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Die neue Welt · 1938-02-18 · Heft 728 (18.2.1938) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 728 (18.2.1938)
Date
1938-02-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WEM? Nr. 728 vom 18. Februar 1938 Rassendiagnose der Juden und ihrer Vorfahren Heute, wo die internationale Diskussion das Problem der Rassen nicht ruhen Jäßt, ist es wichtig, genaue, wissenschaftlich festgestellte und Überprüfte Daten dazu kennenzulernen. Insbesondere die jüdische Rasse steht im Brennpunkt zweifelhaften Interesses. Es ist dem „Anthropos", der Internationalen Zeitschrift für Völker- und Sprachenkunde, die In St. Gabriel-Mödling bei Wien erscheint, sehr zu danken, daß er in seinem letzterschienenen Band XXXII, Dezember 1937. Seiten 783 bis 794, eine Arbeit von S. W e 11 i s c h (Wien) veröffentlichte, die mit den streng methodischen Mitteln moderner Rassenforschung an die Frage herantritt und die Lösungen in überprüfbaren Tabellen zugänglich macht. „Kanaan, das heutige Palästina, war vor dem ersten Auftreten der Hebräer um das Jahr 2000 v. Chr. hauptsächlich von Stämmen der Amoriter, Hethiter, Mitanni und Kutohiten bewohnt. Die vor undenklichen Zeiten vermutlich aus Kleinasien über Amurru, westlich von Babylonien in das Land gekommenen Amoriter bildeten einen in geschichtlicher Zeit semitischen Sprachstamm orientalischen Ursprungs mit starkem nordischem und armenidem Einschlag. Die aus Kleinasien über Syrien eingewanderten Hethiter, die dem indogermanischen Sprachstamm angehörten, waren von überwiegend armenidem Geblüte mit orientaliden, nordischen mediterranen, hamitiden und turaniden Beimengungen. Ungefähr dieselben Rassenkomponenten wiesen die aus dem Nordosten Mesopotamiens über Syrien nach Palästina gesogenen, mit den Hethitern stamm- und sprachverxcandten M itann i auf. Die aus Aegypten herübergekommenen, vornehmlich in Südpalästina angesiedelten Kuschiten waren ein vorwiegend hamitides, mit erheblichen orientalo-mediterranen und negriden Elementen durchsetztes Rassengemisch. Die biologischen Erben dieser kanaanitischen Völkerschaften waren die Hebräer. Nach Angaben der Bibel gehen die ältesten Nachrichten über die Hebräer oder „Ibrim", d. h. „die Leute vom anderen Flußufer, zurück auf jene stark vorwiegend orientalide Gruppe von semitischen Nomaden, die, jahrhundertelang im Gebiete zwischen Babylonien und Aegypten umherziehend, aus den aramäischen Ländern jenseits des Euphrat um die Zeit 1100 v. Chr. vom nördlichen Mesopotamien her über Syrien nach Kanaan e'mdrang und sich daselbst niederließ. Den Kern dieser aus mehreren hebräisclien Stämmen zusammengesetzten Volksgruppen bildeten die I sr aelit e n. Die im Laufe der Zeiten mit den rassenverwandten Stämmen der hebräischen Moabiter, Ammoniter, Edomiter, Midianiter und Keniter aufgenommenen Blutsverwandtschaften vermochten keine wesentlichen Veränderungen in der Rassenzusammensetzung der Israeliten herbeizuführen. Durch Vermischung mit den zwar rassisch ähnlichen kanaanitischen Ureinwohnern, beziehungsweise mit den ihnen geschichtlich nachfolgenden Phöniziern, Jebusitern, Hiwitern, Gibeonitern sowie mit den außerhalb der hebräischen Stammesgruppe stehenden, aber rassisch den Hebräern ziemlich nahen Völkerschaften, wie den Aramäern, Asdodiern u. a., kam es aber schließlich zu einem überwiegend orientaliden Völkergemisch mit starker Durchdringung armeno-hamitider und mäßigen Einschlägen nordischer, mediterraner, turanider und negrider Beimengungen, also zu einem Völkergemisch, das zur Zeit unmittelbar vor der Reiclistrennung in den südlicheyi judäischen und den nördlichen ephraimitischen Herrschaftsbereich oder das Zehnstämmeland, bereits anders rassisch zusammengesetzt