Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 12 (1938)
- Issue
- Heft 720 (21.1.1938)
- Date
- 1938-01-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit* * oüKSüsmt Nr. 720 vom 21. Jänner 193S Sie werden es nie bereuen, wenn Sie den Rat befolgen, Ihren Körper widerstandsfähig: und widerstandskräftig zu machen. Im Kampf ums Dasein spielt es eine große Rolle, daß Sie keinen Tag verlieren, daß Sie durch keine Erkältung gezwungen werden, tagelang Ihrem Beruf, Ihrer Beschäftigung fernzubleiben. Gebrauchen Sie ständig jeden Tag DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Sie schützen sich am besten gegen alle Unbill des «wmi?i.untJ *?e9 Alterr?.* ln J*d6Tn besseren' Geschäft efhftltltch. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana", und nehmen Sie mu- Diana". Mindenfertige Nachahmungen sind energisch «urückzuwelsen. Abtreten I Von Dr. Martin Lichtner (Leitmeritz) Die einzigen Anhänger des Teilungsplanes, unglückseligen Angedenkens, die es derzeit auf der Welt noch gibt, sind die Mitglieder der Zionistischen Exekutive .und ein recht geringer Teil ihrer Kongreßmehrheit. Ein offizielles zionistisches Blatt hat dem merkwürdigen Gedanken Ausdruck verliehen, daß der Fall , des Teilungsplanes ein „Pyrrhussieg" der Nein-Sager sei. Man kann kaum von einem „Sieg" sprechen, wenn auch der Widerstand der zionistischen Opposition innerhalb und außerhalb der Zionistischen Organisation einen gewissen, entscheidenden Anteil an der Wendung der Dinge für sich buchen kann, sondern man muß, will man der Situation gerecht werden, von einer katastrophalen Niederlage der Ja-Sager sprechen. Jene Exekutive,„die auf politischem Gebiet seit 1921 eine fast lückenlose Kette von Niederlagen.dem jüdischen Volke eingeheimst hat, ist auf ihrem Wege des Verzichts, des Zurückweichens, der politischen und diplomatischen Unfähigkeit, des vollkommenen Mangels jeglicher Voraussicht und jeglichen Programms an einem Tiefpunkt angelangt, der wohl nicht mehr, unterschreitbar ist. Der Teilungsplan, ursprünglich ein Ratschlag der Königlichen Kommission, dann eine zugestandene Möglichkeit eines politischen Weges seitens der Regierung Großbritanniens, wurde auf dem Kongreß zum Programm, zum leidenschaftlich vertretenen Ziele der Zionistischen Exekutive und seine Annahme -oder Ablehnung wurde eindeutig zur Vertrauensfrage erhoben. Kaum war. jene merkwürdige Resolution . angenommen worden, machten sich, die Mitglieder dieser Exekutive auf, zu Propagandareisen in alle politischen Zentren. Ministerien, Regierungen, Presse, die ziodas ganze Prestige des jü dis c h en Vo 1kes gesetzt, sie hat dasjalaihr Ziel,,als ihr Programm aller Welt Verkündet. Was geschieht Überall in der Welt mit einer Regierung, deren Politik, Wunsch, Wille und Programm einen solchen Schiffbruch erleiden? Sie muß abtreten! Sie muß das Feld neuen Kräften räumen, die nicht belastet sind mit der Schwere erj littener Niederlagen,* die fähig sind, den Kampfyillert und die Widerstandskraft des Volkes zu mobilisieren. Neue Menschen, die den Glauben haben, die nicht { innerlich ausgehöhlt, kraftlos, ungläubig und schwach | sind, wie die Menschen, die seit mehr als einem Jahrzehnt unsere Geschicke führen und dabei von Niederlage zu Niederlage gingen. Heute veranstalten die offiziellen Zionisten in