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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1856-01-01 · 1856 · page 34

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1856
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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xxxir verb. XXX, 10; und zuletzt wird noch der Herr selbst aufgefordert, die gute Gesinnung eines Sclaven durch ehrendes Vertrauen zu belohnen und zu kräftigen (V. 227)'). — Nachdem nun so das Familienleben in seinen wichtigsten Entwickelungen überblickt ist, schliesst das ganze Gedicht2) mit zwei epilogischen Versen, welche für den Verstehenden verständlich genug den leitenden Grundgedanken andeuten, wie er in die oben (S. XXI) aufgestellten Prinzipien sich auseinanderlegt und durch die nun zu Ende geführte Prüfung des Einzelnen so augenscheinlich ist bewährt worden. Diese Schlussverse (V. 229, 230) sagen nämlich: 'Das sind die Weihen der Gerechtigkeit (xavta dixaioGvvrjg (ivGzrjQiaJ; lebet Ihr solches, dann möget Ihr ein gutes Dasein vollbringen bis an die Schwelle des Alters3 3). Hier kann nun unmöglich 'Gerechtigkeit (8ixaiottvvtf? in jenem gesteigerten Sinne der 'Rechtfertigung3 gemeint sein, in welchem sie als Tochter oder Schwester des Glaubens, als Keim oder Frucht der Gnade die neutestamentliche Welt durchdringt und spaltet. Denn unser Verfasser hat im ganzen Verlauf seines Gedichts eine völlige Unbekanntschaft mit dem neuen Testament gezeigt, und würde auch gerade in diesem Epilog eine arge, bei einmal vorhandener Bekanntschaft nicht leicht denkbare, Verkennung des neutestainentlichen Wesens an den Tag legen, wenn er sich anmaasste, seine Reihe von Vorschriften, in der doch weder der 'Glaube3 noch die cGnade3 einen Platz gefunden hat, für 'Rechtfertigung3 oder gar für'Mysterien der Rechtfertigung3 auszugeben; und ganz unerklärlich wäre es dann, dass er den in so gesteigertem Sinn'Gerechtfertigten3 nicht einen jenseitigen und höhern Lohn verheisst als *) Die Vulgata lautet: Xafißavs v.a\ ßovXrp naget olxkov ev cpQOvsovzog, und Bergk hat auf Grund einer Variante nag' den Hiatus so wegschaffen wollen: Kai ßovXsv pa nag'' olv&tov. Versteht man sich aber einmal zu einem Tausch zwischen ßovXrjv und ßovtevpa, so ist es keine viel grössere Kühnheit, einen solchen Tausch auch zwischen ohkov und dovXov zu vermuthen. Man kann dann dem Verse einen etwas epischeren Klang geben: Xu(ißavE zal ßovXrp naqu öovXov ivcpQOviovzog und in dem Uebersehen der Diärese den Anlass erkennen, weshalb unwissende Abschreiber zur. Ausfüllung der Füssezahl das silbenreichere ofokzov selbst auf Gefahr des Hiatus unterschoben. 3) V. 228 ayvsiri ^v%r\g aa^azog etat ■nad'aQUoi, der jetzt zusammenhanglos am Schluss unmittelbar vor dem Epilog steht, stand wohl ursprünglich am Rande von der Hand eines Lesers, welcher mit diesem seinen Lieblingsspruch leeren Kaum ausfüllte, und ward dann, eben weil er sich in der Nähe nirgends einfügen wollte, an das Ende gesetzt. Dass er zu V. 149 gehört habe und von dort hieher versprengt sei, ist nicht unmöglich, aber der grossen Entfernung wegen doch gar nicht wahrscheinlich. 3) Diesen Schlussversen nachgestümpert sind zwei Zeilen, welche Bergk als den vom Verfasser herrührenden Anfang des Gedichts hat drucken lassen und als V. 1 und 2 zählt. Sie stottern folgendermassen: zavza ötjtrjg oßirjGc &eov ßovXEvpaza tpaivEi <&coxvXi8r}g avS^äv 6 aocpcozazog oXßia 8c5qu. Um nur die Möglichkeit einer äusserlich grammatischen Verbindung anzubahnen, muss ömitjs als Dativ SiHrjg gelesen werden, wodurch aber die stilistische Incongruenz der ganzen Wendung keineswegs beseitigt ist. Und dass der pseudonyme Phokylides sich selbst 'den Weisesten der Männer' nennen sollte, ist so über die Maassen läppisch, dass es auch bei der krassesten mittelalterlichen Fälschung nur dann glaublich erscheinen könnte, wenn jeder Weg zu einer andern Auffassung abgeschnitten wäre. Hier aber ist durchaus keinerlei Grund vorhanden, dem Verfasser selbst ein so thörichtes Vorhalten zugleich und eigenhändiges Abreissen seiner Maske zuzuschreiben. Denn der Umstand, welcher Bergk zu seinem Vorfahren verleitet hat, nämlich das Fehlen des Trennungsstriches oder Spatiums in einigen Handschriften, kann doch wahrlich nichts beweisen gegen die deutlichen innern Anzeichen, welche diese Zeilen zu einem anpreisenden 'Epigramm3 byzantinischer Abschreiber stempeln dergleichen in .unzähligen Beispielen jeder Kundige kennt. Als solche Sxi%oi elg xbv $ooxvXidr)v sind die Zeilen auch gedruckt in den Baseler Scriptores Grnomici (1521) und in dem Amerbachsehen Abdruck, zusammen mit folgenden 'Jamben', die hier wiederholt werden mögen, ihrer jetzigen Seltenheit wegen, und weil sie zeigen, weshalb in byzantinischen Zeiten das phokylideische Gedicht Anklang fand: 'O ^amvXidrjg svtcqeict} tffiag ßiov 'Slg %Qiszop.vGzi\g} ebg dnoazoXog peyag, 'Slg axQÖazrjg räv &eov &£G7U0[iaz(DV Kai [ivGzaycoyog zäv aQiGzav TtQUwcsav EvuyyEXmcög zavza XaXsl %al yoaqpei Ev%qt\Gza Tvy%avovta zoZg h> zä ßico.

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