Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 12 (1938)
- Issue
- Heft 734 (11.3.1938)
- Date
- 1938-03-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Dtfe NEü»-WEM Nr. 734 vom 11. März 1938 Körperliche und geistige Frische sind die kostbarsten Güter des Lebens in der Jugend wie inabesondere Im Alter. Bewahren und mehren Sie diese Schätze durch ständige, sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle Zwecke der Körperpflege — Einreibungen, Packungen (Umschläge), Mundwasser usw. — ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol In jedem besseren Geschüft erhältlich. Verlangen-Sie ausdrücklich „Diana* und nehmen Sie nur .Diana*. Mlnder- . wertig« Nachahmungen 3ind energisch zurückzuweisen. Die Londoner A.zC^Tagung Aus London (J. T. A.): Die Tagung des Zionistischen Aktionskomitees hat am Dienstag, den 8. März, in London begonnen. Im Laufe des Montag waren die palästinensische Delegation mit dem Vorsitzenden des A.-C., M. M. Ussischkin, an der Spitze, und' die polnischen A.-C.JMitglieder in London eingetroffen. Die meisten amerikanischen Mitglieder waren bereits früher in London. k Es verlautet, daß sich die Tagung des Aktionskomitees außer mit der politischen Lage und mit* Fragen der Palästina-Einwanderung auch mit einer Reihe organisatorischer Probleme befassen wird, dfe der XX.' Zionistenkongreß dem A. C. zur Behandlung zugewiesen hatte. Von größter Bedeutung sind dabei die Vorschläge des Organisationsauschussesdes Kongresses, den Preis des Schekels in einer Reihe osteuropischer Länder herabzusetzen und in allen Ländern Nationale Zionistenräte zu bilden, welche die Tätigkeit der verschiedenen zionistischen Parteien und Gruppen koordinieren sollen. Mißtrauen gegen die Weszrciänn-Exekutaw Zur A.-C.-Sitzung In London Unser Mitarbeiter B. Weinstein schreibt uns aus Tel-Aviv: „Weshalb hat man jetzt das.' Aktionskomitee -nach London einberufen? Die Sitzung wurde für .-len.'/8. März festgesetzt, weil Dr. Weizmann London am 15. März verlassen muß. Er . begibt sich wahrscheinlich wiedernach Palästina, wo er die Ankunft der zweiten Kommission ah- Heu: San Remo, Pensione Felfce "?©S^ Corso dell' Impero 18«. Im warmen, sonnigen Süden. Einzige rituelle Pension a. d. ital. Riviera, ruhige Lage, moderner Komfort, Strandnähej Mikwa Minjan. Für Pessach Vorbestellungen erbeten. \ \V J Dir. pf, w<h. Schwan. warten wird. Will Dr. Weizmann für seine Verhandlungen mit der Kommission neue. Vollmachten bekommen? Man spricht in den Kreisen der Jewish Agency, daß es unmöglich ist, bis zum nächsten Zionistenkongreß zu warten. Der Beschluß von Zürich — so denkt man — ist klar: Für die Teilung. Daher müsse man konsequent sein und der Zionistischen Exekutive die weitestgehende Möglichkeit geben, in dieser Angelegenheit zu verhandeln. Vielleicht hat man gar das A. C.. einberufen und gerade nach London, um die jüdische .Galuth. die von Zweifeln und Sorgen geplagt ist und durch die schauerlichen Gassen in Osteuropa. irrt und auf die Erlösung wartet, zu ermutigen? Auch diese Annahme ist nicht grundlos. Auf die Bedenken und Fragen,, weshalb die Leitung die Sitzung des A. C. nach London, einberuft, was mindestens 3000 Pfund kostet und die, palästinensischen Delegierten zwingt, das Land in solch schweren Tagen zu verlassen, hat e^n. Mitglied der Exekutive folgende Erklärung abgegeben: . Die Galuthjudcn, glauben nicht an die Leitung, weshalb , man ihnon über die Lage und die Aussichten etwas erzählen muß. Wir . zweifeln daran, ob die Sitzung in London das Mißtrauen .der Galuth gegen die zionistische Leitung