aller Welt Protestversammlungen. Telegramme gehen nach London. Jetzt sollen die Leidenschaft aufgerufen und ein Kämpf organisiert werden. Als wir Nein- Sager nach einer solchen Aktion riefen, lachte man uns aus, spfach von nutzlosen papierenen Protesten, von Papierkörben, in denen sie verschwinden werden, Und verlangte nur eines Vo^ uns: Bedingungsloses Vertrauen zu Weizmann. Es hieß: „Er weiß, was er tut, er kennt die Ziele und die Absichten der englischen Regierung, wie keiner unter Uns, wir müssen hinter ihm stehen." Er kannte diese Ziele und Absichten nicht und während seine Trabanten an allen Ecken der Welt erklärten, daß der Zwergjudenstaat in wenigen Monaten konstituiert sein werde und jeder Widerstand dagegen sinnlos sei —. konzipierte, bereits Herr' Ormsby-Gore in London sein neues Weißbuch — den Totenschein für Peels verrückte Idee. Menschen m»t hohem Blutdruck und unregelmäßiger Herztätigkeit können durch gewissenhaften Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef"-Bitterwassers ohne Anstrengung' ausgiebigen Stuhlgang erzielen. Fragen Sie .Ihren Arzt. nis tischer dachten, als die zionistische Leitung der Zionistischen Organisation, die den Teilungsplan aus allen, möglichen Gründen ablehnten, wurden mit allen Künsten der Ueberredung, «Beeinflussung, Argumentation bearbeitet und beschworen, dieser Zerstückelung unseres Landes zuzustimmen. In großartigen Versammlungen wurde das jüdische Volk nicht etwa aufgerufen, aufzustehen und zu kämpfen für sein ewiges und beschworenes Recht auf ganz Erez Israel, sondern der 'Teilungsplan wurde ihm serviert als der Weisheit letzter Schluß und drohend malten diese politischen Masochisten die Bilder des Schreckens der Vernichtung an die Wand, die sich einstellen würden, wenn nicht schnell, eiligst, sofort diese Kastration Palästinas durchgeführt werden würde. Alles vollzog sich in einem Ueberraschungs- und Ueberrumpelungstempo, denn schon die allernächsten Monate, so verkündeten diese Totengräber jeder zionistischen Hoffnung, müssen die Konstituierung der jüdischen Regierung des Zwergstaates bringen. Nun geht aus dem kürzlich veröffentlichten Weißbuch der englischen Regierung klar hervor, daß zwar der Gedanke der Teilung nicht formell abgetan wird, daß aber die Teilung in Wirklichkeit gefallen ist und daß damit das ganze Problem von neuem aufgerollt erscheint. Wir haben in Wirklichkeit absolut keinen Grund, deshalb in eine neue Katast r.oi? h enstimmüng zu geraten. Alles ist wieder in Fluß, wieder haben wir die große Chance, diesen Prozeß zu gewinnen, wieder; können wir unsere Kräfte gegen - jede uns schädigende Aenderung des Mandats organisieren. Unter allen Umständen ist, politisch gesehen, ein Schwebezustand, der alle künftigen Möglichkeiten frei läßt, besser als eine endgültige Entscheidung, die für viele Generationen bindend gewesen wäre und die für den Zionismus den Todesstoß bedeutet hätte. Aber, die Zionistische Exekutive hat sich mit dem Teilungsplan identifiziert, sie hat auf diese Kjarte EISEN" WURSTE VERTRAUENSWARE DER KENNERS Wogegen protestieren •'. die Weizmann-Leute? Gegen den Status einer M i ivd e r h e i t des jüdische n Vb 1 k e s in Erez Israel, 'Merkwürdig, derselbe Weizmann ruft zum Protest gegen den Versuch einer Verhinderung der Mehrheitsbildung auf, derselbe