war wie die Hebräer zur Zeit ihrer Wanderungen. Die späteren Juden entfernten sich noch weiter von ihrem Urtypus, so daß man in der Rassenkunde die drei Entwicklungsstufen: Hebräer, Israeliten und Juden gesondert zu betrachten hat. Den geschichtlichen Tatsachen entsprechend also, abgesehen von den Althebräern, den, hundertprozentigen Orientaliden der wahrscheinlich arabischen Urheimat, zu unterscheiden: Die Hebräer, von den geschichtlichen Anfängen bis zum Auftreten Jakobs mit dem Beinamen „Israel" um das Jahr 1600 v. Chr. Die Israeliten, von Jakob, als dem unmittelbaren Stammeshaupte des Volkes Israel, bvn zum Unteryang des Zehnstämmereiches um das Jahr 700 v. Chr. Die Juden, die seit dem Untergange des ephraimitischen Nordreiches verbliebenen Stämme und Staminesteile. Für das Gesamtvolk wird im Alten Testament die Bezeichnung „Israeliten'' gebraucht. Im Neuen Testament wurde, da man nach der Zerstörung des Zehnstämmereiches die Ephraimiten für verlorengegangen ansah, der Name „Juden" auf das übriggebliebene Gesamtvolk ausgedehnt. Die vermeintlich verschollenen Ephraimiten, herkömmerlicherweise als „Israeliten" bezeichnet, sind teils in der Judenheit aufgegangen, teils als Sektion erhalten geblieben." Aus dem alten Hebräertum mit orientaliden Grundstock nebst hamitiden und armeniden Zusätzen ging ein Volk hervor, das zur Zeit der Könige David und Salomo (1000 bis 900 v. Chr.) mit großer Wahrscheinlichkeit, in Hundertsätzen ausgedrückt, aus 65 Orientaliden, 17 Armeniden, 9 Hamitiden, 5 Altnordischen, 2 Medterranen, 1 Turaniden und 1 Negriden zusammengesetzt war. Vergleicht man die feststellbaren Genzahlen der Blutgruppen für die Hebräer und die Israeliten mit den Genzahlen lebender Judengruppen, so ergibt sich, daß die ephraimitischen Samariter und die jüdischen Jemeniten noch am nächsten an die alten Israeliten herankommen. „Sie dürfen tatsächlich insofern als die ältesten Vertreter der jüdischen Vorfahren angesehen werden, als sie nach den Auf nahmen der Anthropologen von, allen Judengruppen und Sekten das Hebräertum noch am reinsten bewahrt haben." }>Die Samariter in Nablus... stellen trotz ihrer nach dem Fälle von Samaria stattgefundenen Vermischung mit assyrischen, babylonischen und aramäischen Ansiedlern, wie schon Huxley (1911) erwähnt hat, eine das Hebräertum ziemlich rein erhaltende Sekte der Israeliten dar. Die Samariter selbst nennen sich ,Beni Israel'... und behaupten, die einsigen reinen Nachkommen der ehemaligen Hebräer zu sein." Die Samariter bewahren heute noch die serologische Verfassung der Israeliten etwa zur Zeit der Zerstörung ihres Reiches um 700 v. Chr. und die Jemeniten den Zustand ihrer Vorväter nach dem gänzlichen Niederbruch des Judenstaates zu Anfang unserer Zeitrechnung. Den Samaritern gebührt unter allen Judengruppen und israelitischen Sekten in bezug auf Ursprünglichkeit serologisch der erste Rang, die jemenitischen Juden folgen an zweiter Stelle. Diese sind echte Juden, die nach Südarabien flüch- Vewau&etl ist das fagesUH de» Siedl... Chajira Bloch zum Dank für „Das geliebte Land" Verzaubert ist das Angesicht, der Stadt, Die — schon vertraut — mein kleines Leben birgt: Die Sage ist's, die sie verändert hat Und einen Sternenmaniel um sie wirkt. Neu ward die Bibelstadt im schönen Traum Versunkener Märchen, die die Sehnsucht trieb * . Am schöpfungsalten, gold'nen Sagenbaum, Der früchteschwer im Sturm der Jahre blieb. Verzaubert bin ich selbst von seiner Frucht, Von meiner Heimat Märchenglanz berauscht: Des Landes Seele, die ich lang gesucht, Ich fand sie, da den Sagen ich gelauscht. „Geliebtes Land" — die: Liebe schuf dich neu. Den Schlüssel fand in deinem tiefsten Sinn Und oft verhüllt von frommen Glaubens Scheu Ward sie der Leiden Trost