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Die neue Welt · 1938-02-25 · Heft 730 (25.2.1938) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 730 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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DIE NEUE WELT Seit« fi Wissen Sie, warum . . im Haushalt von zehntausenden Wiener Juden zu PESSACH immer wieder nur „Schmidl-Mazzoth" und Schmidls Mazzoth-Grieß sowie Mazzoth-Farvel verwendet werden? Weil „Sdimidl-Mazzoth" die unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad erzeugt werden, den verwöhntesten Ansprüchen genügen und den nebenstehenden ZEHN GEBOTEN entsprechen. \Jed6*QeH SU dU neue, toWetv sdunatUUaftc Sftariahnaeke ,H.fi/ in alten Uwcce* (facUäftett! ZENTRALEi N. BRODETZKY II« LoopoCdtgasse 45, Tel. A-40-0-90, A-60-2-63, A-48-4-48 Die 10 Gebote: „Schmidl-Mazzoth" 1. Sind seit fast 50 Jahren beliebt. 2. Haben einen besonders feinen Geschmack. 3. Sind sehr leicht verdaulich und bekömmlich. 4. Werden nur aus den feinsten Mehlen erzeugt. 5. Sind hygienisch und in Kaschruth einwandfrei! 6. Werden nach einem besonderen Verfahren hergestellt. 7. Werden in peinlichst reinen ' Räumen erzeugt! 8. Von Facharbeitern deren Sauberkeit überwacht. 9. Der erstklassige Fachmann und Fabrikant N. Brodetzky. 10. Schmidl-Mazzoth sind garantiert frisch (Erzeugung 1938). .,/CHMiDI."-GRIE/ nur in plombierten Säcken! Kann England auf§ Palästina * Mandat verzichten? Die im Berichte der Kg]. Kommission (Peel- Bericht) enthaltene Erklärung, daß England das Palästina-Mandat nicht weiter führen will, hat in den Köpfen der zionistischen Majorität eine heillose Verwirrung angerichtet. Sofort wurde die zionistische Politik auf die Formel „Das Mandat ist tot, mausetot!" eingestellt und damit die einzig solide Basis zionistischer Politik verlassen. Inzwischen besteht das Mandat weiter und die fatale Phrase vom toten Mandat im Peel-Bericht erweist sich als inhaltslos. Dd$ -W «miwCrwn» ernoßrene ämdieS fcONALD COIMAN JANE WYATT #t e> o & & o In diesem Augenblicke sind die Ausführungen des Rechtsgelehrten Dr. Hugo Marx (Brüssel) über den Charakter des Mandats und die Möglichkeiten seiner Aenderung von größtem Interesse. Wir entnehmen der in der Züricher Jüdischen Pressezentrale enthaltenen Abhandlung: „Da es sich bei dem Mandat um einen Treuhandvertrag mit Eigeninteresse des Treuhänders handelt, wird man den Treuhandvertrag, der mit der Mandatarmacht geschlossen ist, dahin zu interpretieren haben, daß die Mandatarmacht ihrer Funktion nicht soll enthoben werden dürfen, solange sie nicht selbst die Ueberzeugung gewinnt, daß der . Augenblick für die schlechthin aufgibt oder daß sie seine Uebcrtragung auf eine andere Macht vornehmen wollte. Letztere ist ohne Zweifel völlig ausgeschlossen. Es ist undenkbar, daß ein Treuhänder in einer endgülitgen Weise eigenmächtig über das Treugut verfügt. Man muß dabei auch berücksichtigen, daß in der Uebertragung und in der Üebernahme eines Mandats die Absicht lag, einen bestimmten politischen Gleichgewichtszustand zu schaffen. Es muß als Inhalt der treuhänderische». Verpflichtung angesehen werden, daß die Mandatavmacht durch Beibehaltung des Mandats zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichtszustandes beiträgt. Dieser Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung eines bestimmten Kräfteverhältnisses schließt aber wie die Zession so auch die Demission, d. b. die einseitige Entledigung von der Funktion als Mandatarmacht aus. Die Mandatarfunktion ist eine Machtposition, die dem Treuhänder in seinem eigenen Interesse zugeteilt wurde und an die er nun, auch wenn sie ihm zur Last zu werden beginnt, gebunden ist, weil andere die politische Gleichgewichtslage, die durch die Einrichtung der Mandate angestrebt wurde, in Frage gestellt würde. Die Mandatarmacht steht unter dem Gesetz der von ihr selbst gewählten Herrschaftsform, die sie nicht aufgeben kann, ohne ihr Prestige und ihre