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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1856-01-01 · 1856 · page 30

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1856
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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XXVIII irrenden und schweifenden Manne rücke aber" nie sein Unglück vor3, nehmen sich also recht seltsam aus in ihrer durch die Partikel dä so hervorgehobenen Verknüpfung mit der unmittelbar vorhergehenden, das Lastthier betreffenden, Vorschrift. Noch ungeschickter aber stellt sich ihr Verhältniss zu dem folgenden Vers 142 cBesser ist es, statt des Feindes einen wohlwollenden Freund sich zu schaffen-. Denn es ist doch wahrlich eine sehr lieblose, mit der sonstigen Milde dieser Vorschriften keineswegs verträgliche Voraussetzung, in dem ""umherirrenden Mann1 nun gleich einen Feind zu vermuthen. Dagegen schliesst sich dieser Rath des Verses 142, den Feind durch Zuvorkommenheit in einen Freund zu verwandeln, passend an die Vorschrift des V. 140, des Feindes Lastthier aufzurichten, und es ist von vornherein wahrscheinlich, dass nun gleichfalls der mittlere Vers 141 eine ähnliche Dienstleistung empfehle. Deutlich führt auch darauf die, freilich zum Theil ganz sinnlos zerrüttete, Lesart der bessern Handschriften: 7vXcc£6[asv6v ts ßqoxbv xal akixqonov ovtüot3 aXv&ig, wenn man sie mit Deuteronomium XXII, 1;—3 zusammenhält. Dort wird geboten, Schaaf oder Rind, das sich von der Heerde verlaufen (nXavwfieva iv rjj oöaij, dem Besitzer wieder zuzuführen; wenn derselbe nicht gleich zu erreichen oder zu ermitteln ist, das Thier inzwischen ibm aufzubewahren; cnimmer — heisst es schliesslich streng befehlend — darfst du dich dem entziehen* (ov dvvijafj vneQiSsTv) — eine Schärfe des Ausdrucks, die bei diesem Gebot um so zweckmässiger ist, je leichter der Unlustige sich stellen kann, als bemerke er das verirrte Thier gar nicht. Dieselbe nachdrückliche Warnung zeigt sich nun in den Schlussworten des phokylideischen Verses oimot3 ccXv^sic; das sicher stehende Anfangswort 7rXa£6f.isvov weist ebenfalls auf das dort im Deuteronomium erwähnte Umherirren (nXavwiisva); ohne Weiteres springt es dann in die Augen, dass das zweite Wort des Verses ßgozov durch Streichung Eines Buchstaben in ßorov d. h. der 'Sterbliche* in das cWeidevieh' zu verwandeln ist; und sonach darf man wohl, ohne desshalb für eine Verbesserung der mittlem, den Sinn des Ganzen kaum noch wesentlich bedingenden Worte1) einstehen zu wollen, doch mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass der Phokylides hier nicht vom/umherirrenden Manne3, sondern nach Anleitung des Deüteronomiums von Verlaufenen Schaafen3 gesprochen habe. — Kein so verwickelter kritischer Prozess ist erforderlich, um den Sinn und die mosaische Quelle der nächsten vier Verse (145, 139* 147, 148) aufzufinden. Der erste (145) empfiehlt, allgemein einleitend, sich des Genusses alles Geschändeten und Besudelten zu enthalten (vwv ÄcoßijTcov aTttysad-ai); und diese Vorschrift wird sodann angewandt erstlich auf das Fleisch gefallenen Viehes (V. 139 xTqvovg &vrjtoTo); man solle csolche Speise sich nicht auf dem Markte zuwiegen lassen32). Und zweitens (V. 147, 148) solle man das Fleisch cdes von Raubthieren angefressenen Viehes ^ijQoßogov xgäagj nicht verschmausen, sondern es den schnellfüssigen Hunden preisgeben3. Beide Bestimmungen sind in fast unverändertem Wortlaut entnommen aus Deuteronomium XIV, 21 nav &vi]<ri[Jiaiov ov (pdysa&s und Exodus XXH, 31 xqsag ■d-qQidXcovov ovx sdscf&e' t(p xvvl dnoQQiijjaxs avxo, wie *) Bis auf Besseres mag folgender Einfall erwähnt werden: Ttka^öybwov zs ßozov aaz' azagitizdr ovnoz' aXv^sig, wo dann nXa^ppepov netz axaquixöv nur in poetischem Ausdruck dasselbe sagt, was der Zusatz TtXavmpsvu iv zfj oöm bei den Septuaginta fürdas einfache hebräische OTTU bedeuten soll. Denn das Thier giebt sich dann deutlich als ein verirrtes zu erkennen, wenn es ohne Aufsicht auf dem 'Fusswege', umherläuft. 2) Statt Yjuxa fiszQov lese ich naza. Utqccv. ' ,

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