verkleinern wird. * Die Zionistische Exekutive schreibt in ihren Einladungen, daß das A. C. wegen der politischen und innerr zionistischen Verhältnisse einberufen wurde. Was werden die zionistischen Politiker der Galuth bezüglichder politischen Lage .erzählen? Daß die zionistische Politik mit der englischen weltpolitischen Haltung gegenüber Italien verknüpft ist, daß Eden vor seiner Demission der Zionistischen Exekutive geraten habe, keinen Druck auf die Regierung auszuüben, da dies zu unserem Vorteil gereichen werde. Eden ist abgetreten und Lord Halifax ist ein entschiedener Gegner des Teir lungsplanes. Der britisch-italienische Flirt läßt sich noch nicht übersehen, und ich zweifle, ob die zionistische Leitung über diese Angelegenheit mehr weiß, als man in den Zeitungen lesen kann. Die Erklärung der italienischen Regierung bezüglich eines Judenstaates außerhalb Palästinas läßt keinen Optimismus hinsichtlich unserer politischen Kalkulationen zu. Worüber werden die politischen Referenten in London reden — abgesehen von den allgemeinen Betrachtungen und fragwürdigen Plänen, von denen wir schon so oft gehört haben? Vielleicht hat i gar die zionistische Leitung in ihrem Portefeuille einen verbesserte^ Teilungsplan! Siein, sie .iat keinen. Und Vielleicht wird sie die 'Persönlichkeit; des neuen Oberkommissärs beschreiben? In diesem Falle ist's schade um die Spesen nach London. Was für politische Gefahr die Zionistische Exekutive bestimmt hat. vor der Ankunft der zweiten Kommission eine Sitzung des A. C. einzuberufen, dafür gibt es nur eine Deutung: Neue Vollmachten. Die Exekutive zu legitimieren, auf Basis des Teilungsplanes zu verhandeln, d. h. Dr. Weizmann und seinen Kollegen freie Hand zu geben. So spricht man in den Kreisen, die der Jewis Agency nahestehen." # Allerdings kann die Zionistische Exekutive eine Menge interessanter Dinge über die innere Lage erzählen. Hier stehen wir vor einem klären Bild. Hier wissen wir genau Bescheid: ein organisationeller und moralischer Morast, Mangel an starker Leitung. Streitigkeiten innerhalb der Zionistischen Exekutive, ein Konflikt zwischen den Fonds und der Leitung, eine schreckliche Anarchie im Jischuw. . . . Auch im linken Flügel selbst ist nicht alles in Ordnung. Die Konferenz der „Mapai'.' (Sozialistische Arbeiterpartei) wurde abgesagt. Die Opposition in der Histadruth (Sozialistincne Arbeitergewerkschaft) wächst. ™ Restaurant Stefanie ™ II, Taborstrale IS » Telephon R.48-4-46 . HUGO und JULIE HERLINGER geb. Zollner Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts Exakte Bedienung Täglich frische Fische ' Neu renovierter Speisesaal .' Angenehmer Aufenthalt «> Nicht nur aus ökonomischen Gründen. Man beschuldigt die politischen Führer revisionistischer Infektion: man spreche von einem Staat, von Militär und von Ministern, ja sogar von Gendarmerie. Wohin ist der Geist — wir können sageil, der vegetarische Geist — der palästinensischen Arbeiterbewegung verschwunden? Auf den Tagungen der „Mapai" regt sich die Stimme der Opposition. Schon gar nicht zu reden vom „Haschomer Hazair". ' Die mapaistisch: eingestellten führenden Persönlichkeiten, die hach außen die Rolle unerschütterlicher Minister spielen, Gerichtstage /abhalten, -die Opposition auf Befehl' hinauswerfen, aber innerlich zittern, versprechen sich sehr .viel : vom - ,,Arbeite^ring-" . in. Amerika, , der Orr ganisation der nichtzionistischen marxistischen jüdischen Arbeiter. Vielleicht werden' wir Gelegenheit haben, sowohl sie als auch'diö linke Poale Zionauf: dem nächsten Kongreß 'zu sehen." ,„< Die neue S>a!