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Die neue Welt · 1938-02-11 · Heft 726 (11.2.1938) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 726 (11.2.1938)
Date
1938-02-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 726 vom 11. Februar 1938 DIE NEUE WELT Seite. 7 Verb« der I udemtaatesloiristenOesierref dis Sektion P rat er, II, Erlafstraße 5. Dienstag, den 15. Februar, 8 Uhr abends, Wichtige Ausschußsitzutig. Erscheinen aller Ausschußmitglieder Pflicht. Sektion XIV./XV., Schanzstraße 32. Mittwoch, den 16. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Josef Frankel: Theodor-Herzl-Rabblner Dr. Güdemann. Judenstaatsjugend. Dienstag, den 15. d., halb 9 Uhr abends, im Zentralheim, iL, Praterstraße 30, Vortragsabend. * Der Verband der Judenstaatszionisten spricht seinem Verbandsratsmitglied Herrn Oberkantor JoSef Feuer anläßlich des unersetzlichen Verlustes, den er durch das Ableben seiner Gattin erlitten hat, sein tiefst- .Krefühltes Beileid aus. AUS ALLER WELT Kundgebungen in Amerika am 5. Jahrestage der Machtergreifung durch Hitler Aus New York (J. T. A.): Anläßlich des 5." Jahrestages der Machtergreifung durch Hitler fanden in verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten große Antinazdkundgebungen statt. In New York wohnten einem Meeting in der Carnegie Hall Uber 4000 Personen bei, Hunderte hatten keinen Einlaß mehr finden können. Der Bürgermeister von New York, Fiorello H. La Guardia, Ubermittelte der Versammlung ein Begrüßungsschreiben, in dem er eine Ausbreitung des Nationalsozialismus als eine „schwere Gefahr für den Weltfrieden" bezeichnet. Ansprachen hielten: der Präsident der amerikanischen Sportvereinigung, Dr. J. T. Mahoney, der berühmte Anthropologe Prof. Franz Boas und der gewesene amerikanische Botschafter in Berlin, William E. Dodd. In Hollywood fand ein Massenmeeting «tatt, ,dem tausende Personen beiwohnten. Es sprachen Eddie Cantor und die Dichterin Doröthy Parker. Gleichzeitig fand in New York ein Meeting der deutschen Nationalsozialisten statt, an dem etwa 2000 Personen teilnahmen. Der deutsche Konsul in New York, Dr. Hans Borchers, erklärte, das Aufkommen des jüdischen Problems in Deuschland sei ein „Resultat der jüdischen Ambitionen, die die Repressalien hervorrufen mußten". Makkabi-Weltkongreß am 6. und 7. März in Paris Aus London: Die Exekutive des Welt-Makkabi hat den Makkabi-Weltkongreß für den 6. und 7. März 1938 nach Paris einberufen. Jüdischer Flieger ausgezeichnet; Aus Johannisburg (J. T, A.): Der junge Johannisburger jüdische Flieger Philip <Hess e 1 s o n .hat von dem Johannisburger Leiclitäroplan-Klub eine Medaüle für verdienstvolle Flüge im Jahre 1937 erhalten. Der unmittelbare Anlaß der Auszeichnung war ein kürzlich absolvierter Flug Johannisburg—Tel-Aviv und zurück. Es ist dies das erstemal, daß diese Strecke mittels Flugzeuges zurückgelegt wird. Oberst Achille Levy Bianchini gestorben Aus Triest: In Triest starb plötzlich im Alter von 60 Jahren der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Triest, Oberst Achille Levy Bianchini. Der Verstorbene nahm, als Triest noch zu Oesterreich gehörte, auf italienischer Seite an dem Krieg in Tripolis, und am Weltkrieg teil und errang die höchsten militärischen Auszeichnungen. In den letzten zehn Jahren widmete er sich dem jüdischen Gemeindeleben. Die Beisetzung Oberst Bianchinis fand, mit allen t militärischen Ehren statt. Die litauische Regierung lädt