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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 7

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 7 (sequence 51)
Language
German
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„weit dies zur Erwerbung und Veräusserung von Grundstücken und Kapitalien erförderlich ist, „verliehen worden.**) Aus dem Entwicklungsgänge der Organisationsarbeiten, der hier nur in den allgemeinsten Zügen gezeichnet werden konnte, ist wohl ersichtlich, wie die Erfüllung unseres Wunsches, die Anstalt noch im Laufe des Jahres 1853 zu eröffnen, schon aus inneren Gründen unmöglich wurde. In dieser Beziehung ist aber noch Folgendes anzuführen. Auf eine Anfrage des Kuratoriums vom 28. Februar, ob von Seiten der Königlichen Regierung der Berufung des Dr. Frankel an die Spitze des zu gründenden Seminars etwas im Wege stehe? wurde laut Hohen Erlasses vom 23. April v. J. „die Herbeiführung seiner Naturalisation im gesetzmässigen Wege" als selbstredende Bedingung für die Uebernahme des Direktorats vorgezeichnet. Als im Verfolg dieser Angelegenheit vor Aushändigung der Naturalisation an Herrn Dr. Frankel die Entlassungs-Urkunde aus dem sächsischen Unterthanenverbande von ihm gefordert ward, erklärte derselbe sich ausser Stande diesem Verlangen zu genügen, da er das Direktorat an dem jüdisch-theologischen Seminar vorerst nur provisorisch übernommen, seine Stellung als sächsischer Oberrabbiner also noch beibehalten halte. Hatte nun die Königliche Regierung in wohlwollender Berücksichtigung eines desfallsig von Herrn Dr. Frankel eingereichten und vom Kuratorium unterstützten Gesuches die Geneigtheit zu erkennen gegeben, bei dem Hohen Ministerium zu befürworten: dass dem Dr. Frankel als Ausländer provisorisch auf einige Monate die Leitung der Anstalt gestattet werde — so musste doch die Lehrfähigkeit des Direktors nach preussischen Gesetzen festgestellt sein, ehe die Hohe Bewilligung einer solchen Ausnahmestellung gehofft werden konnte. Nachdem aber vermöge des angeführten Hohen Reskripts vom 31. Januar d. J. unserer Meinung nach dasjenige Stadium eingetreten war, welches die dauernde Betheiligung des Herrn Dr. Frankel an dem Seminar zur Befestigung erforderte; nachdem bereits das sonst Nöthige geschehen war, um die Anstalt in jeder Beziehung würdig auszurüsten und ihr die unsererseits möglichen Bürgschaften für ihr zukünftiges Gedeihen zu erwirken; so bot das Kuratorium dem Herrn Oberrabbiner nunmehr abermals dringend und unter Ausführung der Sachlage die feste, rückhaltlose Annahme des Direktorats auf Lebenszeit an; diese wurde demgemäss in einem von der Hingebung des Erwählten.an das grosse Werk aufs Neue Zeugniss ablegenden Schreiben zugesichert und bald darauf urkundlich festgestellt. Dieser Gewinn liess uns einen abermaligen nothwendig damit verbundenen Aufschub des Termins für die Eröffnung der Anstalt verschmerzen. Die Eröffnung war nämlich — ursprünglich noch für das vorige Jahr in Aussicht genommen — später auf den 1. Mai dieses Jahres festgesetzt worden. Früher war auch die Vollendung des innern Umbaues, aller Röthigen Reparaturen und dem Zwecke überall ent sprechenden Einrichtungen in dem für das Seminar angekauften Hause unmöglich herzustellen. Nach vielen vergeblichen Bemühungen zu diesem Zwecke hatte nämlich das Kuratorium die Freude, ein Haus zu finden und am 13. April vorigen Jahres zu erwerben, welches dem Seminar vermöge seiner Grösse ebensowohl die Möglichkeit einer, dem allmäligen Wachsthum an Schülern stets entsprechenden räumlichen Ausbreitung zu garantiren vermochte, als es durch seine gesunde und äusserst anmuthige Lage sehr viel, zu jener Freudigkeit beim Lehren und Lernen beizutragen versprach, welche den Ernst der Studien nicht beeinträchtigt, während sie Geist und Herz erfrischt. — Dieses mit einem schönen Garten versehene, nach einer Seite an dem gesundesten Theil der Promenade gelegene Haus, Wallstrasse No. 1 b, in welchem nunmehr zunächst der Direktor und die etatsmässigen Lehrer standesgemäße Amtswohnungen bezogen haben, fanden wir beim Ankauf in allen Räumen besetzt, konnten vor dem 1. Oktober vorigen Jahres mit dem Umbau nicht beginnen, und vor dem 1. Mai dieses Jahres nicht fertig werden. Nach der Erklärung des Herrn Dr. Frankel > welche durch eine erschöpfende Darlegung des Sachverhällnisses motivirt war und dahin ging: dass er aus seiner Stellung als Oberrabbiner zu Dresden, zu *) Die Statuten werden besonders gedruckt werden

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