ä§lina-Koiftmsssaon Englische Stimmen Zu der vom Kolonienminister Ormsby-Gore im englischen. Unterhaus bekanntgegebenen Ernennung der neuen Technisc h en Ün ter su chu.ngskoram'ission; für P a 1-ä s t i n a schreibt „Daily Telegtaph and Morningpo.st": Die Be Zeichnung der Kommission - als „Palästina-Teilungskpmmissipn" scheint anzudeuten, daß die Regierung noch immer überzeugt ist — was im Jänner manchen zweifelhaftschien- Teilung■ sei die einzig durchführbare Lösung. Wie aber soll -diese Teilung aussehen und was 'soll bis zu ihrer' Durchführung geschehen? Es wurden Vorschläge . gemacht/ idaß Öa-liläa nicht in den von'der Peel-Kommission vorgeschlagenen Jüdischen 'Staat einbezogen werde;■. das Werden die Ziohisten zweifellos zurückweisen. "Andererseits wurde für die Einbeziehung von N e u- Bei Kopfschmerzen und Schwindelanfällen, hervorgerufen durch trägen und harten Stuhlgang, ist es zweckmäßig, abends' ein halbes Glas und früh nüchtern die gleiche Menge natürliches - „Franz-Josefs- Bitterwässer zu trinken. Prägen Sie Ihren Arzt, E Jerusalem und des Negew in den Judenstaat plädiert. Jedenfalls sollte man der Kommission klarere Instruktionen mit auf den Weg geben, als wie sie im Weißbuch vom 5.- Jänner umschrieben sind. Es ist zu befürchten, daß die herrschende Unsicherheit die Wiederherstellung der Ruhe in Palästina nur verzögert und erschwert und' der zur Zeit sehr ungünstigen Wirtschaftsentwicklung im Heiligen Lande abträglich ist. Es sei jedenfalls sehr zu hoffen, schließt das Blatt, daß der neue High Commissioner in der Lage sein werde, „die erschreckende Unzulänglichkeit" der Bestrafung von Terrorakten, die in den letzten zwei Jahren zu beobachten war, zu beseitigen. „Times" schreiben: Die bisher ernannten Mitglieder der Kommission scheinen vorzüglich qualifiziert zu sein, sich mit finanziellen, wirtschaftlichen und technischen Problemen zu befassen, nicht abermit militärpolitischen Fragen. Es ist daher, zu hoffen, daß da,s Colonial Office als viertes Mitglied der Kommission einen Beamten ernennen wird, der mit den sich aus einer Dreiteilung Palästinas ergebenden militärischen und politischen Problemen vertraut ist. Die Aufschiebung der Abreise der Kommission nach Palästina bis nach den Osterfeierlichkeiten hat ihren Grund darin, daß bei solchen Anlässen immer die Gefahr religiöser Unruhen besteht und die ganze Aufmerksamkeit der Mandatarverwaltung auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung konzentriert ist. Die mühsame Arbeit der Kommission wird nicht erleichtert werden, wenn in Palästina und anderswo die Ungewißheit über die endgültigen Absichten der Mandatarmacht bestehenbleiben wird. Es, ist jedenfalls zu hoffen, daß die Regierung es von nun an vermeiden wird, zu dem Verdächt Anlaß zu geben, sie wolle Zeit gewinnen, ehe über die Frage, ob Teilung oder nicht, ein endgültiger Beschluß gefaßt wird. Das Weißbuch vom 5. Jänner konnte den gefährlichen Eindruck erwecken, als ob die Regierung Ausflüchte suche. Terror in Palästina Die Schlacht bei Jenin Der erste Tag des Amtsantrittes des neuen HigS Commissioner Sir Harold A. MacMichael stand im Zeiche« einer verstärkten arabischen Terrortätigkeit. Die Schlacht zwischen englischen Truppen und arabischen Terrorbanden im Jenin-Dis'trikt ist die größte in der bisherigen Geschichte des arabischen Terrors in Palästina. Es war eine fünfhundertköpfige arabische Terrorbande umzingelt worden. Am Freitag kam es zum ersten Zusammenstoß, wobei die Terroristen die Angreifenden waren. Sogleich trafen militärisch« Verstärkungen ein. Bei diesem