Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
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26 zu nehmen, denn dieses wäre einfältig, das Schlechte nicht weggeben zu dürfen und Besseres dafür zu erwerben, sondern es heisst für das Mühsame, Arbeitsvolle; welche Bedeutung dieses Wort bei den Attikern mit der acuten ersten Sylbe növ^a hat1). Aber der hebräische Text sagt doch ausdrücklich: v-2 z-c! — Jeden gesunden Sinn ungemein beleidigend, wird Genes. 18, 12 xvqm ^ov ....auf Gott bezogen, wo doch das hebräische Original »nsv hätte zeigen müssen, dass es sich auf Abraham allein beziehe2). Aus Exod. 32, 18 wird i^xovrmv hvov angeführt und erklärt3), wo doch der hebräische Text mv gezeigt 'hätte, es sei i^aQX fovov zu lesen. Jeremias 13, 10 hatte Philo's griechischer Text ovx (oqaica om (a'jüqoüv für »3 icj »h\ t«j s\ Ein Blick in das hebräische Original hätte zeigen müssen, dass ovx wftihjoa und mtfiiiya» zu lesen sei 4). — Doch wozu bei einem Gegenstände verweilen, der sich jedem des Hebräischen nur etwas Kundigen fast an jeder Stelle Philos aufdrängt; und nicht weniger prägt sich auch allenthalben das Kennzeichen scharf aus, dass auch die Befähigung, das Original zu benützen, den alexandrinischen Forschern anging.' Sis verstanden nicht dessen Sprache, die hebräische. Fügen wir diesem Aenigma noch eine andere egyptische Sphynx an. Das der Gottheit würdige Haus, wird von Philo an einer Stelle schön gesagt, ist die hierzu vorbereitete Seele. Und dass dieses Haus fest und wohlgeziert sei, werden Tugenden und rechtliche Handlungen anempfohlen, und die Verzierung der Seele wird erblickt in den encyklischen Wissenschaften und zwar: Grammatik, durch die man Kenntniss der Dichter und Kunde früherer Begebenheiten erlangt, Geometrie u. s. w.5) Wir sind nicht eher fähig, eine Geburt der Tugend zu empfangen, als wenn wir vorerst mit deren Magd Umgang haben; die Magd der Weisheit ist die Disciplin der encyklischen Wissenschaften und die Logik. Denn so wie vor den Thüren der Häuser eine Vorhalle, vor den Städten Vorstädte, so vor der Tugend die encyklischen Wissenschaften; durch sie gehet der Weg zu jener. Und nun werden Grammatik, Musik, Geometrie, Rhetorik und Dialektik nach ihrem verschiedenen Einfluss auf die Stärkung des Geistes und seiner einzelnen Kräfte aufgezählt; und es wird geschlossen: „Du nimmst wahr, dass unser Körper nicht eher starke und feste Speise verdauen könne, als wenn er in der Jugend mit einfachen und mit Milchspeisen genährt wurde;" so dass auch hinsichtlich unserer Seele die encyklischen Wissenschaften und deren Theoreme, die vollkommenen und für Männer passenden Speisen die Tugenden sind 6). Und an beiden Stellen keine Erwähnung, dass die Seele zur Aufnahme iler Weisheit, die doch von den Alexandrinern in der Schrift gefunden und als deren höchster Ausdruck das göttliche Wort gehalten wird (vgl. weiter), als erste Speise die Erlernung des göttlichen Wortes bedarf; nur die Encyklica mit ihrem Nutzen werden bis aufs Einzelne hervorgehoben. Der zeitigen J) Ibid. p. 242, 243: novtjfju ov tcc f/av).a nccQctlc./jßüi'wy. Iml rovrö yt tvijS-tS [irj TiQoitG&ai t« xaxu vntQ XTt'jGfwg Jiav itfxtivövüiv. dX).(( ra xc.fittTtjQu. xai ininova, antQ *Arnxoi Ttjv n^mirju dl-vTovouvrts avXXaß^v xaXouai nöurj^a. Philo citirt hierauf v.'6 und. 32 zusammen. 2) Nomin. mutat. pag. 1070. 3) De ebrietate p. 254. 258. 4) Confus. Linguar. p. 326. Schon Origenes Homil. 15 in Jerem. Tom. HI. p. 225 führt beide Lesarten an. — Bekannt ist, dass Philo Gen. 15, 15 rgarfois (quis rer. divis. haer. p. 519. 521) las und nicht merkte, dass es rce/tis nach dem "-zpr. des hebr. Textes heissen müsse. Vergl. Vorstudien S. 46 Anmerk. n. 5) De Cherubim p. 125. 6) De congressu p. 425. 426.