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Die neue Welt · 1938-02-25 · Heft 730 (25.2.1938) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 730 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seit« 4 MS MSÜH WELT Hr. WO vom 26. fdfcvMAf l&l Aus der HillenRede In der von der ganzen Welt aufmerksam verfolgten Rede des Reichskanzlers Hitler am 20. Februar sind folgende, die Juden betreffende Wendungen zu verzeichnen: ..Die von einer jüdischen und intellektuellen Schicht geführte bolschewistische Revolution hat Millionen und aber Millionen von Menschen hingeschlachtet, dennoch nehmen deren blutbefleckte Mörder im Rate der demokratischen Institutionen (Völkerbund) angesehene Plätze ein..." „Die Opfer des jüdisch-marxistischen Mobs in Spanien werden nach Schätzungen vorsichtiger Männer, die selbst aus den Ländern der Demokratie stammen, mit einer halben Million eher zu niedrig als zu hoch angesehen ..." „Wenn wir in diesen fünf Jähren etwa ähnlich gehaust hätten wie die braven demokratischen Weltbürger sowjetrussischer oder sowjetspanischer Herkunft, d. h. also jüdischer Rasse, dann wäre es uns nicht gelungen, aus dem Deutschland des tiefsten materiellen Zusammenbruches ein Land des allgemeinen Wiederaufblühens zu machen..." „Wenn der Bolschewismus, die Inkarnation des menschlichen Zerstörungstriebes, sich nur territorial auf Rußland begrenzen würde, ließe sich auch darüber am Ende noch reden. Leider aber versucht der jüdisch-internationale Bolschewismus von seiner sowjetrussischen Blutzentrale aus, die Völker der Welt innerlich auszuhöhlen, die Gesellschaftsordnungen zum Umsturz zu bringen und das Chaos an die Stelle der Kultur zu setzen. Und hier sind wir unerbittliche Feinde." Lesestoff für deutsche Kinder Aus London (J. T. A.): In der Sitzung des Board of Deputies of British Jews (Vertreterschaft der jüdischen Gemeinden Großbritanniens) ertattete Leonard G. Montefiore den Bericht des Joint Foreign Committee (Komitee für die Angelegenheiten der Juden im Ausland). Bei Besprechung der Verhältnisse in Deutschland verlas er Zitate aus einem, „Jüdische Geld- Barone" betitelten deutschen Schullesebuch, in welchem erzählt wird, daß Princess Mary (Schwester des Königs) einen Viscount Lascelles heiratete, der eigentlich ein polnischer Jude sei, was schon der Name beweise: Lask, Laski, Lasker und Lascaries seien CaUAkketltoi IfWTrlr w W9**Wir*rwW^r'Y f, Hoher Markt - UcMtnsttgNr.4 jüdisch, ein Laski sei Präsident des Jewish Board of Deputies und Abraham Ben Samuel Cohen Lask sei ein alter Hebraist polnischen Ursprungs. Das, sagte Montefiore, wird deutschen Schulkindern über Angehörige der britischen Königsfamilie aufgetischt. * Aus Prag (J. T. A.): In der letzten Nummer de» „Stürmer", welcher den deutschen Lehrern als „Lehrbehelf" bei Behandlung der Judenfrage empfohlen ist, heißt es in einem Spezialbericht über „Die Juden in Prag" wie folgt: „Das Geschäftsleben befindet sich im Zustand totaler Verjudung. Haus an Haus, Laden an Laden tragen hebräische Schriftzeichen. Aus den Fenstern grinsen diese Juden, jeder ein Teufel, heraus. Es gehört Mut dazu, die vor Schmutz starrenden Gassen des Judenviertels durchzuwandern. Ein jüdischer Zuckerwarenladen interessierte mich. Ich trat ein und kaufte eine Markenachokolade. Der Hebräer wollte sie mir, dem „Goi", nicht geben. Sie war nämlich koscher und nur für das auserwählte Volk bestimmt. In einer anderen Judenauslage sah ich die koschere Ausgabe eines Seifenpulvers einer nicht