Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 41)
- Language
- German
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'AßQrcu und AßQccäu einnimmt (die Schrift selbst weiset keineswegs darauf hin) aus der Etymologie hervorgegangen. "Aßqa/x bedeutet mer^q /u(tsu)qos der erhabene Vater; *ApQ(«ii* ist mm?? txXtxroe nyoZs der auserwählte Vater des Schalles, der Stimme. Ußqu/t beschäftigte sich mit der Betrachtung der in der physischen Welt erhabenen Gegenstände, als der Grösse der Sonne und ihrer Laufbahn, der Beleuchtung des Mondes, der Sterne u. s. w.; 'AßQeucfi erhob sich zur Weisheit, zur Erkennlniss des Schöpfers, erkannte und bekannte Gottl). Hierauf leitete die Etymologie. "AßQ€tp, ist oi as; •AßQtmi* 2K. Philo, der nicht das hebr. Original, nach welchem ein n zu ara» zugesetzt und dieses in orrox verwandelt wurde, befragte, sondern sich allein an die griechische Version hielt, erblickte den Zusatz in dem vermehrten « (die alten Uebersetzer konnten nicht anders das n in der Mitte des Wortes ausdrücken), und gelangte so zu seiner Etymologie. Doch mag zu der Anschauung, dass die biblischen Personen Seelenkräfte u. s. w. repräsentiren, auch der Gedanke beigetragen haben, dass „die Schrift mitunter Manches referirt, das nur etwa in einem genealogischen Buche von Interesse wäre" 2). 7. Liegen schon in dem Bisherigen und vorzüglich in den zwei zuletzt gedachten Punkten bequeme Hebel der allegorischen Forschung, so gelangen wir nun zum innersten Nerv: es muss Manches allegorisch erklärt werden, da es nach der wörtlichen Redeweise keinen Sinn zulässt. Dieses Motiv ist zwar an sich kein selbstständiges: hätte nicht der Gedanke Einfluss geübt, dass das von aussen Mitgebrachte in der Schrift wahrzunehmen sei, so würde man sich (mit etwaiger Ausnahme der Anthropomorphien) mit der wörtlichen Redeweise zurecht gefunden haben 3); doch wir halten uns an das Vorliegende und hier tritt dieses Moment sowohl hinsichtlich der Erzählungen der Schrift als der Gesetze überwiegend hervor. So kann Genes. 2, 21. 22 nur allegorisch genommen werden, dem wörtlichen Sinn nach wäre es eine Fabel; warum aus der Rippe, und wie kann aus ihr eine Frau entstehen ff.4). — Das. 32, 11 spricht Jacob: „denn mit meinem Stabe ging ich über den Jordan," dieses buchstäblich zu nehmen, wäre armselig 5). — Dass Potiphar eine Frau hatte das. 39, 17), nur allegorisch 6). — Jacob sendet Joseph nach Sichern zu sehen nach dem Wohlbefinden der Brüder ff. (Das. 37, 13 ff.): „War denn so grosser Mangel an Knechten in Jacobs Haus, dass er seinen Sohn hinschickte?" Also nur alle- 1) Cherubim p. 109. Mutat norain. p. 1054. 1055. 2) De Congressu p. 430; de Somniis I. p. 573. — Hinsichtlich der Seelenkräfte ff. Wie hier kurz bemerkt, dass Adam der vovS, Eva die fuaxhjats repräsentirt. Die Geschichtstafeln Cap. 4, 5 Nebenzustände: Kam, die Meinung, die sich Alles zuschreibt (vergl. oben) und so aufwärts bis Lamech, in welchem der höchste Punkt des Verderbens; und die Erhebung zur Tugend von der anderen Seite Seth und seine Nachkommen. — Bemerkenswerth ist de Ebriet. p. 254a Pf. zu Exod. 9, 29 erklärt, "vermeine ja nicht, dass liier ein Mensch aus Seele und Körper zusammengesetzt spreche, sondern der reinste vovs". Und das. p. 261. Dieser Samuel war vielleicht ein Mensch, er wird aber genommen als vovs. 3) Die Einwendungen gegen den wörtlichen Sinn — to 'q^tov — sind mitunter sehr schwach; auch wird nicht selten das to cq*it6v für gut neben der Allegorie anerkennt; vergl. Allegor. 2 p. 1090; Resipuit Noe p. 283 a. a. O, Ein Buch, das von Anfang bis zu Ende allegorisirt (de Confus. linguar.) schliessen: „die den wörtlichen Sinn verfolgen nehmen hier wahr.....ich möchte sie nicht anklagen; doch wollte ich sie vermahnen, sie sollen nicht hierbei stehen bleiben" (das. p. 348). Endlich wird Manches, das in den mystischen Büchern mit einem grossen Aufwand von Beweisen als nur allegorisch zu fassen dargestellt wird, an einer Stelle nach dem wörtlichen Sinne genommen; vergl. de Agricultura p. 208 über das Gesetz Deuteron. 20, 5 und de Fortit. p. 780, wo es nach seinem wörtlichen Sinne rühmlich hervorgehoben wird; de Plant, p. 230 über Levit. 19, 23 und de Humanit. p. 713, das dieses Gesetz nach seinem wörtlichen Sinne als einsichtsvoll heraushebt. 4) Allegor. 2. p. 1091. 5) Ibid. p. 1104. 6) Allegor. 3. p. 104.