und Deuterin. Und auch zu uns — in die bedrängte Stunde Dringt ihre Botschaft, die erzählt: So tief, mein Volk, drang keine, keine Wunde, Die DER nicht heilte, der dich einst erwählt. Schalem Ben-Chorin. (Chajim Blochs jüngstes Werk „Das geliebte Land", erschienen im R. Löwit-Verlag, Wien-Jerusalem, haben wir in unserer Ausgabe von 28. Dezember 1937 besprochen.) teten und daselbst eine Bevölkerung antrafen, die mit ihnen viel Aehnlichkeit aufwies und, in großer Zahl zum mosaischen Glauben übertretend, eine Blutsverwandtschaft aufnahm. „Jahrhundertelang bewahrten die Israeliten nach vollzogener Vermischung mit den Kanaanitem und ihren Nachbarn und späterhin auch die Juden dank der von dem Priester E sra im Jahre hhh v. Chr. gegen die Mischehen erlassenen Gesetze und die zugleich angeordnete Entfernung aller fremdländischen Frauen samt ihren Kindern aus den jüdischen Familien fast unverändert ihre rassische Natur. Seit diesen eugenisch bedeutungsvollen Maßnahmen bildeten die ' palästinensischen Juden lange Zeit eine in 3ich geschlossene ... Bluts gemeimchafl, so daß... alle innerhalb Palästinas statt gefundenen Ereignisse es kaum vermochten, die Rassenzusammensetzung der Juden dieser Zeit von der der Israeliten erheblich zu verändern." Belangreichere Verschiebungen in den Mischungsverhältnissen der Rassenbestandteile des jüdischen Volkes machten sich erst bemerkbar, als nach dem Uebergang der Hegemonie im Orient von Babylonien an Perslen und weiterhin während und nach der Uebernahme der griechischen Herrschaft zuerst kleinere Ansledlungen außerhalb Palästinas, dann aber nach dem vollständigen Zusammenbruch der letzten Reste im Mutterland die „jüdische Diaspora" immer weiter um sich griff, und zwar einerseits gegen Süden und Westen nach Arabien, Nordafrika, Griechenland, Italien und Spanien, andererseits gegen Osten und Norden nach Innerasien, der Nordküste des Schwarzen Meeres und der Halbinsel Krim. Schon zu Beginn unserer Zeitrechnung hatte die jüdische Zerstreuung einen solchen Umfang angenommen, daß der griechische Geograph Strabo berichten konnte: „Die Juden haben sich bereits so weit verbreitet, daß man nicht leicht einen Ort der bewohnten Erde finden könne, der nicht von diesem Geschlecht besiedelt und benutzt werde." „Um das 11. Jahrhundert beherbergt Westeuropa, aber auch Büdfrankreich wad Deutschland den größten ktitm Qaslsfüd du „ibto*ak" Wie wir erfahren, muß das hebräische National-' thater „Hablmah", das zur Zeit in den „JüdIschen Künstler spie len", II., Pratcrstraße 34, mit außerordentlichem Erfolg gastiert, ihr Gastspiel Sonntag, den 20. d. M., beenden, da das Ensemble seine Welttournee in Polen fortsetzt. Zur Aufführung gelangt täglich um halb 9 Uhr abends „Dybuk" in der Originalbesetzung. Auch Sonntag nachmittags „Dybuk" bei ermäßigten Preisen. Empfang niEhren der „H a 1>; m a h" veranstaltet die Hlstadruth Iwrith Samstag, den 19. d., um '»11 Uhr nacht« Im Caf6 Central, II., Taborstraße 8. Gastspiel Max Rechtzeit Im Theater „A s t o r", II., Praterstraße 60, tritt der jüdisch-amerikanische Star Max Recjitzeit ab Freitag, den 18. d. M., in der Sensationsoperette „Russische Liebe" auf. Dem Ensemble gehören Olga Schlifkowics, Erna S i e g 1 e r und die Mitglieder der „Jüdischen Künstlerspiele" an. Teil des jüdischen Volkes. Aus Meinen Ansiedelungen wurden größere, wohleingerichtete Gemeinden, welchen immer, neue Sclvaren aus Asien und Afrika zuströmten. Gleichzeitig erstarkte die östliche Diaspora durch Zuzüge aus dem Byzantinischen Reiche und aus Persien nach dem südlichen Rußland und nach Polen. Es gewannen in Südrußland die jüdischen Siedlungen durch die zum Judentum übergetretenen Chasaren- und Kosakenstämme neuen Zw wdchs und mündeten in Polen die