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Die neue Welt · 1938-01-28 · Heft 722 (28.1.1938) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 722 (28.1.1938)
Date
1938-01-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 722 vom 28. Jänner 1938. DIE NEUE WEM Seite * Mi AÜätm mt IM KAMPF GEGEN DIE GRIPPE ^H»v- WvX WMiSSt % perfhel MCI^ST 04£ N*'UE WAFFE. VORBEUSENO - HEILEND - STXRKEMD | WsstmehaRticlie SutaeMen und Prospekte durch: „PERIHEL" Hsilsonnen Ges. m. b. H. Wien XVIII, Sdiopenhaueisir. 47, Tel. B-45-3-3B Z^yfyyyyyyyfywy^ kfoikensfuegd Das Zentrum des Panarabismus „Die Militärakademie in Bagdad ist das Zentrum der panarabischen Bewegung und von dort werden alle Aktionen in" den Ländern mit arabischer Bevölkerung dirigiert. Auch das allgemeine Stadtbild in Bagdad beweist, daß diese Stadt sich zu einem politischen Zentrum des Panarabismus entwickelt. F auzi Kaukadji, der 1936 die arabische Revolte in Palästina befehligte, ist einer der Instruktoren dieser Militärakademie.'* „Telegraaf", Amsterdam. Judische Filmstars „Unter den ersten zehn Filmschauspielern Amerikas mit dem größten Kassenerfolg befindet sich kein einziger Jude; erst unter den nächsten fünfzehn erscheint ein jüdischer Name: Jack Benny (in Europa unbekannt) Dann erst enthalt die Liste folgende Namen: Edward Arnold, Bobby Breen, die drei Brüder Marx (Komiker), Paul Muni, Luise Rainer, Edward Robinson, Eddie G antb r, Dorotty Lamo ur, Silvia Sidney, Walter Winchell, Ben B er nie, Elisabeth Bergner, Sally Eilers, Sybil Jason, AI Jolson, Otto Krüger, Francis Leder er, Peter Lorre, Kent Taylo r." „Motion Picture Herald", New York. Jüdische Schöpferkraft „Alle schöpferisch überströmende Kraft und alles glänzend überstrahlende Licht, das Gott nach der Ueber- CofeAkketke^ I, Hoher Markt - Lichten steg Nr. 4 lieferung der Tradition in die Schöpfung von Himmel und Erde Mneingesenkt, trugen wir Juden in die Sphäre unseres Lebens und gaben ihm so sein Gepräge." Dr. Max Nußbaum, Berlin. Nationale Bewegung und Diebstahl ,J3ei polizeilichen Untersuchungen in der Nähe von Hebron, die nach einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Terroristen vorgenommen wurden, sind in einem arabischen Hause der Koffer und die elektrische Lampe des ermordeten .Professors Starkey gefunden worden, die von den Mördern geraübt worden waren," Palcor-Meldung (Jerusalem). Wo bleibt das Gewissen der Menschheit I „Die Situation für die deutschen Juden ist so tragisch geworden, daß dort noch einmal wenigstens der Versuch gemacht werden muß, die großen Nationen für dieses Schicksal mehr zu interessieren als es heute getan wird." „Israelitisches Wochenblatt" (Zürich). Keine guten Nachbarn „Staaten, in denen es^keine Gedankenfreiheit gibt und in denen diese Freiheit des Gedankens und des Wortes durch Diskriminierung der eigenen Bevölkerung in bezug auf die Rasse, die religiöse oder politische Ueberzeugung unterdrückt wird, sind offensichtlich keine guten Nachbarn." Der amerikanische Minister Ick es (Washington). ^tieii:SanReniQ,PensloneFellce (am» timtV Imnero 184. Unter Aufsicht des itPD Corso dell* Impero 184. Unter Aufsicht des Hamburger Vereines. Direktion : Dr. med. Ale« Schwan RUNDSCHAU Gesund und loicht verdaulich ist das köstliche Wiener S i m o ns'brot. Unentbehrlich zur Behebung von Darmträgheit und Magenleiden, Bestes Diätbcot, E Vladimir Jabotinsky in Wien Vortrag über den „Kampf um den jüdischen Staat" Den toten Punkt, an dem die Politik des offiziellen Zionismus angelangt ist, überwinden, heißt: sich selbst und dem britischen Mandatar eine festumrissene, zeitlich terminisierte und materiell mögliche Aufgabe stellen. Wer solches denkt, hat aus dem Munde Vladimir Jabotinskys hören wollen, wie der Inhalt dieser Aufgabe bestelt ist, und darum an dessen Vortrag „Der Kampf um den jüdischen Staat" im Großen Musikvereinssaal, Montag, den 