Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 43)
- Language
- German
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Auch die Gebote können;mitunter nur allegorisch genommen werden.: Deuterönv 17^ 12-,,der König soll sich; nicht viele Pferde anschaffen."fAber seine Macht' ist .i doch /"gerade in der Keilerei gelegen und diese! oft noch nützlicher als Füssvolk? Also nicht im; eigentlichenSinne, sondern»ffüty Deuteron. 20, 5 —8 kannnicht wörtlich genommen werden. Wiediese: sollen zurückgehen, und Andere für sie kämpfen? Ist nicht gerade von ihnen, die Frau i Haus und Weinberg besitzen,: die grösste Tapferkeit in deren Vertheidigung zu erwarten u. dgl. m. 2). — Selbst das Gesetz der; Mildthätigkeit Exöd. 22, 25. 26 („wenn du pfändest dasKleid:deinesNächsten/ sollst Da esf ihm bis Sonnenuntergang zurückgeben. Denn dieses ist sein einziges Gewand u: sJ w., wird er zn mir schreien, so werde ich ihn erhören, denn ich bin barmherzig11); soll nur allegorisch aufgefassf werden können; „Die da meinen, dass der Gesetzgeber mit so: vieler Sorgfalt ruber das. Gewand I handle, wollen sie : nicht ' bedenken , ob wohl der Schöpfer ( aller Dinge sich wegen solcher, Kleinigkeit barmherzig nennen werde? Und was thun die Gläubiger Unrechtes daran, wenn sie das Pfand halten, bis sie ihre Sache zürückempfangen u. s. w^ 3).-— Zuweilen: wird auch eine allego*risc he Ursäche desi Gesetzes augegeben, weil sonst nicht abzusehen; wäre, warum (Meses Gesetz vorgeschrieheir sei. Das iKameel darf i nicht 'gegessen •. werden; weil es wiederkäuet, aher nichti gespaltene Klane» \ hat (Le^-iti 11 s 4).; Was dieses*inach dem; wörtlichen Sinn 'bedeute, istnicht abzusehen-, iles ist daher bildlich zu nehmen. vJDas Wiederkäuen ist ein Bild des Gedächtnisses; mancher Jünger deri-Wissen- SGhäft ruft sich zwar seine! Wahrnehmungen zurückj aber er scheidet nicht' dasi Gute; vom Schlechten. Darum .wird zur :Vollkommeriheit die getheilte Klaue verlangte dass man scheide; theile^ : Aber das Scheiden allein nützt ebenfalls-nichts:;Der Scharfsinn erzeugt Sophisten und hat für sich allein keinen Werth. Darum dürfeu nur jene Thicre gegessen werden, die gespaltene Klauen haben und wiederkäuen.^); : iEs werden auch häufig Gesetze, ohne dass ein zwingendes:Motiv zu der allegorischen Auffassung hervorgehoben:wird, bildlich genommen5). Die Gesetze erscheinen dem Buchstaben nach als Körper, so dass »Manche nurden Geist die verborgene Allegorie beachtend, die Ausführung vernachlässigten?) dieses; wird: iaber getadelt, da man auch rfüc einen guten Ruf Sorge tragen (nach defc Gemeinde, in l der 5 man lebt, sich richten)'' müsse1). Dieses nun. die Resultate der alcxandr. äSchriftforschuii^. Woh Die Schrift war: ihr in Nebel zerflossen: der historischei Boden, untergraben, die biblischen Personen Bilder\ das Gesetz hatte sein findendes verloren: nur äussere; Rücksichten «vermochten, zur Ausführung zu, bewegen. Und nichts -^ein Gemüthe, -nichts der Befriedigung des inneren Bedürfnisses geboten : selbst^ mauche dem Herzen so wphllbuende, der höchsten ,Natur.der Liebe es,näher rückenden Gesetze der Milde sollen Menschen gelehrt werden, dass er nicht eher nrtheile, als bis er sich selbst überzeugt habe. De Confus. ling.; vergl. hiermit Bcrcsch rabb. Cap. 38. Auch ein Maschal vergl. de Plantat. p. 232. 233. J) De Agricult. p. 199. 2) Ibid. p. 208. 3.) De Prof. p. 579. ••' 4) De Agricult. p. 57; vergl. auch de Special. Leg. p. 587. 5) Vergl. Alleg. 3. p. 96. Quod Detcr. p. 158. De Gigant, p. 288. Mutat. nom. 107 und sonst. 6) De Migrat. Abrah. p. 402. 7) Ibid. 6