Machtposition zu gefährden. So führt uns die tiefere rechtliche Erfassung der Mandatssituation zu dem Ergebnis, daß England ebensowenig einseitig sich von dem Palästina-Mandat lossagen darf, wie es aus praktisch politischen Gründen sich seiner Treuhänderstellung entledigen kann. England hat nur die Wahl, die in seiner Treuhänderfunktion enthaltene Machtsteilung mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu halten oder sie in die Hände von Maehthabern gleiten zu sehen, die sich seiner Kontrolle entziehen. Unter diesen Umständen kann dem Vorschlage der Peel-Kommission „t he mandate s h o u 1 d t e rminate" (das Mandat soll sein Ende finden), kaum mehr als der Wart einer akademischen Proklamation zukommen. Im Gegenteil: Recht und Politik, jeder Art (auch alt) sowie zur Barmizwah im Antiquariat Hermann TUCHNEß, ECkC TO&OrStroBe 52. Tel. R-41-4-20 ßudgetreferat in der Jüdischen Gemeinde Wien, 24. Februar 1938. Unter, dem Vorsitz des geschäftsführenden Vizepräsidenten, Oberbaurat Robert Stricker, fand Mittwoch, den 23. d.. eine Sitzung des Kultusvorstandes statt, bei welcher Präsident Dr. Friedmann den Voranschlag für das Jahr 1938 in einem ausführlichen Referat bekanntgab. Das Budget weist aus im ordentlichen Budget 6,687.810 Schilling, im außerordentlichen Budget 428.000 Schilling und schließt mit einem Gesamtabging von 398.250 Schilling. Dieser Abgang soll durch Spar- und Finanzmaßnahmen im Laufe des Jahres abgedeckt werden. Der Präsident, erörterte die einzelnen Posten des Budgets und konnte darauf hinweisen, daß die Kultusgemeinde mit Rocht von den Gemeindemitgliedern größte Opfer verlangen könne, und weiters feststellen, daß von den Gesamtausgaben der größte . Teil, und zwar 3,327.600 Schilling, für Fürsorge in Anschlag genommen wird. Ein ausführlicher Bericht über die Budgetsitzung wird demnächst folgen. Nadiriditen aus Palästina Bfc Bekämpfung des Terrors Auf Grund der Notverordnung zur Bekämpfung tlo.e Terrors wurden soeben wieder 20 Araber, unter ihnen ein früheres Mitglied des Obersten Arabischen Ausschusses, verhaftet. Das Amtsblatt der Regierung „Official Gazette" veröffentlicht eine Verordnung, die den High Commissioner bevollmächtigt, Beamte zu entlassen, welche gegen das Gesetz zur Bekämpfung von Verbrechen handeln. Die Regierung hat das Recht, auch die Gehälter solcher Beamten zu beschlagnahmen. Auf Grund des gleichen Gesetzes werden die Truppen, gemäß einer neuen Verordnung, ermächtigt, im Zuge der Unterdrückung von Unruhen Häuser in Dörfern, die Rebellen beherbergen, zu requirieren, bzw. zu zerstören. In dem Dorfe Iqzim, aus welchem die Mitglieder jener Baude stammen, die das jüdische Auto bei Atlit überfielen und den Arzt des Luftkorps, Aldershon, erschossen, wurden zwei Häuser in die Luft gesprengt. „A Difaa" teilt mit, daß auf Anraten voirJUr Charles 'Tegart, dem Spezialisten'' für Bekarnpfung• des Terrors, alle Polizeiautos R a d i o - A n 1 ag e n ,erhalten, um sich mit den Polizeistationen schnell verständigen zu können. Was die Araber von McMichael erwarten Das arabische Wochenblatt „X1 -1 a h a b", welches an Stelle des verbotenen Mufti-Organs, „AI Liwaa". erscheint, teilt mit. der neue High Commissioner Sir Harold MacMicbael werde nach seinem Amtsantritt in Palästina, zunächst einen Aufruf an die arabische Bevölkerung erlassen, strengste Ruhe und Ordnung zu wahren; sollte dieser Appel! Erfolg haben, dann werde der neue High Commissioner veranlassen, daß die aus Palästina deportierten arabischen Führer in das Land zurückkehren und daß die. im I^andc verhafteten Araber befreit •werden. Das Blatt meldet weiter. Sir Harold MacMichael werde die Empfehlungen der Peel-Kommission hinsichtlich der Aenderung der Administration in Palästina durchführen. * Da.s in A egypten bestehende Komitee für die Palästina-Araber erließ eine Proklamation zur Aufbringung von 10.000 Pfund. fjenisalemer Synagoge erbt 3500 Pfund Aus Jerusalem: Dem Vorstand der neuen Synagoge tn Jerusalem