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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1856-01-01 · 1856 · page 18

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1856
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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f-~ - -.- ' - . :-^r '~ ' _ i - ' i XVI Schutzmitteln der Thiere und der menschlichen Geistesbegabung, wohldurchgeführt, weil von allen höheren Zwecken der Vernunft geschwiegen und nur ihre das irdische Leben der Menschen schützende und lenkende Kraft hervorgehoben wird. Eben aber diesen Punct der Vergleichung verrückt auf das Ungeschickteste der fragliche christliche Vers. Er zwängt sich ein gerade in die Gedankenfuge, wo von dem Satz aus, welcher die Vernunft als Teste Burg der Menschen* hinstellt (V. 128 Xoyov <P_ $qv(£ av&Qmnoiaiv), der Schluss gemacht wird (V. 130), dass Klugheit der Leibesstärke überlegen sei; und diese Fuge sprengt er auseinander, indem er, gar abstechend von dem anmuthig dichterischen Klang der umgebenden Verse, im schrillen Ton der Symbolschriften sagt: cDer Logos der inspirirten l) Weisheit ist der beste (V. 129)\ Mag das an seinem Ort noch so richtig sein, was soll es aber hier bedeuten? Hier sollen ja nicht die verschiedenen Arten von Logos gegen einander gewogen, sondern die menschliehe Vernunft soll als geistige Waffe des an Körperkraft hinter vielen Thieren zurückbleibenden Menschen gleichgestellt werden den Vertheidigungsmitteln auch der allerstärksten Thiere. Und ferner, wie reimt sich * diese apodiktische Verherrlichung c des Logos der inspirirten Weisheit* zu dem Schlussvers (131), welcher, alles Frühere zusammenfassend, nur von der Klugheit (aotpin) redet, die der Bauer auf dem Felde, der Bürger auf dem Markt und der Matrose auf dem Schiffe besitzt. Mit diesen Alltagsdingen hat doch wohl die c Inspiration* nichts zu schallen. Welcher Unberufene hat sie also hier am unrechten Orte eingeschwärzt? . Die Antwort ist leicht gefunden.2) Ein byzantinischer Leser hat es gethan, welcher Anstoss nahm eben an jener weltlichen Bedeutung von loyoc, die der Verfasser unseres Gedichts für seine Parallele festhalten musste. Der Sohn der orthodoxen Kirche aber, der über den 'dreimal heiligen Logos* so viel lehren und streiten hörte, wollte ihn nicht zum Gebrauch der Bauern und Matrosen entweiht sehen; ohne Rücksicht,auf den Zusammenhang schrieb er seine dogmatische Verwahrung an den Rand, welche dann durch hergebrachte Abschreibersünde in den Text gelangte, und sich bis auf den heutigen Tag in allen gedruckten Ausgaben behauptet hat. Aber zu noch gar manchen christlichen Interpolationen hat sich im Lauf der Zeit der eine oder der andere fromme Leser unseres Gedichts veranlasst gesehen, die, obgleich sie nicht wie jener Logosvers überall ungehinderte Aufnahme fanden, doch hier besprochen zu werden verdienen, weil das Geschlecht der Brunck, das sich durch dergleichen täuschen lässt, ja noch nichtausgestorben ist, weil sie ferner sich zum Theil auf die interessantesten dogmatischen Schlagwörter beziehen, und weil sie endlich zu sicherer Verbesserung einiger bisher schlimm verderbter Verse Gelegenheit geben. . _ Gleich in einem der ersten Abschnitte, nachdem der Verfasser richterliche Gerechtigkeit in verschiedenen Geboten eingeschärft, schliesslich ermahnt hat, ckein falsches Zeugniss gelten zu lassen, sondern das Gerechte zu erkennen (V. 12)*, und wo er zu den Pflichten der Gerechtigkeit in ') Kein Kundiger wird leugnen, dass das uiiklassische 'Compositum fteonvevezog eben solche Dissonanz im Griechischen verursacht wie die gewählte Uebersetzung im Deutschen. 2) Herr Ver Porten hätte sie folgendermassen hervorgesraimnelt: lila certe correctio ßententiae, quam {egimus, löycp rationi, ~V. 121 commemoralo, opponilur 6 z7g %eotcvsvgxov aocpiag 7.6yog, alii nisi Christiano trihui mx polest. Neqüe turnen propterea totmn carmen homini Christiano ascribendum videtur.

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