Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
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35 stehen: Abraham war alt, weil (da) Gott ihn gesegnet hatte, weil Gott sich auf seinen geistigen Theil nach jeder Richtung herabgelassen hatte *). Hierher gehört auch, dass ein Wort hinauf- und hinuntergelesen werde. Levit. 19, 23 s xdqnog avzoo rata hu Igtcu dntQixad-aqToe oo ßQu9qosrcu. Dieses kann SO gelesen Werden: o xdqnos uvToo TQi€t Inn iauti Und dneoixdftaQTog ov ßqoid-ijofTai; oder dntQixd&aoTog hinauf: o xdonos kvtov roia inj Icrr» ccmotxd&aoTog 2)> 3. Aus dem Ausdruck, und zwar: a) aus der Verschiedenheit des Ausdrucks, b) aus dem ungenauen Ausdruck, c) aus der Etymologie. Philo, spricht sich darüber aus, dass Jene die jedem Ausdruck seine Stelle einzuräumen wissen, als wahrhaft der Philosophie Beflissene zu rühmen seien 3), und er sucht diesem Streben nachzukommen. Die Verschiedenheit des Ausdrucks. Genes. 18, 23 spricht Abraham zu Gott: cwtcnoiic^g dixatov lutu daißous. Es wird hier nicht gesagt ivctßfe, welches doch der eigentliche Gegensatz von daß^g. Allein datßfc ist der, der sich ganz von Gott entfernt, tvatßfe der sich ganz Gott nahet. Wer vermag dieses aber, wer kann Gott seiner würdig anbeten? Genug, wenn er <r;xf«o? ist, Gott gerecht (geziemend) verehrt4). — Levit. 8, 21 heisst es von Moses: x«* t?V xo*w .... iniwtv Utat; bei Anderen aber das. 1, 9 Td de iyxoih« .... nlwoSaw wtfcm. Dort xoäice, hier iyxoUue. Moses ist der Vollkommene, der sich ganz Gott hingegeben und seinen ganzen Leib (Magen yaariqtt) und dessen sämmtliche Löste (Jiöovdg) abwäscht; er verschmähet sie sogar soweit, dass er selbst die nöthige Speise und Trank zurückweiset und sich von der Betrachtung Gottes nährt. „Er war vierzig Tage auf dem Berge und ass und trank nicht." Jener hingegen, der noch auf dem Wege zur Vollkommenheit fortschreitet, kann das Sinnliche noch nicht ganz zurückweisen: es genügt, wenn er die lyxoiXut, die Zugaben zu der sinnlichen Lust, abwäscht5). Ungenauer Ausdruck. Eva spricht (Genes. 4, 1) Ixt^u^ «v&(wnov rot »tot, und ebenso Joseph (Genes. 40, 8) öid toS 9sov % dW«V>?fftff. Beide sündigten, da sie Gott nur als Instrument betrachten (durch Gott). Besser Moses (Exod. 14, 13): oHjn *«* Saure amxriqittv t9V nttqu ro» xvqiov 6). — Wenn es Genes. 6, 12 heisst: xrr^»«^« n&aa oäq$ t^V 6cföv «vmv, so ist hier ein unpassender Ausdruck: auf das weibliche edo% müsste sein ctvrqs. Aber es ist von Zweien die Rede: von dem Fleisch, das ver dorben wird und von einem Andern, dessen Fleisch man zu verderben suchte. Es ist daher *) Resipuit Noe p. 276. Vergl. auch Allegor. p. 1001 zu Num. 21, 7. a) De Plantat. p. 230. 231. Es wäre zu weitläufig die abgeschmackte Erklärungsweise zu diesem liinauf- und hinunter Gelelesenen anzuführen: wir werden sie weiter kurz berühren. — Philo führt übrigens ein Wort des Textes nicht an: nach tma» ist in der Septuag. vfüv. dieses ändert seine ganze Auffassungsweise. Vielleicht hat Philo anders gelesen; indess nimmt er es überhaupt, wo es auf eine Allegorie ankommt, mit dem Texte nicht genau. So citirt er Mutat. nom. p. 1066 und Genes. 21, 6 off ßy dxoveg ov ovyxcuQslTcci, {toi. Wenn diese Leseart sich in irgend einem Exemplar der Septuaginta gefunden, so hatte sie eine fragende Bedeutung „wird nicht ff. sich mit mir freuen?" Philo aber nimmt unbekümmert, um Sinn und Zusammenhang, seiner Allegorie zu Liebe eine Verneinung an, obschon er selbst Allegor. 1, 101 den V. richtig anführt. Vergl. auch Quod Deus Immutabil. zu Anfang, wo Philo für iyivvwGKv (tvroig liest tuvrdig und es erklärt. Hingegen ist QuodDeter. p. 164, wo Philo sagt, dass bei genauerer Forschung zu lesen sei dnixTttvtv iavrov (Kain tödtete sich selbst) nur eine Art "ipnSx (vergl. oben S. 22) wahrzunehmen; Philo selbst erklärt auch a. a, 0. uvjov aaf Abel. Dieses gilt auch von dem früher gedachten n5 und na und Anderen. >) Cherubim zu Ende. 4) Allegor. 3, 62. 5) Ibid. p. 87; vergl. auch De Sacrif. p. 73 ff. über laos und yfVoff. 6) Cherubim p. 129. 5*