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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 22

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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Hagada sind daher nicht Normen zu suchen: sie will nur deu Gedauken anregen, auf den Trost hindeuten, der Gegenwart mit ihren Trübnissen und Drangsalen ein Bild aus der Vergangenheit entgegenhalten und die dieser gewordenen Hilfe und Rettung durch dieses Bild auf jene reflectiren lassen; sie will ferner dem sittlichen Gedanken ein ihn hebendes Relief an einer Schriftstelle geben, will endlich auch practische Lehensregeln aus der Schrift ableiten; denn die Schrift ist der Urquell alles Lebens und dessen, was es erhebt und stärkt, veredelt und erläutert und ihm von Nutzen ist. Selbst die schon früh angegebene Regel derGematria (toieoa Berechnung des Buchstabenwerthes in Zahlen) und Noterikon (ppntaia Erklärung des Wortes durch Zerlegung in mehrere Wörter, deren Anfangsbuchstaben — auch mittlere Buchstaben — dieses Wort bildet)1) sind in der Hagada von sehr untergeordneter Bedeutung und es wird selten auf sie eingegangen. Nur einzelne Züge sind für die Weise, wie die freie Hagada die Unterlage für die erfassten Gedanken findet, zu verzeichnen; der Begriff Schriftforschung ist für die Hagada ihrem eigentlichen Wesen nach nicht anwendbar. Die Hagada sucht einer Stelle oder einem Worte verschiedene Deutungen zu geben; so Beresch. rab. c. 68 zu Genes. 28, 12 ff. — Daselbst c. 1, wo pos (Sprw. 8, 30 „und ich war bei ihm" — spricht die Weisheit; nach paläst. Auffassung ist in ihr die nun Lehre repräsentirt — pon) genommen wird, als snai, yasio, nciao, juts „Erzieher;" an der Hand der Lehre erzog (erschuf) Gott die Welt, „verborgen," „bewahrt," die Lehre vom Aubeginn in Gottes Schooss ruhend, „gross," sie das herrlichste göttliche Kleinod. — Zuweilen wird an einen Ausdruck angeknüpft: „Gedenket der Lehre meines Dieners Moses" (Malachi 3, 22), die Lehre wird nach Moses genannt, weil er sein ganzes Leben an sie setzte. „Dein Volk" (Exod. 32, 17), weil Moses mit aller Aufopferung sich seinem Volke hingab (Mechilta Schira c. 1). — Zuweilen wird au ein Wort angeknüpft und die Anknüpfung motivirt sös...... np.n „lies~nicht......sondern." Diese veränderte Leseart beruhet nur in einer Umstellung der Vocale oder Umbiegung der Buchstaben in einen in der Aussprache ihm ähnlichen Buchstaben. So Berachot 64 zu "pa Jesaias 54, 3 -pu nSs -pa npn hs — daselbst 15 b »•aa »hn «naa npn hs. Zuweilen wird auch das Wort ohne npn '"jn unter einer andern leicht wahrnehmbaren Leseart erklärt. So Beres. rab. c. 65 zu ra nn n» mn (Genes. 27, 27) sn'co »dp p:a nnr* un« o'p'i. Diese Beiden waren, wie dort erzählt wird, Verräther an Israel (a»p'-ist der aus 2. Maccab. bekannte Alkimos), aber sie bereuten später tief den Verrath und suchten ihn zu sühnen. Also für ins zu lesen man. — Schabbat 116 a 'n mo (Numer. 10, 33) 'n insc: das He etwas gehaucht und dadurch in Chet umgewandelt und das leicht aspirirte Alef hineingeschoben.— Das '-pn *?« gehört der jüngeren Hagada an: die ältere — Beraita, Mechilta, Sifra und Sifri — kennt es nicht. Bemerkt muss noch werden, dass, wenn auch die Hagada sich in weiteren Kreisen ergehet und Gleichniss (tets) liebet, die Allegorie in ihr überhaupt (mit Ausnahme vom hohen Lied, dass schon in der ältesten Zeit als ein allegorisches Zwiegespräch zwischen dem Herrn und der Synagoge Israels aufgefasst wurde vgl. Jadajim 3, 5) nur eine sehr untergeordnete Stelle einnimmt, auf die Gesetze selbst aber höchst selten und nur in der Weise angewendet wird, dass sie als Nebenbedeutung kenubar und die Tendenz durchsichtig ist. So Chollin 89 „Warum ein blauer Faden an den Schaufäden Gematria und Notrikon werden in den 32 Regeln des R. Elneasar angeführt; Notrikon auch schon von früheren Autoren. Vergl. Schabbat 56. 108a.

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