Abwanderungsströme aus den durch die Kreüzzüge beunruhigten Judengemeinden Westeuropas. Insbesondere waren es die Juden Deutschlands, die in großen Scharen nach Osten auswanderten und namentlich Polen zu ihrem neuen Wohnsitz erwählten. ' Solche rückläufige Wanderungen von West nach Ost zogen sich bis in das 13. Jahrhundert hin und fanden in den folgenden zwei Jahrhunderten durch die Judenausweisungen aus den westeuropäischen Ländern ihre Fortsetzung. Die aus Spanien und Portugal vertriebenen Juden wandten sich hauptsächlich nach der Türkei, Palästina und Nordafrika, wo sie neue Zufluchtsstätten fanden. Es bildeten sich schließlich zwei Kemgebicte heraus» wo die Juden längere Zeit geduldet wurden und festen Fuß fassen konnten: In Osteuropa, wo die deutsch-polnischen Juden sich niederließen, und in der Türkei, wo die. spanisch-portugiesischen Juden sich enger zusammenschlössen. Die ersteren haben neben ihrem biologischen Erbgut infolge von Vermischungen mit slawischen, tatarischen und finnisch-ugrischen Stämmen Innera3iens vtsteuropide, turanide, alpine und mongolide Beimengungen dazugekommen, die letzteren haben auf ihren Wanderungen längs den Küsten von Nordafrika und Südeuropa, nach Arabien und Persicn ihrem Erbgut mediterrane, hamitide, turanide und negride Zusätze einbezogen. Jahrhundertelange Absonderung dieser beiden Gruppen ließ schließlich die zwei aus verschieden zusammengesetzten Rassehmischungen bestehenden Haupltypen unter den Juden, die Aschkenasim und die Sephardim, entstehen. Diese beiden Typen unterscheiden sich nicht nur in anthropologischen Einzelheiten, sie sind auch serologisch voneinander verschieden." Für die Aschkenasim kann man, In Hundertsätzen ausgedrückt, annehmen, daß sie aus 25 Armeniden, 18 Orientaliden, 18 Osteuropiden, 14 Turaniden, 10 Alpinen, 7 Hamitiden, 4 Nordischen, 2 Mediterranen und 2 Sibiriden zusammengesetzt sind. Rechnet man zu den Sephardim auch die Jemeniten und Samariter, so bestehen sie aus 58 Orientaliden, 18 Hamitiden, 14 Mediterranen, 5 Armeniden, 3 Turaniden und 2 Negriden. „Zählt man von den 16 Millionen der gesamten heute lebenden Juden 15 Millionen zu den Ostjuden und 1 Million zu den Südjuden, und wird das Mischungsverhältnis zwischen den Aschkenasim und Sephardim bei den Ostjuden 9:1, bei den Südjuden 1:9 angenononen, so gibt es zusammen 2J00.00O Sephardim, d. i. 15 Prozent der gesamten Judenheit, welches Ergebnis die Mitte zwischen den Annahmen von Günther und Passarge darstellt. Wird also das Judentum zu 85 Prozent Aschkenasim und 15 Prozent Sephardim, angenommen, so ergibt sich für die heutigen Juden die mitlere Blutgenenformel r : p :q^G2.15 : 26 . 31 :11 . 5J,." Die rassische Zusammensetzung lautet dann in Hundertsätzen: 24 Orientalide, 22 Armenide. 15,3 Osteuroplde, 12,3 Turanide, 8,7 Hamitide, 8,5 Alpine, 3,8 Mediterrane, 3,4 Nordische, 1,7 Siblrlde und 0,3 Negride. „Wie die Genzahlen der Blutgruppen, so können auch die meisten anthropologischen Merkmale mit ihren skalenmäßigen Abstufungen zu Rassenbestimmungen und Völkerbeschreibungen herangezogen werden." Die mittlere Körperhöhe des jüdischen erwachsenen Mannes ist demnach 1,657 Meter; sie hat sich seit Jahrtausenden nur unwesentlich verändert. Der mittlere Pigmentierungsgrad der Haarfarbe ist für die gesamte Judenheit 58,4, wobei das hellste Weißblond mit 0 Grad, das tiefste Blauschwarz mit 100 Grad angenommen wurde. Für die Israeliten galt der mittlere Grad noch 65,5i für die Hebräer 70,4, während er für die Ascheknasim nur 56,2 beträgt. Bei allen Anordnungen kommen die Aschkenasim knapp neben den Juden zu stehen, die Sephardim in naher Nachbarschaft der Israeliten und Hebräer. Dr. Georg B e r g e r .(Wien!*

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