Weizmann, der im Jahre 1931 noch erklärt hatte, er habe kein Verständnis für die Forder u n g n a c h j ü dTS 6 h Tö r " M e h r h e" i t" i n P a - •1 ä st-ina! Sind clie"' Gehirne dieser Akteure wirklich von Gedächtnisschwund ergriffen? Wie. lange noch wollen sie mit diesem Volke Komödie spielen? Nirgends, auch im Weißbuch nicht, steht ein Wort davon, daß die Mandatsregierung eine solche grundlegende Aenderung des Palästina- Statuts beabsichtigt. Möglich, daß man daran denkt, aber gesagt hat man nichts. Aber diese offizielle Protestbewegung hat ja einen ganz anderen Sinn! Ein Ablenkungsmanöver ist sie, schlechtester, gefährlichster Art. Das jüdische Volk soll seine leidenschaftliche Erregung nunmehr gegen ein. P h a n t o m abreagieren, das noch keine Realität hat, und es soll darüber vergessen, daß die ganze Konzeption . seiner Weizmann-Regierung zusammengefallen ist, wie ein Kartenhaus. Wenn Protestversammlungen einen Sinn haben sollen, dann: müssen sie unser Recht auf Existenz und Leben verkünden, dann müssen sie endlich mit weithin hörbarer Stimme der Welt zurufen, daß hier eiu Volk um sein nacktes Leben ringt, ein Volk, dessen Recht mit Füßen getreten wird, ein Volk, das Leben, Luft fordert. Dann muß in diesen Versammlungen gefordert werden, daß diese Exekutive, „diese Exekutive der Niederlage, des Versagens, der Schwäche und des Bankrotts, abzutreten habe. Rasch, sofort abtreten, als deutlichste Demonstration des Wil? lens des Volkes, sein Schicksal anders, besser zu gestalten. Wir fordern die Demission der Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency. Wir fordern die Einberufung des Kongresses. Wir fordern die Vereinigung aller zionistischer Richtungen in dieser Stunde der Gefahr, um eine jüdische Regierung zu wählen, welche fähig und gewillt ist, unser Recht zu erkämpfen und zu erhalten. Unser Recht auf ganz Erez Israel, auf freie Einwanderung in unser Nationalheim, auf Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden für uns und unsere Kinder. Pariser Kundgebung gegen Rumänien Aus Paria: (J. T. A.) In einer von der „Weltvereinigung gegen Rassenhaß und Antisemitismus" veranstalteten Massenversammlung Sind scharfe Pröteate gegen die antljüdische Politik, der rumänischen Regierung erhoben worden. BJine lÖ.OÖOköpfige Menschenmenge, Juden und Nichtjudert1, drängte durch die Straßen, die zu der riesigen Japy-Halle führen, wo die Versammlung Stattfand. 10.000 Menschen konnten in den Versammlungssaal hinein, 5ÖÖÖ> die keinen Einlaß mehr fanden, folgten auf der Straße den durch Lautsprecher Übertragenen Ausführungen der Redner. Es sprachen de? Vorsitzende der französischen , Gewerkschaftsbewegung Leon J o ti h a u x, der frühere Jiistlzminister de M o r o- G i a f f e r i, der Präsident der Liga gegen Antisemitismus, Bernhard Lee ach e, Vertreter der Radikalen, Sozialisten und Kommunisten, der katholische Geistliche Viölet, der protestantische Pastor Coerenal, Großrabbiner Kaplan u. a. m. Bern Vorsitzenden des englischen Gewerkschaf tsverbandes,; Ben T i 11 e 11, der sich scharf gegen den Antisemitismus in Rumänien und Deutschland wandte, wurden Ovationen dargebracht. Es wurde eine Resolution angenommen, in der Frankreich aufgefordert wird, auf Grund des von Rumänien mitunterzeichneten Minderheitenabkommens bei der rumänischen