24. Jänner, teilgenommen. Eine kritische Betrachtung des Vortrags erübrigt sich, denn er brachte die seit der Gründung der Neuen Zionistischen Organisation bekannten revisionistischen Thesen, die hier mit den aktuellen Problemen, der Teilungsfrage und dem neuen Weißbuch, konfrontiert wurden. Man hörte zunächst in einer mehr psychologischen als substantiellen Formulierung die Diagnose: Der Teilungsplan ist tot. Man möge ihn mitsamt seinen Erinnerungen an den Züricher Kongreß vergessen. Dieser apodiktischen Feststellung folgte die Darbietung eines „Z e hn j ah r p 1 a n s", der nach seiner Durchführung ermöglichen solle, zum Aufbau des eigentlichen Judenstaates auf beiden Seiten des Jordans zu schreiten. Es sei notwendig, den für das jüdische Palästina verantwortlichen Faktoren den Weg zu zeigen, den der Großzionismus auf Herzischer Grundlage gehen und unerbittlich verfolgen müsse, damit die Treibkraft der zionistischen Lösung der Judenfrage, die Judennot, in ihre' natürliche Richtung: Judenstaat Palästina — gelenkt werde. Würden die kolonisatorischen Bedingungen für eine Einwanderung von rund 150.000 Juden pro Jahr seitens der Mandatarmacht geschaffen sein, so könnte in zehn Jahren die Basis des Herzischen' Judenstäates, die M a j o r i t ät, erreicht und damit die Perspektiven' für die weitere Arbeit sichtbar werden. Die Möglichkeit eines Zusammenschlusses mit der alten Zionistischen Organisation verneinte Jabotinsky, indem er gleichzeitig auf den bevorstehenden Revisionistentag in Prag verwies. Er gab seinem Glauben an den Sieg des Großzionismus als eine Zwangsläufigkeit Ausdruck, die Notwendigkeit einer Einigkeit in Form eines jüdischen Nationalkongresses hervorhebend, und da er dies in seinem rhetorisch starken Pathos tat, jubelte ihm der volle Saal zu, klatschte ihm die "ganze Zuhörerschäf t ohne Unterschied parteiischer '' Nuan'cierung, begeistert Beifall. , Photos, die kompromittieren« ♦ ♦ In der New-Yorker illustrierten Zeitschrift „Life", die in allen angelsächsischen Ländern gelesen wird, konnte man kürzlich sehr schöne und ausdrucksvolle Photos eines orthodoxen Gottesdienstes sehen — eine Freude für jedes jüdische und für jedes künstlerischen Eindrücken zugängliche Auge. Aber die Zeitschrift, die solch schöne Bilder jüdischer Typen und jüdischer Bräuche brachte, begegnete in gewissen jüdisch-amerikanischen Kreisen scharfer Kritik, ja Zurückweisung. Gewisse Juden beschwerten sich über die Bilder, die den Eindruck erwecken könnten, daß die amerikanischen Juden — welcher Schreck! im Gebetornat wie echte Juden aussehen, während doch die meisten Juden Amerikas reformiert, also auch in der Synagoge wie American Boys aussehen. Es regnete Zuschriften an den „Life". In einer dieser Zuschriften erklärte eine jüdische Frau: „Hätten Sie in unserem Tempel Ihre Aufnahmen gemacht, dann hätten. Ihre Leser Leute gesehen, die sie kaum von Christen in ihren Kirchen unterscheiden könnten." Die nicht jüdische Zeitschrift „Life" hatte zweifellos die Absicht, durch ihre schönen Reproduktionen dem Leser eine Vorstellung von den spezifisch-jüdischen, dem weiten amerikanischen Publikum unbekannten Bräuchen zu geben. Die amerikanischen Assimilanten aber fühlten sich durch die Darstellung traditioneller jüdischer Bräuche kompromittiert; denn sie wollen sogar im Tempel, wenn sie zum jüdischen Gott beten, wie Nichtjuden, wie waschechte Yankees aussehen, und nun hat ihnen die „Life" durch die Photographien jüdischer Männer mit Bart, Tefillin und Tallith einen Strich durch die Rechnung gemacht, ihnen, den Jahudim, die immer protestieren,' wenn Juden in der Oeffentlichkeit jüdisch auftreten. Offene Briefe Die von Deutschland her geförderte Hakenkreuzpropaganda in Dänemark, welche in letzter Zeit ihren Niederschlag in einigen Prozessen gegen antisemitische Hetzer fand, hat in vielen Kreisen des Landes Besorgnis hervorgerufen. Von