Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
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hebr. Wörter für sie Imponirendes, und man suchte, da doch die Schrift so viel Geheimes hat, in ihnen zumeist einen geheimen Sinn. Und die alexandr. Forscher vollführten ihre Aufgabe in einer ganz ihrem Wissen entsprechenden Weise: Sie wendeten hierzu manches vom Hörensagen ihnen halb bekannte hebr. Wort an, das sie in ihrer Weise verstümmelten. Uebrigens verschmäheten sie auch nicht griechische Etymologien für die Eigennamen und dachten nur an den ihnen vorliegenden griechischen Text; und bei mancher Etymologie ist sogar nicht abzusehen, woher sie abgeleitet wurde1). Als Proben mögen hier angeführt werden: s^p (prpo) bedeutet der Verderbende, 'aqvuv (pro»).ihr Licht, xopafe-(viB3) tappen, jtßtiv (pan) Unheil (Allegor. 3, 103. 104), ptßexxa (rtpai) die Ausharrende (de Cherub, p. 115 und sonst häufig). — M&ovoaka (rhtnrts) Sendung des Todes (Posterit. Caini p. 273 Mang.), a&iux CieS) Demüthigung (das.). ah^v (p*.ns) der gebirgige (de Ebriet. p. 259). x«jW Oy») die Bewegung (Resipuit Noe p. 280). (onra) Gebiss des Mundes (de Postert. p. 261). Btihfiyüo (iws-Sys) gegen oben den Mund, der Haut (Mutat. nomin. p. 1061). Mwofe (nvo) Annahme (kW/*«) u. a. m. — Etwas weniger Unsinn, aber doch kaum schülerhafte Kenntniss zeigen Etymologien wie ^Eotßtov (;i3»n) Gedanken, 'Ayäq (un) die Fremde, AßU C?an) der auf Gott Beziehende 2), xstovqu (mcp) Raucherwerk, *a#« (my) Zeuge, j(ci (?h) er mir u. a. Dieses Etymologosiren bleibt nicht bei einzelnen Wörtern stehen, sondern «s wird, wenn mehrere Eigennamen in einem Vers vorkommen, der ganze V. nach ihnen erklärt. Exod. 1, 11 wird erzählt, sie baueten Städte dem Pharao irus-w,- PantaoJj, "£iv (so nach der Septuag.) Diese drei Städte drücken aus die Vernunft (vo;s), die Sinnlichkeit (ttta9tp*s)t die Rede (Uyos). u«#tJ ist die Rede, denn in ihr ist die Kraft der Ueberredung (nti&tip, griech. Etymologie) und bedeutet „den ausdrückenden Mund" (also auch eine hebr. Etymologie!). Pantaorj ist die Sinnlichkeit, die Vernunft wird von ihr wie von einem Wurm benagt. (Die Etymologie scheint hier »tn!!) Und bedeutet Höhe (!!), die Vernunft3). — Numer. 13, 22 wird erzählt: „die Kundschaften kamen nach Xf^/SwV und dort waren 'Axt^ch xal ssasiv xai ealtcfitiv, yrvsae 'Evä/, und Xiß^tfv war sieben Jahre erbauet vor Taviv Äirvnrov." Xt/fywV bedeutet Verbindung; diese ist doppelt: der Geist fügt sich dem Körper oder der Tugend an. Fügt er sich dem Körper an, so hat er die obigen Bewohner: 'j.x»f"*y, welches bedeutet mein Bruder, s6G(h ausser mir, Guiafitiv irgend ein Hangender. Die Seele hat in dieser Verbindung den Körper zum Bruder, hält die „äusseren" Dinge hoch und „hangt" an ihnen bis zum Tod. — Verbindet sich aber die Seele mit dem Güten, so hat sie erhabene Bewohner: Chebron enthielt Abraham und Sara, Isaak und Rebecca u. s. w., und darum war er älter als welches Gegenrede bedeutet 4). Durch diese Etymologien, die in den Eigennamen geheime Bedeutungen wahrnehmen Hessen, verfiel die alexandr. Forschung darauf, in den biblischen Personen theils Seelenkräfte, theils gewisse Seelenzustände zu erblicken. So scheint die Ansicht über die Verschiedenheit des Standpunktes, den *) Diese Etymologiensucht wurde massgebend für die Kirchenväter und es bildeten sich Onomastica, deren zwei (eines ein Extract aus Philo, das andere Origenes angehörend) sich bei Hieronym. Opp. 1, 2 finden. Zu verwundern ist, dass auch Hieronymus ein solches an groben Feldern reiches Onomasticum (das.) aufstellte. 2) hu nach dem griech. 3AßiX. 3) De Posterit. p. 235. •*) Ibid. p. 236. 237. Dieses ist, wie ich glaube, der Sinn des IvToXij änoxqiaeios. — Philo leitet dieses Tuvts von rw oder dem aram. n;n ab, und übersieht, dass Tauig egyptisch ist; der hebr. Text hat jrxi.