unbekannten Firma. Der Jude muß eben seiner koschere Wäsche mit koscheren Waschmitteln reinigen." Der Streicher-Mann besuchte auch den alten Judenfriedhof und schreibt: „Der radikale Haß des Juden gegen alles Nichtjüdische hört auch im Tode nicht auf. Mit den Steinen auf den Grabmälern will der Jude die nichtjüdischen Völker zerschmeißen. Das ist die tiefe Bedeutung der Steinchen, welche die frommen Juden auf die Gräber ihrer Rabbiner legen: überschäumender jüdischer Chauvinismus, | grenzenlos Verachtung der Nichtjuden und über das Grab hinaus blutiger Haß gegen alles, was nicht jüdiseh ist." RUNDSCHAU Die Lügen des „Stürmer" Aua Wien (J. T. A.): Der „Stürmer" druckte in seiner letzten Folge den angeblichen Brief einer Wiener Arie rtn, die eine Schauergeschichte über die ihr seitens eines jüdischen Fabrikanten zugefügte Vergewaltigung zu erzählen weiß, wobei auch Kardinal Erzb.iacb.of Innitzer angepöbelt wird. Es konnte hier festgestellt werden, daß die ganze Geschichte erfunden ist. Das Streicher-Blatt bringt auch das angebliche Faksimile einer Zuschrift des Kardinals, an den sich die „Vergewaltigte" um Hilfe gewandt hat und der ihr erwiderte, in der Sache nichts tun zu können, da die Anselegenaeit strafrechtlich bereits verjährt sei. Die Fälschung des Kardinalbriefes geht schon allem daraus hervor, daß die Unterschrift Dr. Innitzer« dieselben Scbreibmascbinen-Typen aufweist, wie der Brief der „Vergewaltigten" selbst. Die Not «teigt rapid Aus B erlin: Die Not unter den'Juden in den kleineren Gemeinden Deutachlands ist so groß gt worden, daß die vorhandenen Mittel der Wohifahrtsehirichtungen nicht mehr ausreichen, um äueft nur ihre" dringendsten Bedürfnisse zu decken; Daher werden .»ich die jüdischen Winterhitfeorganisationen am 25. Februar an alle Juden in Deutschland mit der Bitte wenden, eine Minimalsummo pro Kopf für die Hilfsbedürftigen spenden. Der Aufruf hierzu wird am kommenden Samstag zium erstenmal in allen Synagogen des Reiches verlesen werden. Aus soeben veröffentlichten Ziffern geht hervor, daß der wirtschaftliche Druck auf die „N ich tarier", insbesondere in den kleineren jüdischen Gemeinden, in stetem Wachsen begriffen ist. In der Gemeinde Johannisburg-. Ostpreußen, sind 54 Von den insgesamt 59 jüdischen Einwohnern hilfsbedürftig. Fünf Distrikte, in denen man Untersuchungen angestellt hat, in welchem Maß« die Zahl derjenigen, die auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind, gewachsen ist, weisen folgende Zahlen auf: Schleswig-Holstein von 19,6 Prozent im vergangenen Winter auf 31,1 Prozent in diesem Winter, Pömmern von 25,1 Prozent auf 29,1 Prozent, Ostpreußen von 80,9 Prozent auf 35,S Prozent, Hessen-Nassau von 28,7 Prozent auf 36.1 Prozent. Friedberg-Hessen von 29.3 Prozent auf 45,6 Prozent. In einzelnen Gemeinden dieser Distrikte beträgt der Prozentsatz, der, auf. Öffentliche Unterstützung angewiesenen Juden sogar zwischen 40 und 90 Prozent der lokalen jüdischen Bevölkerung. So sind z. B. in Alt-Landsberg 70 von 140, in Neu-Ruppin 30 von 35. in Neidenberg 45 von 60, in Krojanke 38 von 61 und im Bezirk Trier 203 von fl04 jüdischen Einwohnern hilfsbedürftig. Eine Erkläruni} de» Präsidenten Uenetdt Aus New York.: Die Jüdische Telegraphen- Agentur gibt folgende Mitteilung aus:. „Am Freitag, 3. Dezember, wurde Rabbi Irving Frederick Reichert*i San Francisco, in Prag vom Präsidenten der Republik, Dr. Edvard Benesch, empfangen. Präsident Benesch sagte u. ä,: „Die Juden in unserem Lande genießen mit allen Teilen der Bevölkerung volle Gleichberechtigung und mit allen übrigen Minderheiten- Nationen die Rechte einer nationalen Min-, derheit. Ein großer Teil von ihnen betrachtet sich sich als Minderheiten-Nation, ein anderer Teil zieht es vor. lediglich als religiöse /Gemeinschaft zu gelten» Unter den Gesetzen unseres demokratischen States steht jedem das eine wie das ander frei." Der Erzbischof von Cänterbuiy für die rumänischen Juden Aus London: Der Erzbischof von Canterbury hat. wie die Jüd. TeJ.