Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 12 (1938)
- Issue
- Heft 720 (21.1.1938)
- Date
- 1938-01-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2711613-2712340-2712346--6963-2720784- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 720 vom 21. Jänner 1Ö38 DIE NEUE WELT srn-A Für Palästina als englisches Dominium Die Beisetzung Prof. Otto Warburgs in Berlin gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für den Gelehrten und vornehmen Menschen, dessen Verdienste um den Aufbau des jüdischen Palästina unvergeßlich bleiben. Noch knapp vor seinem Tode, fast 80 Jahre alt, initiierte er die Gründung der „Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem". Der „Kibbuz Sasorea" hat mit der Pflanzung eines Waldes begonnen, der den Namen Otto Warhurg tragen wird. W<ukekSfUe$e& Die verfemte Schallplatte Musik jüdischer Komponisten und von Juden aufgeführte Musik (Interpretation musikalischer Werke durch Juden, wie beispielsweise Huberman, Nenuhin, Horowite, Heifez, Rezitationen von Sonnenthal, Bergner, Kortner, Pallenberg), darf laut einer neuen Verordnung künftig in Deutschland nicht mehr auf Schallplatten aufgenommen, eingeführte Schallplatten-Musik muß zur Prüfung vorgelegt werden. Meldung aus Berlin 1938. Das RockefellenMuseum in Jerusalem In einer Zeit, in der von jüdischer Seite an der Palästina-Regierung so viel ausgesetzt werden muß, ist es besonders angenehm, von dem neuen Museum sagen zu können, daß es eine hervorragende Leistung darstellt. Diese Tatsache wird nicht abgeschwächt durch die Fest-, Stellung, daß Geld in reichem Maß vorhanden war und man auch in reichem Maß Zeit genommen Jiat. C. Z. Klötzel (Jerusalem). Rumänische Phantasaeziffern Wenn wir hoch greifen, kann es sich insgesamt um höclvstens 20.000 Juden handeln, die im Widerspruch zu den Friedensverträgen und zum geltenden Staatsbürgergesetz vom 23. Februar 19% die rumänische Staatsbürgerschaft angestrebt und erlangt haben mochten. Die wiederholt erhärtete Ziffer von 800.000 läßt einen Spielraum für eine Juäenüberschwemmung in der Nachkriegszeit nicht zu. Man mag diese Hunterttausende suchen, man wird sie nicht finden — weil sie nicht da sind. Bericht der „Jüdischen Rundschau" (1938). „Bodenständigkeit" — demaskiert Dort, wo die Gedanken fehlen, da stellt sich die Bodenständigkeit ein. Dieses Schlagwort ist bedenklich, weil os verschiedensten Machinationen Tür und Tor öffnet. Jemand schädigen, der Tüchtiges und Gediegenes für die Gesamtheit vollbringt und durch längeres Verhalten die Gewähr dafür gegeben hat, daß er auch in der Zukunft wertvolles leisten wird, heißt die Gemein- BOR/SMRWFFfN y-t^^^^J(*fiJ35| V^&^^C0r^m^lO/^M KREUZ HINO t, VOmPARHHINO m schaft schädigen. Einem Schutzverlangen für Bodenständigkeit, das nur willkürliche, gehässige Diskriminierung bewirken soll, und das sogar davor nicht zurücksehest, den Heimatboden im höclisten Sinne zu provinzialisieren und zu schädigen, kann nur ein schroffes Nein entgegengehalten werden." v s „Sturm über Oesterreich" (Wien, 1938). Ewige Wiederkehr des Gleichen Das beste Mittel, seinen geheimen Ehrgeiz zu verbergen, 'ist, daß man friedliche Gesinnungen zur Schau trägt, bis der günstige Augenblick kommt, wo man seine Karten aufdecken kann. König Friedrich II. von Preußen. Eine Neuigkeit Noch xoäihrend des letzten Kongresses schlugen um Araber der Mufti-Partei Verhandlungen vor. Vielleicht ist nur durch zufäUige Umstände nichts Positives daraus geworden. Man muß von neuem prüfen und, statt provisorisch auf die Mehrheit zu verzichten und bessere Zeiten abzuwarten. Die Teilung unter den heutigen Verhältnissen, in der Zeit jüdisch-arabischer Feindschaft, ist ein Unglück. Sie kommt nur in Betracht, wenn die letzten