ersten Zusammenstoß wurde ein britischer Soldat getötet, ein Offizier wurde verwundet. Auf arabischer Seite wurden 45 Terroristen getötet. Unter den getöteten Terroristen befindet sich auch der berüchtigte Bandenführer Scheich Atia Achmed aus dem Dorfe Bei Ades Sheikh, auf dessen Ergreifung die Polizei seinerzeit eine Prämie von 500 Pfund ausgesetzt hatte. Am Samstag nahmen die Kämpfe ihren 'Fortgang. Es beteiligten sich an ihnen drei Regimenter und sechs Flugzeuge. Am Samstag abend wurden äuf Seite der Terroristen bereits achtzig Tote gemeldet. Dreißig verwundete Terroristen wurden gefangengenommen. Ein Teil der Bande suchte Zuflucht in einigen Dörfern der Umgebung von Um el Fahrn. Die Flieger erkundeten ihre Verstecke und bombardierten diese intensiv. Die Terroristen ließen auf der Flucht zahlreiche Gewehre und große Mengen Munition zurück. Ihre Taktik und Ausrüstung seien so gut gewesen wie die eines modernen Heeres. # Englische Truppen, die — unterstützt von Flugzeugen — gegenwärtig im Distrikt Nablus nach arabischen Terroristen fahnden, haben den berüchtigten Bandenfiihrcr K a s s c m H a« s a d, der in Nordpalästina sein Unwesen trieb, getötet und seinen Gehilfen Hussein Iasa gefangengenommen. * Der Jerusalemer Berichterstatter, des „Daily Herald"., meldet seinem ..Blatt: Die, arabischen Terroristen in Palästina süchen bis nach' "Kurdistan' Hinein nach Rekruten. 200 Söldner sollen am vergangenen Samstag und Sonntag die syrisch-palästinensische Grenze überschritten haben; darunter sind auch mehrere Kurden. EISEN- SELCHWAREN 3MAL TÄGLICH FRISCH IN ALLEN FILIALEN Jeder neue Rekrut erhält einen Monatssold von 5 bis 10 Pfund im voraus. Die Rekruten werden hierauf in eine der sechs Zonen geleitet, die von den Terroristenführern in Palästina geschaffen worden sind. * " Aus dem Akkoer Konzentrationslager sind die letzten dort interniert gewesenen acht Tel-Avlvcr Juden, unter Ihnen die RcvislohistenfüHirer Dr. Benjamin Lob o t z k y und Akiba B r u n.n, freigelassen worden. Im Lager befinden sich jetzt noch fünf Juden aus Jerusalem. •» Auf eine Anfrage von Abg. Robert Gibson im englischen Unterhaus erklärte Kolonienminis'ter Ormsby- Gore in einer schriftlichen Erwiderung, in Palästina seien im vergangenen Jahr bis 30. November acht britische, Soldaten und ein englischer Zivilist getötet und zehn Soldaten verwundet worden. Sie alle seien Opfer arabischer Gewalttaten gewesen. IX« Weltkongreß der Makkabi Am 5. März wurde in Paris im Beisein von Vertretern aus Deutschland, Rumänien, Frankreich, Palästina, England, Belgien, Luxemburg, Polen, der Tschechoslowakei, Oesterreich, Lettland, Estland, der Schweiz, Bulgarien, Aegypten und Südafrika der IX. Weltkongreß d e s Makk.abi von dem Vizevorsitzen.den des taakkabi-Weltverbandes und Präsidenten des französischen Makkabi, Ossip Piernikow, eröffnet. Begrüßungsansprachen hielten der Präsident des Makkabi- Weltverbandes, Prof. Selig Brodetsky, Dr. Kaganow namens des französischen Makkabi*, u. a. Der Vizepräsident des französischen Parlaments und frühere französische Kabinetteminister, Henri Roland, erhob in seiner Begrüßungsansprache scharfen Protest gegen die Verfolgung der Juden in Deutschland und in anderen Ländern Buropas, Frankreich, sagte er, war stets und wird immer ein demokratisches Land bleiben, das seine eigene Freiheit und die Freiheit der ganzen Welt verteidigen wird. Frankreich streckt seine Hand allen jenen hin, die ihrer Ueberzeugung, ihrer Rasse oder Religion wegen leiden. Mit der Absingung der „Tikwah" wurde di« KröffnuDgskunügebung geschlossen,