-Ag. erfährt, in der letzten Zeit direkt und indirekt bei den verantwortlichen Autoritäten in Rumänien über das gegenwärtige und zukünftige Schicksal der Juden des Landes angefragt. Der Er2bischof wird der Judenfrage in Rumänien auch weiterhin seine ganze Aufmerksamkeit schenken und bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit in Aktion treten. Mit dem jetzigen rumänisohen Ministerpräsidenten, dem Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Patriarchen Miron Christea, verbinden den Erzbischof von Canterbury gute persönliche Beziehungen. Ais Patriarch Christea im Jahre 1936 London besuchte, wohnte er als persönlicher Gast des Erzbischofs von Canterbury im Lambeth Palace. . JlfDItCNt VOIKIHOCHICHUU WIIH I, KAI 1, tl IIP M OM fc-tt.i.S* Beginn des Sörorncraeniesters: Mantag, Ü» P«fcr«f«r, 10 Uhr. Auskünfte und Prospekt« ganztägig im Sekretariat. Die neue rumänische Verfassung Aus JÖukäres^: Die jetzt verkündete neue Beruf sständlache Verfassung Rumänien enthält den folgenden Passus: Alle Rumänen, ohne Unterschied ihrer Herkunft und ihrer Religion, trägen die gleichen Pflichten und genießen die gleichen Rechte vor dem Gesetz. Die Aus* übung aller Religionen im Rahmen der Bestimmungen über die öffentliche Ordnung und die Staatssicherheit ist frei. Die Verfassung garantiert auch den auf rumänischem Staatsgebiet seit Jahrhunderten ansässigen Minderheiten ihre Rechte, welcher Rasse sie angehören mögen. Nur Rumänen oder naturalisierte Rumänen körinen in Rumänien ländliches Eigentum erwerben und besitzen. Fremde haben nur das Recht auf den Gegenwert solchen Eigentums. Ausweisung der jüdischen Sowjetbürger an* Deutschland Aus Prag: fJ.T. A.) Aus Berlin wird gemeldet, daß die Relchsregierüng in den letzten Wochen mehr als 60 jüdische Familien, die Inhaber von Sowjet, pässen sind, bei zehntägiger bis sechswöchiger Frist ausgewiesen hat. Man befürchtet, daß allo jüdischen 1000 gibt, von dem gleichen Schicksal betroffen 1 würden. Bis jetzt bat die Sowjetregierung den Alte» gewesenen keine Einfeueerlaut*» 1* erteilt. Da* Schicksal der Ausgewiesenen ist sehr tragisch; ei handelt eich meist um arme Familien. Die jüdischen Wc^ahrts* Institutionen nehmen sich ihrer an. Der Statu* der Sowjetbürger ist womöglich noch schlimmer als der der Staätenldsen, dereü sieh die Völkerbund- Instanzen immerhin annehmen können. Deutsche SteUen begründen meee Ausweisungsaktion mit der Verhaftung deutscher Staatsbürger in Sowjetrußland. Ecuador gibt an Juden keine lönreiaevtea mehr 1 Aus Berlin (J. T. A.): Die Konsulate der4 südamerikanischen Republik Ecuador in Europa hab^n von ihrer Regierung die Weisung erhalten, an Juden, sofern sie nicht Landwirtschaft treiben, keine Einreise- Visa mehr zu erteilen. Die Pacific Steamship Navigation" Company Hät deswegen ihre europäischen Agenten gewarnt, jüdisch« Passagiere, die nach Ecuador wollen, aufzunehmen. Unter den jüdischen WandenmgsorganisationeT» ist man Über das Verhalten der Regierung von Ecuador