Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
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durch von -der spätem,Periode scheiden, wo dieser Gerichtshof, den Namen „Synhedrion" führte; 4— Es wicd\sich: aber--.tauch■ ergeben, woher der Uebergang der grosseh Versammluug . in das Synhedrion und worin der( soferische und der synhedriale .Gerichtshofsich von einander unterscheiden, und werden wir hierdurch-den Schiuss der soferischen Periode ermitteln; Abot 1. 2 wird Simon der Fromme von den Ueberbleibseln der grosseu Synagoge1 (rV?n:n noa-Trc) genannt, mit ihm wurde die grosse Synagoge abgeschlossen; dieses ist auch ganz in den; Verhältnissen seiner Zeit gegründet. Der macedonische Eroberer mochte, so guädig er sich auch nach den übereinstimmenden geschichtlichen Berichten dem ihm lange hartnäckigen Widerstand leistenden Palästina bewies, dennoch, wie er auch in mehreren griechischen Staaten that, mancheVeränderung Iii der inneni Verwaltung getroffen und die grosse „Versammlung", diesen obersten Gerichtshofi der dem Lande eine gewisse Selbstständigkeit und republikanische Verfassung 'verlieh,1 aufgehoben haben. Aber dem Volke wareu seine alten Institutionen theuer, es möchte sie nicht lassen; und so bildete sich von Neuem, wahrscheinlich in den nach Alexanders Tode ausgebro dienen Verwirrungen, in denen der Blick der sich bekriegenden Feldherren sich nicht nach Palästina wenden konnte, der oberste Gerichtshof, der nun die bei den Griechen für Senat übliche Benennung Synhedrion annahm *); Dieses Synhedrion zählte nicht mehr Soferim zu seinen Mitgliedern, sondern die durch erweiterte Anschauungsweise (Vergl. weiter) an deren Stelle getretenen Sekenim 2). Und hierin liegt seine wesentliche Unterscheidung * von der grossen Versammlung: die Entstehung der Synhedrion fällt mit der weiter zu erwähnenden neuen Periode der Schril'tforschung zusammen; der letzte namhafte Sofer war Simon der Fromme, mit ihm schloss die grosse Versammlung und zugleich die soferische Periode 3).; Hervorzuheben ist uoch, dass der erste dieser Soferim, Esra — sein Ehrenname ist naicn —- ein Priester, und der letzte, Simon der Fromme, Hohepriester war. Es ist daher mit vieler Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass durch die Zeit der grossen Versammlung der Hohepriester an deren Spitze -stand-*), sowie nach dem Berichte des Josephus die Hohepriester die Vertreter des Staates gegen aussen waren.5). >) Mi habe bereits in meiner Schrift, „der gerichtliche Beweis nach mosaisch talmudischem licchte" Seite 68 bemerkt, dass die 'griechische Benennung führenden Aemter, Ehrenstetten-, tu s. w. : aus der Zeit nach der Eroberung Alexanders diitiren. Die Benennung „Synedrion" dürfte als eine bei den Griechen, allgemein gebräuchliche vorsätzlich gewühlt worden sein; der sich neu constituirende Gerichtshof zog hierdurch weniger Aufmerksamkeit auf sich und konnte mit mehr Sicherheit wagen, an ,die Stelle der aufgehobenen grossen Versammlung zu treten. — Die Darlegung des Tentes hat die talmudischc Angabe über die" Zeit Simon des Frommen zur Grundlage, und dürfte gerade für deren Richtigkeit sprechen. Doch'findet; sie auch nach den Mittheilnngen des Josephus ihre Begründung, da die Abweichung etwa 20 Jahre.beträgt, und die Unterwerfung Palästinas durch Petplemäus Lagi die obige Darstellung ebenfalls zulässt. Diese Benennung für sehr alte Autoren kommt nicht selten vor. Vergl. Succa 46 a.' D,jp rvwa. Vergl. auch Schabbat 64 c^lffKin D'spi und sonst- Auch bei Sirach, der nach der begründeten allgemeinen^ Annahme unter Simon dem Zweiten lebte, .findet sich noch der Ausdruck TTQtaßvriQtg; jedoch schon häufiger aof/oi Chachamim; die co'f ia ist bei ihm, wie Cap. 24 zeigt, .die Lehre. Seltener ist bei ihm der Ausdruck yQtiftfjitatis, der auch zwei- oder dreimal in den Büchern der Mäccabäcr vorkommt. - *)' AucHiider Ausdruck von „den Ueberbleibseln" (jfnsS wro),. welcher anzeigt, dass nicht Simon, allein übrig geblieben, findet durch. Obiges Erklärung. Es lebten zu seiner Zeit noch mehrere .Soferim, welche „Ucberbleibsel," frühere Mitglieder der aufgelösten grossen Versammlung waren; Simon der Fromme war der Namhafteste unter ihnen. •») Esra selbst war zwar,'dk 'er von einer Seitenlinie abstammte (vergl. Esra Cap. 7 v. 1—5Nehemia Cap, i'2 v. 10—12) nicht Hohepriester, stand aber dem Ansehen nach über demselben. 5) Aus dem bisherigen ergibt sich auch die eigentliche Entstehungszeit der Synhcdrin, die, insofern nicht die Benennung, sondern das Institut des obersten Gerichtshofes in Erwägung kommt, in den Beginn des zweiten Tempels fallt; das sogenannte Synhedrion ist nur die Fortsetzung der alten grossen Versammlung. Vergl. auch Monatsschrift a. a. 0. Seite 48 Anmerkung; Der gerichtliche Beweis a. a. O.