wurde ein Scheck über 3500 Pfund Sterling übergeben, der das Vermächtnis einer alten, vereinsamten Frau Silberstein aus Johannisburg darstellt, die Ln einem jüdischen Krankenhaus in Johannisburg vor dem Ableben den Arzt damit betraute, den Inhalt Ihres Koffers eiuer Jerusalemer Synagoge zu übermitteln, tn dem Koffer der verstorbenen Frau Silberstein fand sich überraschenderweise ein Depot von Effekten und Schuldverschreibungen in dem erwähnten Werte. Passagierhafen TeI«Aviv Ans Jerusalem wird gemeldet: Die Exekutive veröffentlicht anläßlich der am Mittwoch, den 23. Februar, erfolgenden Einweihung des Passagierhafens in Tel-Aviv einen Aufruf, in welchem die Bedeutung dieses Hafens für die Einwanderung und die Aufbauarbeit in Palästina unterstrichen wird. Per T«l-AvJv«r Hafen, heißt es in dem Aufruf, ist <i«r erste .jüdische Ha ton in der ersten jüdischen Stadt; er ist das „Tor von 55 i o u". durch welches die Alija ins t-and strömen wird. Das Judentum in allen Ländern der Zerstreuung wird aufgefordert, die Eröffnung des Personenhafens in Tel-Aviv 5fnm Anlaß zu nehmen, um für die Weiterentwicklung des Hafens, seine Ausdehnung und Modernisierung zu wirken. Siewird festgestellt, daß das palästinensische Judentum bereits in den Hafen, der tausendc Arbeiter beschäftigt, 200.000 Pfund investiert hat und daß es nun Pflicht des Weltjudentums sei, dem Jischuw in seinem Streben, den ersten jüdischen Hafen auszubauen und mit den modernsten Bini'ichtuugen auszugestalten, zu Hilfe zu kommen. Verband de*- Judenstaateziouisten, Sektion XIVIXV, Schauzatraße 32. Freitag, den 25. d., 8 Uhr abends, Oneg 8<jbabb*th. Referent: Ing. O. Bauer. Gesang: Edmund Müblatock. BUCHER Beendigung des Mandats gekommen ist. Diese Betrachtungsweise berücksichtigt, ebenso den praktischen Gesichtspunkt, daß keine der Großmächte ohne ihre Zustimmung eine ihren Interessen zuwiderlaufende Regelung der Mandatsverhältnisse zulassen wird, wie den theoretischen Irundsatz, daß die Souveränität keinen Eingriff einer fremden Macht duldet. Grundsätzlich bleibt indessen daran festzuhalten, daß dem Völkerbund aus dem Treuhandverhältnis das Recht zuzubilligen ist, die Mandatarmacht ihrer Stellung zu entsetzen, wenn sie offenen Mißbrauch damit treibt. Allerdings bleibt eine solche Annahme zunächst ein Vergnügen rechtslogischer B'olgerichtigkeit. Denn auf unabsehbare Zeit wird dem Völkerbund die Macht fehlen, ein solches Recht zu realisieren. Das Gegenstück zum Problem des V e r f ügungsrechts des Völkerbundes über Mandatsgebiete ist die weitere Frage, die durch die Entwicklung der Verhältnisse in Palästina eine be- | sondere aktuelle Bedeutung erlangt hat, nämlich ob , eine Mandatarmacht durch einseitigen Akt auf da» Mandat verzichten kann, sei es, daß sie es I zwingen England zur Aufreciiterh a 1t u n g des Mandat s." Unterhausdelegation von Premier Chamberlain empfangen Aus London: Der von der J. T. A. augeküudigte Empfang einer Abordnung des parlamentarischen Palästina-Komitees, bestehend aus Deputierten der Konservativen, der Liberalen und der Labour Party, durch den Premierminister Nevillc Chamberlain hat bereits stattgefunden. Die Delegation fordet I.e. baldige Lösung des Palästina-Problems und Erhöbu»;; der jüdischen Einwanderung in das Land Ornisby-Gorc hat schwache Augen Aus London: Im Unterhaus fragte A hg. N o e l- Baker den Kolonienminister, ob er ein Weißbuch über Beschlagnahme von Waffen und Munition in Palästina in den letzten drei Jahren mit Namen der Hersteller und der Ursprungsländer vorlegen könne. Ormsby- Gore erwiderte, er halte eine solche Veröffentlichung' nicht für sinnvoll. Er werde eine Liste der in den j Jahren 1935 bis 1937 beschlagnahmten Waffen und Munition zirkulieren lassen. Die Waffen sind meist alte!von beiden Kriegsparteien im Weltkriege benutzte Typen; sie sind rostig, daher sind die Markeu unlösbar und die Ursprungsländer nicht au erkennen.

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