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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1856-01-01 · 1856 · page 7

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1856
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720915--0061-2721299
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V ihm .hurtig auf1; oder wie die nicht ganz getreue Uehersetzung der Septuaginta lautet: iuv 8k idflg 'cb vnotyyiov rov £%d-QOv ffov Ttsmoaxog vno zbv yc/ioi' avxov, ov naqsXtvari ccvzb aXXct cvva- QeZg avxb fiez3 ccvzov, wo die Varianten der alexandrinischen Handschrift iysqalg und avvsysQstg des Cyrillus (de ador. VIII p. 269 B. ed. Aub.) mit dem Schlusswort des phokylideischen Verses (avvsysiqs) übereinkommen. Wenigstens in diesem Falle erscheint also die 'Feindesliebe' als echt mosaisch, und der Phokylides, welcher sie lehrt, braucht sie nicht ausserhalb des alten Testaments gelernt zu haben. Die Berichtigung dieses Scaligerschen Versehens durfte gleich hier im Eingang unternommen werden, weil sie nur zu neuer Bestätigung seiner für uns wesentlichsten Entdeckung gefuhrt hat, dass der Phokylides oft Aussprüche des alten Testaments fast wörtlich wiedergebe. Eine Beobachtung solcher Art, deren maassgebender Einfluss auch auf die einfachste Wortkritik von vorn herein klar ist, hätte — sollte man meinen — in den neueren Gesammtausgaben der griechischen Gnoihiker und Lyriker, aus welchen der von Alters her dort eingebürgerte Phokylides nicht zu verdrängen war, doch wohl müssen festgehalten und ausgebildet werden. Aber-nicht einmal was Scaliger schon im Einzelnen thierfür geleistet hatte, ist benutzt worden, weder von Brunck, der mit seinen sporadischen Varianten und seinem dilettantischen Herausputzen von Aeusserlichkeiten sich um den Phokylides nur ein sehr geringes Verdienst erworben hat, noch auch von Bergk, dem der gebührende Dank für Herbeisehaffung eines reichen handschriftlichen Materials nicht entstehen kann , der jedoch zu einer abschliessenden Textesbearbeitung durch besondere Vorliebe, wie es scheint, sich nicht aufgefordert fühlte, und durch den Plan seiner Sammlung nicht gerade gezwungen war. Es wird daher im Folgenden die Verbesserung des Textes oft hineingreifen müssen in die Erörterung der Fragen höherer Kritik nach dem Verhältniss des Verfassers zu der Bibel und der klassischen Litteratur der Griechen, nach der Absicht, welche er mit diesem Gedicht verfolgt, und nach der Zeit, in welcher er es geschrieben hat. I. Je deutlicher sich bei noch so flüchtiger Bekanntschaft mit dem phokylideischen Gedicht dessen Abhängigkeit von dem alten Testament durchgehends kundgiebt, um desto grösseres Befremden müssen einzelne Redewendungen erregen, welche gerade gegen den allerobersten biblischen Glaubenspunct, gegen die Lehre von der Einheit Gottes, Verstössen, indem sie von 0Göttern1 in heidnischer Mehrzahl sprechen. Freilich bilden dergleichen Stellen eine sehr unbeträchtliche Minderheit gegen die weit überwiegende Anzahl solcher, in denen entweder ausdrücklich von'Einem Gott1 geredet, oder der Glauben an denselben stillschweigend vorausgesetzt, oder auch das Dasein einzelner heidnischer Götter, z. B. des Eros, geradezu geleugnet wird.1) Aber eben weil sie so schreiend gegen die Färbung alles Uebrigen abstechen, wird durch Besprechung dieser polytheistischen Abnormitäten am sichersten die Normalstellung des Verfassers zwischen *) V. 8 &sov tipu; 11 es &sog (iszsitsixu dmuaasi; 17 &s6g apßQOTOg; 29 av zoi eSaxs Q-eog; 54 sfg &sog (Gott allein) fazi ootpog; 106 &eov XQ^GlSi 112 ipvxö>v & &sog ßaßitevsi; 193 ov yäq "Eq(o$ faog ißti.

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