Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 12 (1938)
- Issue
- Heft 732 (4.3.1938)
- Date
- 1938-03-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 732 vom 4. März 1938 DBB NEUE WELT Seite 7 Judenstaatsjuqend____ Dienstag, den 8. Märss 1938, halb 9~Uhr abends im Zentralheini, II, Praterstraße 30 VORTRAG Referent : Hugo FRIEDMANN Thema.- 2000 Jahr« Jüdfech« Kunst (mit Lichtbildern) Gäste willkommen! die Kultusvcrtretung auf, die Bezirksbehörde, enthob den Kiiltusvorsteher Dr. Silbiger, den Tempel Vorsteher Kohn lind alle anderen Funktionäre ihrer Acmter und bestellte einen R'figicrungflkommisaär zur Führungder Kul tusgemeindegeschäf te. Nun beginnt der schändlichste Teil dieser Affäre. Man erstattete gegen Dr. Blan und einige andere revisionistische Führer in Oderberg eine Anzeige an die politische Geheimpolizei, deren wesentlicher Inhalt in dem zu Beginn zitierten Artikel der „Neuen Welt" enthalten war. Dr. Blan und Genossen wurden hochverräterischer Beziehungen zum Deutschen Reich beschuldigt. Dr. Blan wurde daraufhin verhaftet. Hausdurchsuchungen bei ihm und anderen revisionistischen Führern vorgenommen, die selbstverständlich nicht den geringsten Beweis für diese ebenso niederträchtige wie lächerliche Beschuldigung ergaben. Trotzdem zog sich die Untersuchung fast ein Jahr dahin und erst Anfang Dezember 1937 wurde die Untersuchung gegen Dr. Blan und seine Gesinnungsgenossen eingestellt. Einer von ihnen hat nun die Anzeige gegen die anonymen Verleumder (resp. gegen unbekannte Täter) erstattet und man kann natürlich vor Abschluß dieses Verfahrens niemanden mit voller Sicherheit der Täterschaft bezichtigen. In dem früheren Artikel der „Neuen Welt" wurden wohl Kultusvorstand Dr. Silbiger und der Redakteur Waldstein als die Anzeiger genannt, doch hat ersterer der Redaktion der „Neuen Welt" mitgeteilt, daß er der Anzeige fernestehe. Da diese Berichtigung Beleidigungen gegen Dr. Blan enthielt (deren Grundlosigkeit sich durch Einstellung des Verfahrens nachträglich erwiesen hat), hat die Redaktion ihre Veröffentlichung mit vollem Rechte abgelehnt. Herr Waldstein hingegen hat auf diesen Artikel überhaupt nicht reagiert. Eine Blamage an sich bildet die Art und Weise, wie die Ostrauer zionistische Leitung dje Angelegenheit behandelte. Sie veröffentlichte nach dem Erscheinen des schon wiederholt genannten Artikels der „Neuen Welt", in welchem sie durch ein Nachwort der Redaktioa zur Stellungnahme aufgefordert worden war, eine Verlegen- Hüle!IIIIIIIIIII!IIIII!IIIII!!1IIJIIII1IIIIIIIII1IIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIII 9 VUm 1/haddU lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHK HENRIETTE ROSENFELD-KLEIN Wien I, Kärntnerstraße 31 aieitsglossc in der „Selbstwehr", in welchem sie der Meinung Ausdruck gab, die tschechoslowakischen Behörden würden schon in dieser Sache Ordnung machen. Das ist auch tatsächlich geschehen, indem diese Behörden die Untersuchung einstellten und auf diese Weise sonnenklar feststellten, was vorher schon jeder Jude gewußt hatte: daß nämlich kein Jude existiert, der eines Hochverrates gegen die tschechoslowakische Republik' zugunsten Deutschlands fällig sei. Der obengenannte Herr Emil W a l d s t e i n, Redakteur der „Lidov6 Noviny" in Mährisch-Ostrau, aber schrieb in dieser Zeitung, Rabbiner Dr. Blan sei von der Kultusgemeinde Oderberg u. a. auch wegen seiner Tätigkeit in Deutschland entlassen worden. Ich