Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1857
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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22 immer um ein Vielfaches der Zahl Sieben von einander entfernt liegen. So z. B. beginnt nach Scaliger das erste Sabbatjahr, wie erwähnt, vom Herbste des Jahres 3269 der julianischen Periode, nach Petavhjs vom Herbste des Jahres 3234 der julianischen Periode, welche beiden Jahre um 35 5 mal 7 Jahre von einander entfernt sind. Franck giebt das Jahr 3283 der julianischen Periode dafür an, welches von Scaliger's Angabe um 14 2 mal 7 Jahren abweicht. Die Meinungen derjenigen Chronologen, welche nicht in dieser Art auszugleichen sind, werden schon von Petavids (de doct. tempp. cap. 26 und 27, de rat. tempp. pars II. Hb. II. cap. VII.) und Anderen zurückgewiesen.20) Ein tieferes Eingehen auf diese Differenz, um daraus ein sicheres Eesultat für die Epoche der Sabbatjahr- und Jobelaera zu erzielen, ist überflüssig und hat nur theoretischen Werth, da die Bestimmung eines Sabbat- oder Jobeljahres keineswegs von diesem Anfange abhängig ist, indem nach der Meinung des Talmud und der jüdischen Chronologen die Reihe der Sabbatjahrcyclen und Jobelperioden durch geschichtliche Katastrophen durchbrochen wurde, und also ein neuer Anfang angenommen werden muss. Diesen Anfang einer neuen Reihe suchen der Talmud und die ihm folgenden jüdischen Forscher zu fixiren. Auch wissenschaftlich ist man zu dieser Annahme eines neuen Anfangspunktes genöthigt, indem während des babylonischen Exils, als das Land Chanaan fremden Völkern gehörte, die Gesetze des Sabbat- und Jobeljahres ausser Kraft gesetzt waren. Dass aber diese Sabbatjahrcyclen und Jobelperioden ohne Anwendung auf reale Verhältnisse dennoch fortgezählt worden seien, müsste erst geschichtlich nachgewiesen werden, was eben unmöglich ist. Vergebens steifen sich die christlichen Chronologen gegen diese Wahrheit, und berufen sich — die Nichtcontinuität in Betreff der Feier dieser Jahre jedenfalls zugebend — auf eine angebliche Tradition, nach welcher den Juden dennoch stets die richtige Aufeinanderfolge der Sabbat- und Jobeljahre bekannt blieb. Das muss auch eine eigene Tradition sein, von welcher gerade das Gedächtniss der Traditionen, der Talmud, nichts weiss! Wir können daher diesen Chronologen, welche eine •fortlaufende zusammenhängende Sabbat- und Jobeljahrkette annehmen und sowohl die vorhistorische , als historische Zeit, nach der von ihnen aufgefundenen Epoche der Sabbat- und Jobeljahre, in gleicher Weise in Jobelperioden und Sabbathjahrcyclen anordnen, nicht folgen, sondern uns der talmudischen Ansicht anschliessen, dass nemlich eine Unterbrechung der Reihenfolge stattgefunden, und werden . uns bemühen, den festen Punkt zu gewinnen, von welchem aus die neue Reihe gezählt wird. 20)" Einige Chronologen lassen die Jubiläen-'schon mit Erschaffung der Welt beginnen und unterscheiden diese imaginäre (proleptische) Jobelaera von der gesetzlichen, welche mit dem ersten Saatjahre nach dem Einzüge in Chanaan zu beginnen hatte. Andere zählen die Sabbatjahre von Erschaffung der "Welt und machen auch hierbei denselben Unterschied. So bemerkt Robert Poxtancs (de Sabbaticorum annorum periodis cap. 2. pag. 13J „Et quamvis eadem in lege caveatur, annos Sabbaticos et Jubilaeos tum demum ab illo populo fuisse observandos quum ingressuri essent terram illam, quam Dominus Deus Ulis daturus erat, (quia ante illud tempus commode ab ipsis observari non poterant), ratio tarnen hujus sacratae observationis, per septenarios procedens numeros, in Lege Naiurae suum habet fundamentum, uno ipsiusDei, qui omnes leges antecessil, exemplum. Unde probe colligere licet, hanc lemporum per Sabbata supputandi rationem ad mundi ipsius originem suum habere respectum et continua serie, ab ipso primo Sabbato, inchoandam est, quaemadmodum die septimo Deus ipse ab opere creationis requievit, sie isti requietis anni (nempe Sabbattici et Jubilaei) ab illo procederent prineipio." Diese Weltjobelaera wird in manchen Kalendern mit dem unpassenden Namen „Weltschöpfungsjahre nach der Jobelaera der alten Juden" bezeichnet. Nach Fkanck's Theorie ist das Jahr 1 p. C. 4182 der Weltjobelaera (Siehe Frankel, Monatschrift Jahrgang 1855, S. 396).