sehr enttäuscht; gemäß den anfänglichen Zusaget» dieser Regierung glaubte man damit rechnen au könne», daß Ecuador wenigstens einen kleinen Teil der au» Deutschland ausgewanderten Juden a.tifnehmeo werde. In den letzten vier Jahren sind et»-- 500 Jude« aus Deutschland nach Ecuador gegangen, sehr viele w» ihnen wurden Jetzt von der Ecuador-Regierung unter dem Verwand, daß sie sieh anderen als vorher von ihnen angegebenen Berufen widmen, ausgewiesen. Sie sind nun auch materiell zusammengebrochen. Der Präsident von Argentinien gegen ratsche Verfolgung Aus Buenos Aires: Der neugewählte Präsident von Argentinien, Dr. Roberto Ortig. der soeben sein Amt angetreten hat, erklärte Verf.vetern der jüdischen Presse, die ihn interviewt haben, er gelobe, keinerlei rassische Verfolgung-zu dulden: eine solche sei dem Charakter des argentinischen Volkes fremd und wirke abstofiendr-Die-Juden-Argentiniens, sagt« der Präsident cnfe Buchst».'^: BGraerliches Famlliencift, (n- und «inländisch« Zettungen Separierter Raum für jischfofiena Geoellschaftsn. H*rab Besetzte Prtlit. Mekka 49 droschen, Melange SO Groschen. Sowjetbürger, deren es jetzt in Deutschland noch etwa | gel«4en. weiter, können versichert sein, daß ich meine Kräfte in den Dienst der gesamten argentinischen Nation atelled werde, deren Verfassung auf Gerechtigkeit und Frevvj.-c aller auf dem Boden Argentiniens lebender oder «u lefoeu wünschender Menschen basiert. Aus Rio de Janeiro: Gemäß der .Instnikllo* des autoritär regierenden brasilianischen Präsidenten V arg äs hat nun auch der Staat Rio Grande du Sul nationalsozialistische und andere unter ausländischer Leitung stehende Organisationen verboten. 200 New-Yorker Geistliche kämpfen gegen den Antisemitismus Aus New York: Ueber 20O New-Yorker Geistlich« aller protestantischen Richtungen erließen einen Appell an alle Christen, den .Antisemitismus als eine ,;Bedrohung der Demokratie und Verleugnung der Grundprinzipien, auf denen die Nation aufgebaut ist", zu bekämpfen. Den Juden wird in dem Appen* die Versicherung gegeben, daß die. Kirchen unerschütterlich sich der ,S ü nde desAntisemitismus" widersetzen werden. Am Litauen Aus Kaunas (J. T. A.)5 Der Präsident der litauischen Republik A, Smetona und seine Gattin wohnten in Begleitung des Kriegsministers und höher Regierungsbeamter einer vom Verband jüdischer Fronte Soldaten Litauens (Kämpfer für Litauens Unabhängigkeit) anläßlich des 20. Jahrestages der litauischen Um* abhängigkeit veranstalteten Feier bei. Präsident Smetona hielt bei dieser Gelegenheit eiae Ansprache an die Festteilnehmer, in der er den Leistungen der Juden Li tauens für die Frei« heit und Unabhängigkeit des Staates und für das Land überhaupt herzliche Anerkennung zollte und das Gelöbaie ewiger Freundschaft des litauischen Volkes gegenüber den Juden abgab. Später gab Präsident Smetona dvm Chefredakteur der jiddischen Tageszeitung „Y Wilsche Stime", R. Rubinstein, ein Interview, in welchem er gegenüber der jüdischen Bevölkerung die Versicherung abgab, daß die neue litauische Vorfasung, obwohl sie keine die Rechte der Minderheiten garantierende Klausel mehr enthält, die Reehteder Minderheiten und auch der Juden nicht antastet und daß die Jüdische Gemeinschaft Litauen« de facto auch weiterhin Autonomie genießen werde. J. T. A,-Vertreter und Vertreter der jüdischen Presse waren zu dem vom Präsidenten der Republik Im Rahmen der Unabhünglgkeitsfeier gegebenen Bankett

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