Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 42)
- Language
- German
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40 gorisch *). — Exod. 2, 29 der König von Egypten starb und die Kinder Israels seufzten von der Arbeit: da sollten sie sich doch eher gefreuet haben2). — Der Ewige Gott pflanzte einen Garten in Eden and setzte dorthin den Menschen, den er erschaffen (Genes. 2, 8). Zu wessen Nutzen? Gott selbst bedarf nicht der Früchte u. s. w., und der Mensch wurde doch hierauf aus ihm vertrieben? 3) — Woher hatte Kain eine Frau und wie konnte der einzelne Kain eine Stadt bauen? Dieses Alles kann sich nur auf Seelenkräfte beziehen4). — Deuteron. 33, 10: „Frage deinen Vater und er wird dir sagen u. s. w. als der Höchste den Völkern ihr Erbtheil zuwies u. s. w." Aber wird denn raein Vater Etwas wissen, wird er mir nicht antworten, ich habe auch meinen Vater gefragt und er wusste nicht Auskunft? „Vater" ist also hier das Eigentliche der Seele (die Vernunft) ff. 5). — Exod. 32, 27 befiehlt „Moses den Leviten: Gürtet das Schwert und bringet um Einer den Bruder, den Freund und den Verwandten." Aber sie wären doch nach dem gemeinen Rechte Verbrecher! Allein der Sinn ist nicht, dass sie Menschen, sondern das Menschliche, das Fleischliche in sich, tödten sollen 6/. Auch Widersprüche zeigen, dass manche Stelle allegorisch aufgefasst werden müsse. Beim Manna heisst es an einer Stelle (Exod. 16, 31) „sein Geschmack war wie Kuchen in Honig" und an einer anderen Stelle (Numer. 11, 8) „wie in Oel." Allein das Manna ist der Logos. Der eine Kuchen, das Süsse der Betrachtung der Wissenschaften, der andere das Licht, das hierdurch in uns sich entzündet 7). — Es heisst „Gott ist nicht wie ein Mensch" (Numer. 23, 19) und anderswo (Deuteron. 8, 5) „wie ein Mensch seinen Sohn straft, so dich der Ewige dein Gott." Allein Letzteres ist zur Belehrung des gewöhnlichen Menschen; nicht so ist es auch zu verstehen, wenn Moses Gott körperliche Theile, wie Hand, Fuss u. dgl., oder menschliche Leidenschaften wie Zorn, Eifer u. a. beilegt8). — Genes. 2, 8 heisst es „der Ewige pflanzte ff.," und Deuteron. 16, 21 „du sollst nicht pflanzen einen Hain, jeden Baum bei dem Altare ff." Der Mensch soll doch aber Gott nachahmen? Allein jenes Pflanzen ist allegorisch, beziehet sich auf die Tugenden 9). *) Quod Deterius p. 157. Philo spricht bei dieser Gelegenheit seine Seele an: „Wenn du o Seele! genau die göttlichen Sprüche und Gesetze durchforschest, so wirst du dich nicht in die Notwendigkeit versetzt sehen, etwas Armseliges oder ihrer Erhabenheit Unwürdiges anzunehmen". 2) Ibid. p. 172. 3) De Plantat. p. 219. 4) De Posterit. p. 232. 234. 5) Ibid. p. 241. 6) De Ebriet. p. 249. 7) Quod Deter. 176. Eine weitläufige Allegorie über die Erzählung vom Manna, Exod. 16, 16 ff.; vergl. die grosse Allegorie Alleg. 3 p. 90—93. 8) Quod Deus Immutab. Dieses ist eine nüchterne Erklärung und gehört eigentlich nicht in die Allegorie, (doch meint Ph. de Posterit. p. 226 die Stelle „il-ijtös Kcctv and -n^oatanov rov &tov" nur allegorisch erklären zu müssen; vergl. auch Quod Deter. p. 184). Sie wurde nur liier angeführt wegen des nach Alexandr. Ansicht in diesen zwei Vv. herschenden Widerspruches. Vernünftig ist auch die Erklärung des Widerspruches zwischen Levit. 7, 14: „die Seele alles Fleisches ist das Blut" und Genes. 2, 7: „der Ewige blies in seine Nase einen lebendigen Hauch ff." Allein dort ist das animalische, hier das seelische Leben gemeint. Quod Deter. p. 170. 9) Allegor. 1. p. 48. 49. — Veranlassung zur Allegorie fand sich auch in der bei den Alexandr. beliebteren Schematisirnng und Classificirung. So Alleg. 3. p. 1097: dreierlei Art der Nacktheit der Seele. Und es werden unter jeder Art der Nacktheit mehrere Personen (Seelenzustände) gebracht. — Ibid. p. 1099 dreierlei Art der Scham. — De Plantat. p. 214—234 Pflanzer und Pflanzungen. Der erste Pflanzer: Gott; seine Pflanzungen: die Welt, der Mensch, der ein ßq«xv$ zoctxösist. Ein anderer Pflanzer Abraham, die Pflanzung vergl. Genes. 21. Noch eine Pflanzung: Levit. 19. 23. — Zuweilen bricht durch die Allegorie das Element und die Weise der paläst. Hagada durch. De Opif. Mundi p. 92 ff. Der Mensch aus der reinsten Erde. Umgang mit Engeln u. a.; vergl. Beresch rabb. Cap. 9; de Conf. ling. ein buchstäblicher Midrasch: Gott steigt herab ff. (Genes. 11, 5), hierdurch soll den