Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1857-01-01 · 1857 · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1857
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2720904-2720913--0133-2721372
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

21 Aera, differirt aber von Abraham bar Chija um ein Jahr.16) Madionides Schemitta wejobel X. 2., giebt für das erste Sabbatjahr 2510 jud. und für das erste Jobeljahr 2553 jud. an. Aus Scaliger's Berechnungen geht 2317 jud.17) 2506 mundi 3269/70 der jul. Per. als erstes Sabbatjahr,18) 2359 jud.17) 2548 mundi 3311/12 der jul. Per. als erstes Jobeljahr hervor. Petavtds, der, um Scaliger zu widerlegen, eine Herleitung des ersten Sabbat- und Jobeljahres aus der Bibel nicht zugeben mag, da in der heiligen Schrift nicht immer auf volle Jahre Rücksicht genommen sei, greift doch zu demselben Mittel (de cloct. tempp. Iii?. IX. cap. 27) und bestimmt daraus: 2282 jud.17) 2504 mundi 3234/35 der jul. Per. als erstes Sabbatjahr, und 2324 jud.17) 2546 mundi 3276/77 der jul. Per. als erstes Jobeljahr. In derselben Weise und mehr speciell auf Josua XIV. 10. eingehend, leitet er (de rat. tempp. pars II. lib. II. cap. 1.) das erste Sabbatjahr ab.19) Nach Franck ist 3283 der jul. Per. erstes Sabbatjahr, 3325 der jul. Per. erstes Jobeljahr. Obgleich nach diesen drei auseinandergehenden Ansichten der Anfangspunkt der Sabbat- und Jobelaera um sieben oder vierzehn Jahre früher oder später liegt, so übt diese Differenz doch auf die Berechnung eines beliebigen Sabbatjahres keinen störenden Einfluss aus, eben weil sie einen oder zwei S'abbatjahrcyclen beträgt, nm* das Eintreffen eines Jobeljahres und die Anzahl der verflossenen Jobelperioden und Sabbatjahrcyclen wird davon berührt, wie wir weiter zeigen werden. Es herrscht auch zwischen den christlichen Chronologen eine zwar geringe, aber in der 4 Berechnung nicht gleichgültige Differenz bei der Bestimmung der Unterwerfungsjahre; doch wird diese durch den verschiedenen Gebrauch, den die Chronologen von der julianischen Periode und anderen Acren bei diesen Rechnungen machen, wieder berichtigt, da die Sabbatjahre dadurch dennoch 16) Folgendes zur Erläuterung der einjährigen Differenz in den Daten der "Weltjahre (anni vmncli judaici) bei den jüdischen Autoren. Die Schriftsteller, welche sich der anni mundi judaici bedienen, bringen drei verschiedene Epochen derselben in Anwendung. Einige setzen dafür das Schöpfungsjahr Adams an, Andere ein Jahr vorher und zählen die fünf vorhergehenden Schöpfungstagc proleptisch als ein Jahr, noch Andere ein Jahr später, weil sie das Schöpfungsjahr als Grenzpunkt Null betrachten. (Siehe R. Obadjah Commentar zu Madiootdes Kiddusch Hachodesch cap. VI. 8.) Diese drei verschiedenen Epochen werden durch drei verschiedene Formeln bezeichnet, hergenommen vom Eintreffen des Neumondes Tischri als Anfangspunkt eines Jahres (Molad Tischri). Der Eintritt des Schöpfungsjahres wird mit dem Neumonde des Tischri angesetzt und zwar am Freitag, am Schlüsse der vierzehnten Tagesstunde (der Tagesanfang von 6 Uhr Abends gerechnet), welches nach der jetzt üblichen Bezeichnung Freitag früh 8 Uhr ist. Die Formel dafür ist Wejad ("l"1!;1 sechster Tag in der Woche, "P 14 Stunden). Nimmt man ein Jahr früher an, so beginnt dasselbe am Montag 5204/ioso Stunden, d. h. Sonntag Abend 11 Uhr 11 Minuten 20 Sekunden. Die Formel dafür ist Bharad ("l""irD; 3 zweiter Tag in der "Woche, n 5 Stunden, m 204/ioso Stunde). Setzt man das Jahr nach der Schöpfung als Epoche an, so fällt dessen Anfang Dienstag 22s,6/ioso Stunden, d. h. Dienstag Nachmittag 4 Uhr 48 Minuten 40 Sekunden. Die Formel dafür ist Gekabtatu (lj?nn TD-;-.* dritter Tag in der "Woche, 23 22 Stunden, lynn 87ö/io8o Stunde), und in diesem Sinne heisst die erste Epoche Wejad, die zweite Bharad, die dritte Gekabtatu. Von diesen drei Weltschöpfungsepochen sind nur die zwei ersten allgemein berücksichtigt worden, die letztere hat nur wenige Anhänger. Die unter den Juden jetzt übliche Weltschöpfungsaera hat die Epoche Bharad. Malmoxides rechnet hier die Weltjahre nach der Epoche Bharad, und Abraham bar chija nach Wejad, deshalb giebt letzterer ein Jahr weniger an. ") Vergl. Note 41. 18) Irrthümlich giebt Scaliger, de isag. can., lib. II. pag. 119 an: ad primum annum ieXtjoov)(iag 3262 anni Per.-JuL 273 dies. Es muss heissen 3261a., 273 d., denn sonst würde das erste Sabbatjahr ins Jahr 3270/71 Per. Jul., und nicht wie Scaliger angiebt 2369/70 Per. Jul. fallen. 1!)) Auffallend ist, dass Petayius (de doct. tempp. lib. IX. cap. 27) angiebt: Jubilaeus iniit ab autumno anni mundi 2546, Per. Jul. 3276 und (de rat. tempp. pars II. lib. II. cap. 1) dem widerspricht und irrthümlich aufstellt: Primus jubilaeus est Sabbathicus septimus cujus initium cadit in autunmum anni Per. Jul. 32S3, mundi 2553. Es herrscht also zwischen diesen beiden Angaben eine Differenz von sieben Jahren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.