die Zionistische Organisation ein Aus Kaunas: Die litauische Regierung hat die Exekutive der Jewish Agency eingeladen, an. der Staatsfeier am 16. Februar anläßlich' des 2 0. Jahrestages des Entstehens der litauischen Republik teilzunehmen. Die Jewish Agency hat Rabbiner Nurock als ihren Repräsentanten nominiert. (J. T. A.) Warum der englische Film „Queen Victoria" in Deutschland nicht gespielt werden darf Der Film „Viktoria .die Große", der dem Andenken der im Jahre 1901 nach mehr als 60jähviger Regierung verstorbenen englischen Königin gewidmet ist, nimmt unter der englischen Filmproduktion neueren Datums eine besondere Stellung auch deswegen ein, weil es der erste englische Film ist, in dem Schauspieler die Königin und Persönlichkeiten ihrer Zeit darstellen durften. Es erregt in England peinliches Aufsehen, daß gerade dieser Film in Deutschland' verboten' worden ist. , Es wird von zwei verschiedenen Verbotsgründen berichtet: Der Film ist in Nazideutschland einmal deswegen unerlaubt, weil in seinem musikalischen Part zwei?^iichtarische Kompositionen", Mendelaaöhn» „Auf den Flügeln des Gesanges" und Meyerbeera „Kro- nungsmarsch", vorkommen. Außerdem aber beschreibt der Film unter anderem das freundschaftliche Verhältnis der Königin zu ihrem nichtarischen Premierminister Disraeii (Lord Beaconsfield). Nun ist für die Engländer Dlsraell zwar der Staatsmann, der dem engli» sehen Weltreich Form und Gestalt gab! Für den deutschen Filmzensor aber ist er der Jude,1 von dessen staatamännii lUstouttoU Bittet fTVwfIVfWPfVr WWWWIFUW "W3!.'Öe'äjrenomnT.ijBi ie Kü che «ws. R1 I C H II Älrtl OI M I N O S tfftn t1.90 aufwärts igHWKUÄ i h tr & K AU ii, rtqmm«r.0urg»tqll-G«t«e I «ilfot SititoifflUki) ItU-41-0-» sehen Fähigkeiten 2wär eine englische Königin und — das englische Volk, nicht aber das im Geiste des Hitler- Streicher-Goebbels- und' Göring-Antisemitismus erzogene deuteche Volk einen hohen Begriff haben darf! In England aber' Klnwlederum ist man nicht geneigt, die Stel'uugriahme der Goebbelschen Filmzensur als angemessen anzusehen! („A.-Z.", Basel.) Arabischer Klub in Berlin Aus Prag (J. T. A;): In Berlin wurde ein arabische r KI ub eröffnet, dem alle in Berlin studierenden Araber angehören. Der Klub wird ein Bulletin herausgeben. Die deutsche Regierung wird in . diesem Klilb -Verschiedene Prbpagandakurse veranstalten. Der Zusammenschluß der arabischen Studenten in diesem Klub erfolgte, weil die Araber auf der Straße häufig als Juden angesehen und insultiert wurden, während die deutsche Regierung Interesse an einem freundschaftlichen Verhältnis zu den Arabern hat. Wir bitten für unter« alten u. arbeitsunfähigen BLINDEN um Spenden. Für die blinden Musiklehrer, Klavierstimmer, Korbu. Sesselfiechtersowie Bürstenmacher bitten wir um Arbeit Mitisueeeik w "Wgn*W . det jüdistltea Bünden Wien II, Rembronclfstraße 18 — Telephon A-47-2-77 Postsparkassen-Konto A-133.213 Sdiolem Alediem im Jüdischen Kulturtheater „Das Große Los" Auf dem-Wege zu einem' Theaterstil, der jüdischen /Stoff in deutscher Sprache möglich macht, verweilt das j.Jtidische- Kulturtheater*' natürlicherweise auch bei Schölem Alechem. Die erste Station hieß „Schwer zu sein ein Jud", die »weite heißt „D'äs gr'o ß e Los", das Volksstück vom "Haupttreffer; der ins" Schrieiderhaus geregnet kommt und verrinnt '.'