Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1857
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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33 der seleucidischen Aera war ein Sabbatjahr (vergl. Clinton Fasti Hellenici III. 220). Bechnet man von diesem Jahre vierzehn Sabbatjahrcyclen 98 Jahre zurück, so kömmt man auf das seleucidische Jahr 177, in welchem demzufolge ebenfalls ein Sabbatjahr stattgefunden haben muss, und in der That findet sich dieser Schluss historisch bestätigt. Im seleucidischen Jahre 177 im Monat Schebat (Februar) wurde der hasmonäische Fürst und Hohepriester Simon von seinem Schwiegersohne Ptolemäos ermordet; unmittelbar darauf belagerte Simon's Sohn Jon. Hyrcan den Mörder seines Vaters in der Festung Dagon oder Dok, musste aber unverrichteter Sache abziehen, weil die Zeit der Belagerung in ein Sabbatjahr fiel: 2i}iG)V 6s i\v &(po8Bvcav xag noksig . . . exovg eßdofiov xal eß6o{i7jxo6xov xal exato6xov, sv (irjvl ivösxaxcp, ovtos 6 [irjv 2aßax — Kai vTtede£,axo avxov 6 xov 'Aßovßov eis to d^vocafcartov Jax {i8xä doXov .— xal aitkmuvav avrov. (I. Macc. 16, 14—16): 'Jitokaßäv ds xy\v itaxoiov ccqxlsqc)6~ vvrjv'jQKavög...hä tovIltolE^alovs£s6toazsv6E.--'Ekaonivyjgds ovtag slg%qovovxrjg%olioqxlag wiöxaxai to sxog Ijtstvo, o övfißaLvsL xoig 'Iovdalotg agyslv (Josephus Antiq. XIII. 8. 1. Vergl. de hell. jud. I. 2. 4.) 30) Es war also das seleucidische Jahr 177 dem vorchristlichen Jahre 135 ein Sabbatjahr. Zählt man von liier aber wiederum vier Sabbatjahrcyclen 28 Jahre zurück, so muss ein Sabbatjahr in das Jahr 149 Sei. 163 der vorchristlichen Zeit fallen. Allein merkwürdigerweise giebt das erste Maccabäerbuch und der ihm folgende Josephus an (Ant. XII. 9. 6), dass das Jahr 150 Sei. ein Sabbatjahr gewesen, indem die belagerten Juden in der Festung Bethzur wegen Mangel an Lebensmitteln in Folge des Brachjahres gezwungen waren, mit dem Feinde Antiochos Eupator und seinem Feldherrn und Vormunde Lysias Frieden zu schliessen, und auch die Belagerten in Jerusalem sich nicht halten konnten, weil der Mundvorrath in Folge des Sabbatjahres und der angehäuften Bevölkerung verzehrt waren. Dieses Datum 150 Sei. als ein Sabbatjahr hat den Chronologen viel zu schaffen gemacht, und sie suchten die Schwierigkeit dadurch zu überwinden, dass sie annehmen, das erste 30) Der Satz: ilzoftii/tjc — slg %qovov tjj? nohoQxiag ivißraxai to trog ix&ivo x. t. Z. hat den Forschern Schwierigkeit gemacht, weil er auszusagen scheint, als wenn das Sabbatjahr eingetreten sei, als die Belagerung sich in die Länge gezogen, d. h. erst im. Frühjahre naeh Simons Ermordung, und man hat Josephus den Irrthum vorgeworfen, als habe er geglaubt, der Beginn des Sabbatjahres falle in das Frühjahr. Andere meinen, Joskphüs habe angeben wollen, Hyrkan's Belagerung gegen Dok, hahe sich bis zum Herbste, dem Anfange des Jahres 178 Sei. hingezogen, und dann sei erst das Sabbatjahr eingetreten, also 178 Sei. ein Sabbatjahr. Letztere Auffassung ist sicherlich falsch, da Josephus selbst erzählt, (ibid. 2), der Krieg des Antiochos * Sidetes gegen Hyrcanos habe im ersten Jahre des Hyrcanos stattgefunden, also fiel auch die Belagerung gegen den Mörder Ptolemäos, welche diesem Kriege voranging, doch wohl ins erste Jahr; denn das Jahr 177 Sei. ist doch wohl als erstes Begierungsjahr Hyrcans gezählt worden, da der grössere Theil des Jahres (von Schebat bis Tischri) in die Begierungszeit Hyrcans fiel. Die Schwierigkeit liegt in dem Worte ivioTqfii, welches in den intransitiven Formen von der Zeit gebraucht, allerdings „instare, adveniret eintreten" bedeutet; allein es drückt auch aus „adesse, bereits eingetroffen sein." (Vergl. Stephanus thesaurus ad vocem). Der Sinn des Satzes könnte also sein: „So zog sich die Belagerung einige Zeit hin, und das Jahr war bereits da, an welchem die Juden Sabbatruhe hatten .... so war Ptolemäos vom Kriege befreit." .... (Der Satz xnrd <J* inrd bis tjuifjatg ist als Parenthese, nnd xai JIroltfxtäog als Fortsetzung des ersten Satzes zu denken). So ist auch die Parallelstelle de bello jud. I. 2. 4. zu verstehen, wo für iviarrjfik das Verbum iif iarrj^i, in demselben Sinne gebraucht ist. Indessen sei es, dass Josephus sich hier eine unlogische Constrnction und eine Stylnachlässigkeit hat zu Schulden kommen lassen, sei es, dass er den Irrthum begangen hat, das Sabbatjahr mit dem Frühjahre eintreten zu lassen, mag er endlich gar so unwissend gewesen sein, anzunehmen, am Sabbarjahre dürfte kein Krieg geführt werden (wie Einige diese Stelle auffassen), sicher ist es, dass Josephus das Jahr, in welchem Simon ermordet wurde, und Hyrcas den Mörder seines Vaters belagerte, das erste Regierungsjahr Hyrcans, 177 Sei., als ein Sabbatfahr angiebt. Die Aufeinanderfolge der Begebenheiten des Jahres 177 Sei. ist folgendermassen zu denken. Mit dem Tischri (October) begann das Sabbatjahr; im Schebat (Februar) wurde Simon ermordet; gleich darauf belagerte Hyrcan den Ptolemäos einige Zeit und zog wegen des Sabbatjahres unverrichteter Sache ab; darauf, noch immer in demselben Jahre, zog Antiochos gegen Hyrcan und belagerte Jerusalem während des Sommers, da das Belagerungsheer an Wassermangel litt: tjvve ftiv ed*j/ .... väaros dnooiug. 5