Regierung energisch zugunsten der von Entrechtung Bedrohten zu intervenieren. „Frankreich", heißt es zum Schluß, „hat große Opfer für Rumänien gebracht und hat darum ein Recht, zu intervenieren." Die Lüge von den 500.00© Aus Paris: Der rumänische Ministerpräsident Goga hat dem Sonderkorrespondenten des „Journal", Didier Poulaiii, ein Interview gewährt. Goga erklärte u. a., seit 1830 hätten die Juden, aus dem Ghetto von Polen kommend, die Moldau und Walachei überfüllt und später sei Rumänien durch den Einfluß Disraelis gezwungen worden, den eingewanderten Juden Bürgerrechte zu gewähren. Gegen die Juden sei man nicht ungerecht. Alle Fragen würden auf juristischer Grundlage geregelt; nur eine Revision der Rechte der in letzter Zeit eingewanderten Juden werde gefordert. Es handle sich darum, gegen die etwa 50 0.0 00 nicht rechtlich im Lande befindlichen Juden Stellung zu nehmen. - Aus London: Der Präsident der Anglo-Jewlsh Association, Leonard G. Montefiore, befaßte sich in der Sitzung des Council der Association mit der Lage der Juden in.Rumänien. Es ist bekannt, sagte Montefiore, daß, die Gesandten Englands, Amerikas und Frankreichs in Bukarest hinsichtlich 1 der Lage der Juden, in Rumänien und des Schützes der im MinderheitenpjkstoH tckslm - SmtHemp abkommen vom 9. Dezember 1919 garantierten Rechte der nationalen und religiösen Minderheiten Demarchen unternommen haben. In gewissen Kreisen hegt man Zweifel. darüber, ob Goga beabsichtigt, in der Behandlung der Juden' nach deutschem Muster vorzugehen. Ich bin der' Ansicht, daß allzu großer Optimismus hier nicht am Platze ist. Man hat gesagt, Goga habe davon gesprochen, daß seit dem Kriege eine sehr große Anzahl Flüchtlinge nach Rumänien gekommen ist. Ich habe n i emals von mehr als 50.000 Flüchtlingen gehört, und sogar diese Ziffer scheint mir au hoch gegriffen zu sein. Als 1924 Verhandlungen zwischen der Jewish. Colonisation Association und dem Joint Foreign Committee einerseits und der rumänischen R e gi e- . rung andererseits Verhandlungen betreffend jüdische Flüchtlinge stattfanden, nannte Lucien Wolf eine Ziffer von 8000. Auch die damalige rumänische Regierung nahm weit geringere Ziffern an, als jetzt von der .Goga-Regierung genannt werden. Es ist nicht lange her, schloß Montefioi'e, daß ein rumänischer Politiker gelegentlich eines Besuches in England mir sagte, es wäre wünschenswert, wenn Bemühungen gemacht würden, eine jüdische Auswanderung aus Rumänien zu fördern. Unter den gegenwärtigen Umständen hieße dies, Unnmögliches wollen. Es ist dies eine Politik, die wir nicht gutheißen können, auch wenn wir es wollten. Menschen können nicht wie Baumwollballen von einem Lande in ein anderes transferiert werden. Zyldus iüdticUez Musik Seoha Abende mit prominenten Mitwirkenden. Ab 2. Februar jeden Mittwoch, 20 Uhr. Jüdisohe Kulturatellef Wien 1, Kai 3. ' ».aa wird, wie alV Der große Repräsentations-00Ct jährlich, vom Club „ttfä l&tQ&t" veranstaltet am 22. Jänner 1938 in sämtlichen Festsälen des „HOTEL METROPOLE" Ballorchester „filite Klddies" / Juxbasar / Akademie / Barkapelle / Beginn 8 Uhr abends / Kleidung der Damen: Balltollette, Abendkleid. Kleidung der Iferren: Frack, Smoking, ' Abendanzug / Karten Im Vorverkauf beim Veranstalter: Club „Erez Israel", II, Praterstraße 13, Telephon U-40-407