aufgepflanzten Empörung unter Receswinth's Nachfolger Wamba (673), welche durch eine alte gute Quelle beurkundet ist4), scheint daher mehr von den gequälten jüdischen Convertiten, als von eigentlichee Juden ausgegangen zu sein. Wahrscheinlich hatte ihnen der rebellische Graf von Nimes Freiheit des jüdischen Bekenntnisses verheissen. Die Empörung 1) Placitum Judneorum in lege Visigothorum L. XII. T. II. § 16 und bei d'AcuiRRE 1. c. 567. 2) Baptizati Judaei quocumque loco caetero tempore conversentur, festis tarnen prqecipuis novi testamenti serie consecratis, ac diebus Ulis, qui olim sanctione veteris legis sibimet censebantur esse solennes, in civitatibus publicisque conventibus cum summis dei sacerdtibus celebrare praecipimus. — Jiujus vero temerator edicti, prout aetas permiserit, aut flagris aut abstinentiae subjacebit {Conc. toi. IX. c. 27. d'ÄGciRR« 576). 3) Concil. toi. X. c. VII. und XII. Praef. 4. bei d'AcuiRRE 581 u. 682. 4) Das Factum, von der Theilnahme der Juden in Childerichs Aufstandsversuch bezeugt nicht blos Lucas Tudensis in seinem Chronicon p. 59, sondern wird auch von Wamba's Biographen, Julias von Toledo, vorausgesetzt. Denn er nennt Gallien das prostibulum blaspkemantium Judueorum (bei Fi.orez Espana sagrada T. VI. c. 58). Aus diesen Quellen hut das discorso sobre el estado de los judios seinen Bericht entlehnt. Ellos (los judios) fueron la causa y movimiento de las altercationes de la Gallia Narbonese en tiempo del rey Wamba, a quien costö mucha gente y dinero a quietar a Childerigo conde de Nimes etc.

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