dieser Besorgnis .diktiert, erscheint ein „Offener Brief", welchen der hervorragende dänische Jugendführer K. Harböll im Organ „Freisinnige Jugend" an den Justizminister K. K. Steincke gerichtet hat. In dem Briefe wird der Justizminister gefragt, was er zu unternehmen gedenke, um die „kulturzerrüttende Agitation der. Nazj"- guxa Stillstand zu bringen und zu verhindern, daß „mittelalterliche Judenverfolgungen" wieder platzgreifen. Der Justizminister antwortete in einem Schreiben, welches in der Kopenhagener Presse veröffentlicht wurde. Es lautet: „Ohne daß ich mich verpflichtet fühle, jedem zu antworten, der Lust hat, sogenannte „Offene Briefe" an den Justizminister zu schreiben, selbst wenn der Betreffende ausnahmsweise so höflich ist, mir die Zeitung zuzusenden, will ich mich doch nicht weigern, Herrn K. Harbölls offenen Brief in der „Freisinnigen Jugend", November-Ausgabe, zu beantworten, be- \ WEUZ'MMO /. OOriVPAAK-HMO IX. sonders, weil ich ihn auch an anderer Stelle gesehen habe. Man frägt mich, welche Schritte ich zu unternehmen gedenke, um die kulturzerrüttende Agitation zum Stillstand zu bringen, die die einheimischen nationalsozialistischen Schriften ins Werk gesetzt haben, um de mittelalterlichen Judenverfolgungen wieder zum Leben zu erwecken. Es muß — merkwürdig genug — der Aufmerksamkeit der Zeitung entgangen sein, obwohl die Angelegenheit doch sehr viel in der Presse besprochen worden ist, daß ich bereitsseitlangemdieser Agitation gegenüber eingegriffen habe mit dem Ergebnis, daß am Kopenhagener Stadtgericht am 7. September d. J. ein Urteil verkündet wurde, wonach: 1. Ernst A. B. Lemvig-Müller 4 0 T a g e, 2. Niels Chr. Emil Olsen 8 0 Tage, 3. Aage Henning Andersen 6 0 Tage, 4. Poul Nannestad Möller 2 0 Tage Haft erhielten und 5. Valdemar Jensen gleichfalls ala schuldig erkannt wurde, jedoch die Strafe in die vier Monate Haft eingerechnet wurde, die er gerade abbüßte. Gegen diese Urteile ist beim Landsgericht Berufung eingelegt worden. Andere Maßnahmen sind -be absichtigt, aber über sie kann ich mich jetzt noch nicht öffentlich aussprechen. K. K. Steincke." T§diedien und Juden in der Prager Zeitschrift „PfItomnost" schreibt der bekannte Schriftsteller F. Peroutka: „Daß^der Antisemitismus bei uns nicht so abstoßende Formen wie in anderen Ländern angenommen hat, -ist nicht das Verdienst einzelner, sondern liegt aa unseren besonderen Verhältnissen. ÜWenn wir das Auf« kommen des brutalen Antisemitismus bei uns hintanhalten wollen — gewöhnlichen, geschwätzigen Antisemitismus gibt es allerdings auch bei uns genug —, so müssen wir uns darum bekümmern, daß die derzeitige ^Verhältnisse, die uns im ganzen gegen die antisemitische Ansteckung immun machen, nicht umgeworfen werden. Das Wesentliche dieser Verhältnisse ist der Umstand, daß der Anteil' der Juden am öffentlichen und Wirtschaftsleben bei uns einen bestimmten vernünftigen Prozentsatz nicht überschreitet. Der Antisemitismus, der. sich so heldisch gebärdet, ist in Wirklichkeit nichts anderes als das klägliche Geständnis des Unvermögens der eigenen Nation. Der Kern der antisemitischen Lehre ist die sonderbare und reifer Völker völlig unwürdige An- Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs detUohefuuitedetSaisati... Samstag, den 12. Februar 1938, in sämtlichen Sälen des „Hotel Metropole", I, Morzinplatz faettstkaftsMekd Akademie I Zawz Es wirken mit: Sarah Goldstein, die weltberühmte Sängerin; Oskar Weitzner, der 15jährige Violinvirtuose; Edmund Mühlstock (Bariton); Trude Roth (Vortragskünstlerin). Im kleinen Saal singt und spielt Lilly Holpern. Jazzkapelle Elite Kiddies Kartend S 2.50 (an der Kassa erhöhte Preise) Saaleröffnung 8 Uhr / Vorverkauf: Im Zentralheim, II, Praterstraße 30, Tel. R-45-1-60-U; bei Frau Paula Stricker, Telephon U-21-7-78; ferner in allen Sektionen

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