Möglichkeiten entschwunden sind, "Wir haben noch keinen Versuch gemacht, wir sind ausgewichen oder haben abgelehnt. Es ist Leichtsinn, bei einem solchen Stand der Dinge für die Teilung einzutreten. Hebr, ZeitschjJfJ; uMo^äto" iTeVA^ imk Aus London wird berichtet: Der „Board of Deputies of British Jews" (Vertretung aller jüdischen Gemeinden Großbritanniens) hat mit überwiegender Mehrheit eine Resolution angenommen, in der „eine Lösung betreffend die Zukunft Palästinas im Sinne der Errichtung eines jüdischen Dominiums (Gliedstaat) innerhalb des britischen Reiches" begrüßt wird. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: 1. Der Board of Deputies nimmt mit Bedauern von jenen Absätzen in dem von Seiner Majestät Regierung am 5. Jänner 1988 veröffentlichten Weißbuch Kenntnis, die eine lange Periode der Verzögerung vorsehen, ehe eine Politik endgültig formuliert werden wird. Der Board appelliert an Sr. Majestät Regierung, die Entsendung der Technischen Kommission zu beschleunigen, um so bald wie möglich der Unsicherheit ein Ende zu machen, die das wirtschaftliche Leben Palästinas verkrüppelt und die Elemente der Unruhe ermutigt. Der Board gibt der Hoffnung Ausdruck, daß Sr. Majestät Regierung, in Uebereinstimmung mit den Erklärungen des Außenministers und des Kolonienministers auf der Septembertagung des Völkerbundrates, das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes als das Kriterium für jüdische Einwanderung wiederherstellen wird. Die künstliche Beschränkung der jüdischen Einwanderung bringt in Palästina große wirtschaftliche Schwierigkeiten mit sich und bedeutet einen schweren Schlag für zahlreiche Juden in Ost- und Mitteleuropa, die, unter dem Druck der Verfolgungen stehend, in Palästina ihre einzige Hoffnung sehen. 2. Der Board of Deputies erklärt seine kompromißlose Gegnerschaft gegen jede Lösung des Palästina-Problems, die dem jüdischen Volke den Status einer dauernden Minderheit in Palästina auferlegen würde. 3. Der Board würde eine Lösung betreffend die Zukunft Palästinas begrüßen, die die Errichtung eines jüdisehen Dominiums innerhalb des britischen Reiches vorsieht. 4. Der Board beschließt, den Text dieser Resolution dem Ministerpräsidenten und dem Kolonienminister zu übermitteln und ihn in der Presse zu veröffentlichen. Die Resolution wurde von Dr. Israel Feld mann begründet und von Prof. Samson W r i g h t, der diese Aussprache als die „bedeutsamste Palästina- Debatte seit dem Jahre 1917" bezeichnete, unterstützt. Die Vertreter der Assimilation dagegen Gegen die Resolution wandte sich Lionel Cohen. Wir sind, sagte er, in die Jewish Agency in der Hoffnung eingetreten, daß eine Einigung hinsichtlich der Errichtung Die Mörder Starkeys Aus Jerusalem: Der Bezirkskommissar von Jerusalem, Mr. Keith Roach, besuchte Hebron und kündigte den Muktars des Bezirkes an, daß, falls die Mörder des englischen Archäologen Starkey nicht bis morgen ausgeliefert würden, er dem ganzen Bezirk schwere Strafen auferlegen werde. Eine „Tegart-Brigade" aus Sträflingen gebildet Aus New York (J. T. A.): United Press meldet aus Jerusalem: Der Ratgeber der Palästina-Regierung bei der Bekämpfung des Terrors, Sir Charles Tegart, hat eine Spezialgruppe aus Sträflingen gebüdet, die zu diesem Zwecke aus dem Jerusalemer Gefängnis entlassen wurden. Die Truppe, „Tegart- Brigade" genannt, wird besonders als Leibgarde der älteren Polize j-Of f iziere und der Regierungsbeamten eingesetzt. Es habe sich erwiesen, daß sie bereit sei, ein größeres Risiko auf sich zu nehmen, als die regulären Polizisten. Gute Erfolge habe man bereits in der Bekämpfung der Schützen aus dem Hinterhalt erzielt. eines Regimes in Palästina erzielt werden wird, unter welchem Juden wie Araber ihre legitimen