. . Dr. Jaköb Rosenthal hat in -richtiger "Erfassung des*Mögli6henf• das" 'Original sehr farbig und geschickt Übersetzt', bzw. bearbeitet, ' so daß dem . Regisseur und1 -den Schauspielern "ein vorzügliches Textmaterial vorlag, das man nur richtiganpacken niußte. Fritz LinTts, der sich schon1 als wandlüng3fähiger Charakterdarsteller bewährte, bekam eine dankbare Regiöäufgäbe," und mit einer ebenso tapferen wie äüfopferungsbereiten Schaüspielerschar brachte er einen Theaterabend zustande, dem man einen reinen,'1 achträhenreichen Genuß verdankt. Das jüdische Wien hat jetzt Gelegenheit^ sich an Scholem Alechem, unserem „lieben" Volksdichter, in einem ihm (dem jüdischen Wien) verständlichen Idiom zu delektieren und überdies ein paar schauspielerische Leistungen zu, bewundern: zunächst. Rudolf Weiß . als Schneider Soroker mit dem ewigen,„Amerika", Milö Sperber als Schadehen, Alice Koch als Frau Soroker, Else F r o e b e 1 als Bäckersfrau, Marta A u f w ä r b e r als um- worbene Tochter Bejlke, schließlich Orian und Friedmann als Mottel Und Koppel... Es ist auch eine Freude, zu sehen, wie geschickt die. raumenge Bühne für die vier Akte des Stückes verwendet wird (Leo Glückselig), wie das Publikum mitgeht, sich, den volkhaften Pointen des yolksdichters hingibt und wie schließlich das Theater selbst ais jüdischer Kulturfaktor sich zu einem Stil durchringt, der seiner Aufgabe angemessen ist. o.-r. ' m faue 1/tlodeiU HENRIETTE ROSENFELD-KLEIN Wien I, Kärntnerstraße 21 Konzerte Segal-Rosenbach. Man muß anerkennen, daß der Lieder- und Radiosänger J. Segal-Rosenba c h. durch seine Interpretationen des jiddischen und hebräischen Volks- und Kunstliedes sich große Verdienste erworben hat. Die.schönsten Weder des palästinensischen Jischuws sind durch ihn in zahlreichen Ländern populär geworden. Das kürzlich stattgefundene Konzert hatte einen derartigen künstlerischen und gesellschaftlichen Erfolg, daß es am 16. Februar im Großen Saal des J. K. J.,' I., Franz-Josefakai 3, wiederholt werden wird. Auf dem Programm stehen, unter Mitwirkung des Violinvirtuosen Prof. Zimtoler, der Pianistin L. Rlegier, SolocelliBt Theo Salz mann und des Meistersprechers E. Celss hebr. jemen. Volkslieder, den Zyklus „Die jüdischen Feiertage* im Volslied", die neuesten palästinensischen Lieder und Horras, Lieder des Tel-Aviver ,Hafens u.' a. Aus dem Programm ist erslcbtlch, daß J. Segal-Rosenbach sich ausschließlich von jUdisch-kultureHen Gesichts-'' pSttfhten leiten Jä&6 " ... . .. ,, Jüdisches Kulturtheater Täßlteh, 20 Uhr (Sonn- und feiertags auch 15 Uhr 30 als Nachmlttaftsvorstelltihs hei kleinen Preisen), Scholem Alejchcms Volksstiick „Das große Los" in der deutschen Ucbersetr.unjt und. Bearbeitung von Dn Jakob Bosenthal. Hegic: Fritz Links.. > Jüdische Kulturstelle I„ Fran'z-Jösefs-Kal 3, R-28-2-36 Montag, den U. iWriiar. 20 Uhr: UriefBirnfoaum liest aiis eigenen Werken. Der Maler-Dichter Birnbaum gehört zu den bedeutendsten künstlerischen Persönlichkeiten des modernen Judentums. Großer Vortragssnal des J. K. J., I., Franz-Josefs- Kai Nr. 3. „Jüdische Künstlerspiele." Während der Dauer des Habimah-Gastspleles finden die Vorstellungen des jüdischamerikanischen Gästepaares Joe Rechtzei t-Olga Schllfkowlcs mit dem Siegler-Ensemble (Erna Siegler, Dolly Nachbar,' Lore Glücksmann u. a.) im Theater Astor, IL, Praterstraße 60, statt. Zur Aufführung gelangt das sensationelle Zugstück „Fremde Kinder". Theater a. d. Wien. Man unterhält sich köstlich bei „Dixie", der neuen Kriminalkomödie mit Musik von Karl Farkas und Adolf Schütz (nach einer