kann es getrost den Lesern überlassen, sich ein Urteil über einen solchen jüdischen Journalisten zu bilden. Tatsächlich hat sofort darauf eine kommunistische Zeitung unter ausdrücklicher Berufung auf den Artikel Waldsteins seinen Lesern Schauermärchen über die staatsfeindliche Haltung Dr. Blans aufgetischt. Selbstredend hat Dr. Blan die Zeitung geklagt und der verantwortliche Redakteur machte die Einwendung des „entschuldbaren Irrtums", um sich Straflosigkeit zu sichern. Als Zeugen hiefür gab er an: Dr. Silbiger, Doktor Preis und Ing. Schwarzbarth, alle hervorragende Persönlichkeiten des allgemeinen Zionismus in der Tschechoslowakischen Republik. Auch hier erübrigt sich jeder Kommentar! Das Ende der Affäre ist nicht abzusehen. Eine Unzahl von gegenseitigen Ehrenbeleidigungsklagen ist in Schwebe, zur Schande des Judentums In Oderberg und Ostrau, aber auch zur Schande aller Juden. Mögen sich doch besonnene Männer aus allen Lagern zusammenschließen, um diese fürchterlichen Dinge aus der Welt zu schaffen! Dr. Blan ist kein Hochverräter und hat keinen Betrug begangen (denn auoh eines solchen Verbrechens hatte man ihn zu Unzecht beschuldigt). Es gebührt ihm alfio eine Satisfaktion, die ich ihm durch Veröffentlichung dieser Tatsachen zum Teil schon verschafft zu haben glaube. Es gebührt ihm aber auch eine Satisfaktion durch die Oderberger Kultusgemeinde, oder zum mindesten die Untersuchung seiner Angelegenheit durch Männer, die geneigt sind, volle Objektivität walten zu lassen. Thealer Theater In der JoaefMndt: „Kiimmcrjtingfer." Dieses Lustspiel von Jacques Duval ist ein wahres Juwel unter den französischen Gesellschaftslustspielen. Die Kammer jungf er, von L i 11 i Darvas, der großen Schauspieler!] des Herzens und des Geistes, mit feinem Humor und echt Pariser Charme dargestellt, bringt in da.« von schweren finanziellen Sorgen heimgesuchte Haus strahlenden Sonnen schein neuen geschäftlichen Aufschwunges. Daß sie gleichzeitig die geheime Frau des Sohnes des Hauses ist. gibt der Handlung den besonderen fteiz. Ihr Partner. H a n J a r a y, spielt seine Rolle mit gewohnter Liebenswürdigkeit und Echtheit. Ganz wunderbar wieder Alfred Neu gebauer. Stößel, Johanna Terwin unü alle übrigen. Jludwiq Hacäi in dec „HotnMW Auf Einladung der Direktion spricht Ludwig Hardt zweimal in der Komödie: Samstag, den 5. März, nachm. 5 Uhr: HeitereDichtung von Münchhausens tollen Abenteuern über Heine zu Wilhelm Busch, Morgenstern und Ringelnatz; Sonntag, den 6. März, vorm 11 Uhr: Eros in der Dichtung von der Klassik bis zur Gegenwart. Von jüdischen Autoren kommen Heine, Börne, Altenberg, Kafka und Polgar zu Wort. Jac Redtlxeil in den „lüdisdien Künstler* spielen" „Der lustige Wanderer" heißt die neue Operette, die ab Freitag, den 4. d. M., zur Erstaufführung gelangt. Der jüdisch-amerikanische Star Jac Rechtzeit, der die Musik zu diesem amüsanten Stück geschrieben hat, gehört bereits zu den Lieblingen des Wiener jüdischen Publikums, das ihn als Schauspieler, Sänger und Regisseur in gleicher Weise schätzt. Neben Jac Rechtzeit wirken Olga. S c h 1 i fkowics, ferner Erna Siegler, Lore Glücksmann, Dolly Nachbar u. a. mit. Ronadier* „Die gute, alte Zeit" Die gute, alte Zeit — das ist Wien von 1890 bis 1900, jenes gemütliche und doch temperamentvolle Wien, an das man sich so gern erinnert. Direktor Gyimeg hat die besten und interessantesten Nummern engagiert, um den anspruchsvollsten Wünschen