Aspirationen verwirklichen können und das weder dem einen noch dem anderen Teil den Status einer dauernden Minderheit aufzwingen würde. Alle Juden sind gegen den Status einer dauernden Minderheit. Wenn man aber gegen den Status einer dauernden Minderheit für die Juden ist, so dürfe man nicht auf der anderen Seite den Arabern einen ähnlichen Status auferlegen wollen. Ein jüdisches Dominium ohne Teilung sei daher praktisch undurchführbar, wobei er allerdings betonen wolle, daß er Teilung für eine schlechte Lösung halte. Sir Osmond d'Avigdor Goldsmid führte aus: Punkt 3 der Resolution richtet zwischen Zionismen und Nichtzionisten. eine Scheidewand auf. Um das Kapitel Nationalismus komme man nicht hinweg. Ein jüdisches Dominium würde mit allenAttributen einesnafcionalen Gebildes ausgestattet sein. Die offizielle Unterstützung eines Planes zur Errichtung eines jüdischen Staates würde sehr ernste Rückwirkungen für die Juden in Ost- und Mitteleuropa' haben, sogar wenn ein solcher Staat Teil des britischen Reiches wäre. Ich appelliere an meine zionistischen und nichtzionistischen Freunde, eine Politik zu formulieren, die alle Teile der englischen Judenheit vereinigt. Sir Robert Waley-Cohen. sprach sich gegen die Resolution als nicht zeitgemäß aus. Leonard Stein' erklärte, trotz der Opposition hervorragender Persönlichkeiten müsse man für die Resolution stimmen. Hinsichtlich des Wunsches, mit den Arabern zu einer Verständigung zu gelangen, müsse klar gesägt werden, daß eine Diskussion auf der Basis, daß die Juden eine dauernde Minderheit sein sollen, nicht in Frage kommen könne. Die Resolution wurde mit allen gegen sieben Stimmen angenommen. SWING rasiert besser, rasiert öfter, rasiert glatter, Swing ist die Kling: für Sie! Daher kauft jedermann, der Vorteile achätzen kanne nur noch die Swing Tegart habe auch mit der Gepflogenheit des früheren Generalinspektors der Palästina-Polizei, Spicer, an Stelle älterer Araberhäuptlinge jüngere zu ernennen, gebrochen, da die letzteren vielfach die Terroristen unterstützten. Haifa — britische Marüiebasis Aus Prag: Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet: Die britische Admiralität hat sich entschlossen, den palästinensischen Hafen Haifa zu befestigen und ihn zu einer festen britischen Marinebasis auszugestalten. Die englische Presse macht aus diesem Anlaß auf die gegenwärtige britisch-türkische Freundschaft aufmerksam und verweist auf die Reife der türkischen Armee und deren Flugwaffe. Diese Freundschaft sei eine starke Garantie des Friedens im östlichen Mittelmeer. Wenn an der Küste ein starker jüdischer Staat, entstehen würde, würde das dreiseitige Bündnis England-Türke i- Jüdischer Staat den Weg durch den Suez-Kanal beherrschen. Verband der Judcwstaatsilonlsteii Oesterreichs Samstag, den 12. Februar 1938, in sämtlichen Festsälen des Hotel Metropol«, I, Morzinplatz lERrafi^mnf^iLmjjiJ^y TANZ / Erstklassige Jazz Akademie prominenter Künstler; Sara Goldstei n, die weltberühmte Sängerin; Oskar We i t zn e r, der 15jährige .Violinvirtuose; Edmund Mühlstock (Bariton), und andere hervorragende Künstler Karten ä S 2.50 (an der Kassa erhöhte Preise) / Saaleröffnung 8 Uhr Vorverkauf: Im Zentralheim, II, Praterstraße 30, Tel. R-45-1-60-U; bei Frau Paula Stricker, Telephon U-21-7-78; ferner in allen Sektionen . THOMAS MANN über das jüngste Werk von JOSEF KASTEIN „JEREMIAS"! it D?.s Schicksal einer Idee Ig . 53s erscheint jetzt viel, aber dieses Buch sticht bedeutend aus der Menge hervor. Es ist interessant, lehrreich, von großem Pathos, es ist mir ein Gewinn, und ich rechne es zum Fesselndsten, was ich von Kastein kenne." Ganzleinen S 12.60 Durch jede gute Buchhandlung oder direkt vom Verlag R. LOwit. Wien I, Fleischmarkt 1