Idee von G, Freud). Die kleine Dixie ist Rekrut der Heilsarmee und will durchaus „Seelen retten". Um für sie der gei suchte interessante Fall zu werden, gibt sich der Schriftsteller Jim Webster (bei Oskar Karl weis gut aufgehoben) als Verbrecher aus, gerät aber durch seinen Freund, einem Ex-Gangster, in solche Verwicklungen und Situationen, daß man ihh zum Schluß für einen wirklichen Mörder hält. Natürlich löst sich zum Schluß alles in Wohlgefallen und zwei' Paare finden sich für immer. Die Rolle der Dixie ist Lizzi Wal'dmüller anvertraut. Sie ist reizend, voll sprühenden Temperaments. Ein neues Gesicht, Ellen Lutz, ist überaus erfreulich, Franz Engel, Eugen Jensen, Emil Stöhr, Manfred Inger, Erich Pohlmann, Paul Morgan sind mit Laune und Schwung bei der Sache und an dem überaus starken Erfolg beteiligt. Die Musik von Michael Krausz hat das Zeug in sich, bald zu populären Schlagern zu werden. c. kr. Filme der Woche Ungarn: Die entführte Braut. Frankreich: La graride illusion—- Duhja ^— Un Carnet de Bai. Amerika: Ein Star ist geboren r— Romeo privat — Olympiade der Unterwelt — König, wider Willen — Die gezeichnete Frau — Hafenspelunke — Ritter ohne Furcht und-Tadef— Unter vier Augen Güter Kamerad — Helene Willfür — Mister Moto, der Schatten von Schanghai — All Baba geht in die Stadt — Der König und das Girl — Silly Micky Melodie 1938 — Banditen von Käin-Tu-Kei — Der Liebesreporter' — Ingefährlicher Mission^ ^— Das Herz der Welt —^ D'ead- End'. Olm" Schatten der WolkenkratzeryMr. Dodd saniert" —r Ebb Tide; — Der gelbe Herrscher — Das unbekannte Mädchen —, Die große Stadt — Küsse am -Broadway — Gräfin Walewska — Der Gefangehe von Zenda —^Der dritte Grad —v.Stag© door. — Nichts ist ihnen heilig — Lügen, ein Vergnügen — Faustrecht am. Rio Grande — Buccaneer — Das Tagebuch» des Todes. . '' Filme unfet Arierparagraph Fledermaus — Meine Freundin Barbara — 3 x 2 im Himmelbett — Müsik für dich — Abenteuer in Warschau — Der Berg ruft — Der Liebling der Matrosen — Streit um den Knaben ..To — Die Landstreicher .— Brillanten — C*asparone,— Tango Notturno — Togger — Der Tiger von Eschnapiir — Immer wenn ich glücklich bin — Die Dame von Malakka — Urlaub auf Ehrenwort — Das indische Grabmal — Gewitter im Mai — La Habanera — Die Umwege des schönen Karl. — Finale. „Das verlorene Paradies" — ein neuer Frank-Capra- FÜm. Frank. Capra, der Regisseur der Welterfolge: „Es geschah.in einer Nacht". „Mr. Deeds geht in die Stadt", „Die ganze Stadt spricht davon", schuf mit dem „Verlorenen Paradies" (Löst Horizont) sein gewaltigstes und zugleich persönlichstes Werk. Es ist das mutige Bekenntnis eines Menschen, der unter den qualvollen Wirrnissen unserer Zeit leidet und -dessen suchende Seele ein Land ei'sehnt, dessen Sonne ohne Unterlaß über eine glückliche zeit- und weltentrückte Menschheit leuchtet. Dieser Film, erfüllt von brennender Aktualität, rührt an Probleme, die jeden von uns beschäftigen.. KINO'PROGRAMME Vnaiia Vinn Warner Oland IußUZ"lYlnO als ChatÜe Chan I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Von*clluns«n: k, *6, m, %10 SCHWEDEN Greta Garbo, Charles Boyer I« «3E3S „Gin MmW 3. Woche V o r v e r k a u f . ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen f^ugarten» Kino Ii, Untere Augarten _ _ straQe 28 ■ > ■ Telephon A-4D-6-98 I BBeginn: V«4, \,6, 'ib ■ ■«/.fOühr u SchlogarfiJm in jiddischer Sprache (5. und letzte Woche

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