zu genügen. In die entzücken den Bilder sind diese Nummern eingebaut, wie die radfahrenden Bären. Miss Crockers, die Musikclowns Mendez, ferner Komiker und Artisten ersten Ranges. Der Revueteil repräsentiert sich blendend wie immer. Die Solisten Herta Mertens, Lola v. Hübner, Fritz Steiner, Louis Mitznegg. die kleine Trudi Reith gefielen ungemein. Am meisten bejubelt wurden die Bilder, die das schöne Vorkriegs-Wien in seiner Stimmung vorzauberten. Ein stürmischer Erfolg für Wiens großes Variete". ckr. /Jüdische Ope*" Wir erhalten folgende Zuschrift: Unter der Leitung des Theaterdtrektors und. Opernfachmannes Walter Eberhard ist die Gründung einer „Jüdischen Oper" erfolgt. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gestellt; hervorragende jüdische Opernkräfte aller Länder zu erfassen und künstlerisch hochstehende Aufführungen zu. veranstalten, Hiebei ist an eine „internationale Stagio.ne" gedacht, die von Wien ihren Anfang nehmen soll. Im kommenden Herbst werden ausgedehnte Gastspiele in mehreren Staaten, auch Ueb'ersee, stattfinden. Zur Aufführung gelangen zunächst ausschließlich Werke jüdischer Komponisten. Es soll in mehreren Sprachen gesungen werden, vor allem deutsch, französisch, englisch, jedoch ist geplant, je ein Werk in jiddischer und polnischer Sprache einzustudieren. Für eine im Anschluß an die erste Tournee stattfindende Palästina-Gastspielreise sollen auch Opern in hebräischer Sprache aufgeführt werden.. Die Verhandlungen mit den maßgebenden Kreisen und Organisationen sind im Gange. Es werden Operxikräfte aller Fächer, auch Tanzkräfte, Kapellmeister, Regisseure, Choristen, technisches Personal gesucht. Zunächst nur schriftliche Offerte wirklich erstklassiger Künstler mit genauen Personalien, Angabe der Sprachkenntnisse, Photomaterial, Referenzen, Kritiken (mit Rückporto) an Direktor Walter Eberhard, Wien, I„ Fleischmarkt 28. Das öudi Esther in Noten gesefet Der bekannte Londoner Kantor. Reverend A. Per 1zweig hat ein überaus interessantes Werk erscheinen lassen, das die Aufmerksamkeit , der Kantorenwelt auf aich lenken dürfte. Zum erstenmal wurde die M o g i 11 a h, deren richtiges Vorlesen manchmal auch gewandten Kantoren Schwierigkeiten bereitet, in Noten, gesetzt und samt dem punktierten hebräischen Text sowie den Neginos in einem schönen Band, herausgegeben. Ueberflllssig, zu sagen, wie nutzbringend diese einzigartige Ausgabe der Megillah Esther für Kantoren, jüdische Musikstudierende, angehende Kantoren, usw. sein kann. Das Werk, das auch technisch in vorzüglicher, gefälliger Austattung und vornehmer Form herausgegeben wurde, wird von den maßgebendsten Fachleuten auf das wärmste empfohlen, Oberkantor I. L. Müller. Bestellungen sind zu richten an Max Schwager, Wien, II., Zirkusgasae 50. Werbevorstellutigen im jüdischen Kultiirtheate* Das Jüdische Kul tu rtheater veranstaltet am 3., 4., 7. und 8. Marz Werbevorstelhuigcn von Scholem Alejehems erfolgreichem, überaus heiteren Volksstück Wir bitten für unsere alten u. arbeitsunfähigen BLINDBN um Spenden. Für die blinden Musiklehrer, Klavier« Stimmer, Korb« u. Sosselfleehter»ewie Bürstenmacher bitten wir um Arbeit det {iidmkeH Bünden Wien II, Rembrondtstraße 18 — Telephon A- 47.2- 77 Poitsparkasjen-Konto A-133.213 „Das große Los", ins Deutsche Überträgen" und" für die Bühne bearbeitet von Dr. Jakob Rosenthal. Für diese Vorstfclltfngfcrt, die wie Immer in deutscher Sprache täglich 20 Uhr