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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 31

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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31 und der endlichen Schöpfung. Es wird auf ihn zuerst durch den Gedanken hingewiesen, dass so wie ein geschickter Baumeister zuerst in seinem Geist den Plan einer von ihm zu erbauenden Stadt entwirft und daselbst deren einzelne Theile, Tempel. Gymnasien, öffentliche Plätze u. s. w. gleichsam verzeichnet, dann auf dieses Bild hinschauend die Stadt erbauet, die Theile also gleichsam den unkörperlichen Ideen anpasst: so erfasste auch Gott, als er diese grosse Stadt (die Welt) erbauen wollte, zuerst die Formen und führte aus ihnen die intelligible dann die sinnliche wahrnehmbare Welt auf» Wie nun aber seine von dem Baumeister erfasste Stadt keinen Platz aussersondern nur innerhalb der Seele hat: so konnte auch jene aus Ideen bestehende Welt keinen anderen Ort als den Logos haben1). Würde Philo bei dem Begriffe „Gedanken, Ideen Gottes" stehen bleiben, also nicht eine von der Gottheit getrennte Kraft — und hierauf weiset auch das von dem Baumeister abgeholte Bild —so wäre hier nur eine Ansicht wahrzunehmen, die das Wesen der Gottheit und ihren Einfluss auf das Endliche nicht alterirt2). Aber Philo beschränkt sich nicht hierauf, sondern erblickt an anderen Stellen im Logos eine von der Gottheit getrennte und in der Leitung der Welt stellvertretende Persönlichkeit, den Hohenpriester, der für die Wett Fürbitte einlegt, den zweiten Gott (d. i. nach Gott) u. s. w. Gott ist in seiner Unendlichkeit zu erhaben, als dass die endliche Welt mit ihm in Verbindung gebracht werden könnte: der Logos ist der unmittelbare Leiter 3). — Philo hebt ferner noch zwei göttliche Kräfte hervor: die Güte und die Macht; jene die schöpferische, wohlthätige, erbarmende, diese die königliche, gesetzgebende, strafende; jene ist durch xvqios diese durch &(is ausgedrückt. Diese zwei Kräfte werden durch den Logos zusammengehalten4), der Logos also über ihnen, und diese Kräfte ebenfalls von Gott getrennte Mittelwesen; doch bleibt sich Philo in diesen Bestimmungen nicht gleich 5). Jedenfalls hat Philo diese schöne und, wie die in Palästina geltende wichtige ethymologische Ableitung anzudeuten scheint, auf palästinischem "Boden gross gezogene Idee, dass in Gott Gerechtigkeit und Güte, diese nach menschlicher Ansicht sich widersprechenden Eigenschaften in Eines zusammenfallen, aber auch schon dem Menschen wahrnehmbar die Güte vorwalte, bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Den Palästinern isi das unaussprechbare Tetragramm, das, weil es die ganze Wesenheit Gottes (die Palästiner kennen keine Trennung der göttlichen Eigenschaften von seinem Wesen) umfasst ein nomen ineffabile; doch ist dieser Name dem Menschen von einer Seite, von der Liebe, Güte Gottes, begreif- und wahrnehmbar. Philo wurde bestimmt durch den griechischen Ausdruck xvqios, und er hatte keine Ahnung, dass dieses die Uebersetzuug für das Tetragramm sei; und in &t6g nahm er Güte wahr, weil dieser Name in der Schöpfungsgeschichte vorkommt6).!) Opificio f. Mundi p. 4. 2) Diese Ansicht tritt auch Beresch. rabb. Cap. 1 ff. häufig hervor. 3) Vergl. ausführlich Dähne S. 208—294; Zeller S. 621—632. Mit Recht verwirft Zeller 626 die Ansicht, dass der Logos nur Gott unter einer bestimmten Relation, nach der Seite seiner Lebendigkeit bezeichne und schliesst, dass der Logos ein von Gott verschiedenes Wesen ist. Und so scheint es auch in der That aus vielen Stellen bei Philo hervorzugehen; wie aber hiermit, wie im Texte angedeutet wurde, das Bild des Baumeisters in Einklang zu bringen sei, der in seinem Geiste den Plan entwirft, ist nicht abzusehen. — Ein weiteres Eingehen liegt dieser Forschung fern; doch möge hier noch Allegor. 3 p. 101 hervorgehoben werden, wo Philo mit Beziehung auf Deuteron. 10, 20 sagt, dass man nur beim Logos, nicht aber bei Gott schwören dürfe. 4) Cherub, p. 112. 5) Vergl, Dähne S. 232 ff.; Zeller:S. 620. 6) Vergl. ausführlich: Ueber den Einfluss §. 8.; vergl. auch: de Plantat. p. 226. den Logos in 'msicy (wie Mangey Praefatio u.A. meinen) wiederzufinden^zeigt, von Unkenntniss der Targumim. Vielleicht ist er in dem späteren {neco vergl. Synhedrin 38 wahrzu-

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