stattfinden, werden Ermäßigungen von 50, bzw. 33 Prozent gewährt. fci'n neuer Toniilm aus Palästina Am Sonntag, den 6. März 1938. um 10 und U12 Uhr vormittags findet im Flieger-Kino. IX.. Liechtensteinstraße Nr. 37. .die Uraufführung eines neuen palästinensischen Tonfilms: ..Werdende Welt —• eine Palästina-Revue" statt. DieSor Film entttält an Hand einer direkten Reportage in laufenden Bildern der ..Carmcl-Wochenschau" einen Ueberblick Uber das Aufbauwerk in Palästina und. die aktuellen Ereignisse der letzten Zeit. Im UnterhaltungsteiJ singt der berühmte Operntenor Josef Go 11 a n d ("früher Berlin) uria die Theatergruppe „Matale" (Tel-Avlr) Jrpfelt. einaktige Zeitsatyren. In den Film, der in hebräischer Sprache mit deutschen Zwischentiteln läuft, sind außerdem viele neue Palästina-Lieder eingestreut. FiSme der Woche Ungarn: Die entführte Braut. Frankreich: La grande Illusion Dun ja — Un Carnet de Bai — Die Lüge der Nina. Petrowna — Gribouille — Chez Jenny. Amerika: Das unbekannte Mädchen — Die große Stadt — Küsse am Broadway — Gräfin Walcwska — Der Gefangene von Zenda — Der dritte Grad — Stage door. — Nichts ist ihnen heilig — Lügen, ein Vergnügen — Faustrecht am Rio Grande — Buccaneer — Das Tagebuch des Todes — Hurrikan — Green Pastüres Am großen Strom — Diese Nacht ist unsere Nacht Das verlorene Paradies — Ein Mann, wie man ihn wünscht. Filme unter /Irierparaqrapli F/edermatis Meine Freundin Barbara — %-a% Sm Himmelbett — Musik für dich -- Abenteuer In Warschau — Der Berg ruft — Der Liebling der Matrosen — Streit um den Knaben Jo — Die Landstreicher — Brillanten — Gasparone — Taiigo Notturno — Togger — Der Tiger von Eschnapur — Immer wenn ich glücklich bin — Die Dame von Malakka — Urlaub auf Ehrenwort — Da» indische Grabmal — Gewitter Im Mai — La Habanera — Die Umwege des schönen Karl — Finale — Das Geheim-^*8 nls um Betty Bonn — Oberleutnant Franzi — Miraitdolinu^ ^, das Madchen mit'dem schlechten Ruf — Eine weiieKJ^*^ haf te Frau. \&>; Empfehlenswerte Firmen RESTAURANTS, CAFES*etc. .. , Cafd Atlashof, I., Franz-Josefs-Kal 1, Tel. R-28-2-28. Cafe Augartcnnof. II., Untere Augartehstraß'e 4G, Telephon A-44-0'73. : ... . Cafe BuchBbauin,,U., Kleine Pfarrgasse 21. Bürgerliches Familiencafe. Cafe-Restaurant „De France", 1., Schottenring 3, Telephon A-16-3-74. Erstklassige Küche. Billige ' Preise. 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Bridgesalon, Scliachzimmer, Billardsalon. Asphaltkegelbahn und Klubräume. „Vegetarla" Cafö-Restaurant, Öiätküche. Milchspeisen, II.. Obere Donaustraße 89a. Tel. A-48-8-71. Cafe Venezla, IL, Obere Donaustraße 77. Tel. A-43-5-I5. Neu renoviertes, bürgerliches Familiencafö. billige Preise, sep. Spielzimmer. INSTALLATIONEN UND ELEKTROWAREN Advokat & Fuiitl, Beleuchtung, Glühlampen. Elektrowaren, Gasgeräte, Badeeinrichtungen. Beheizung, II.. Taborstraße Sb, Tel. R-48-2-42. Josef lieitniann, vormals Paul Planer A. G., II.. Pratftrstraße 17, Tel. . R-47-5-10. Elektromaterial, Radio-Apparate, Beleuchtungskörper, Dauerbrandöfen. Gas-Apparäte. PELZE »ermann & Co., 1., Hoher Murkt!), To.1. U-21-1-6S. Reichste Auswahl. Alle Reparaturen. OPTIKER. »I. Scliächter, Optiker, II., Glockengasse 2ü. (Samstag geschlossen.) Sämtliche Rezepte werden gewissenhaft ausgeführt. Große Auswahl. Billigste Preise. Reparaturen sofort. DIVERSE Hüte. Neueste Modelle. Henriette Ro'scnf cl d- Kleln. I.. 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