Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 12 (1938)
- Issue
- Heft 718 (14.1.1938)
- Date
- 1938-01-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 718 vom 14. Jänner 1Ö38 DIE NEUE WELT Seite 3 tootkikSfäegd Götzenkult und Antisemitismus Wer die Rasse oder das Volk oder den Staat oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung — die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten — aus dieser ihrer irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höclisten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenknlt vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. Aus der pästlichen Enzyklika „Mit brennender Sorge". Privatkapital notwendig In Palästina muß eine innere Anleiihe von 150.000 Pfund auf zehn Jahre aufgenommen werden. Die Bereitstellung einer solchen Summe ist sicher möglich, ob die CafeAkkeakaf I, Hoher Markt - LichtenstegNr.4 Anleihe nun durch die Banken selbst oder durch das Publikum gezeichnet wird. Gleichzeitig mit diesem Unternehmen und der Aktivierung der Juden des Auslandes soll auch die Palästina-Regierung zugunsten dieser Aktion beeinflußt werden. „Dawar", Dez. 1937. Der fundamentale Unterschied Die objektiven Schwierigkeiten der gegenwärtigen Situation liegen in dem fundamentalen Unterschied der wirtschaftlichen Gebarung der beiden Bevölkerungsgruppen, der jüdischen und arabischen. Die Diskrepanz zwischen dem arabischen und jüdischen Wirtschaftssektor kommt vielleicht nirgends so kraß zum Ausdruck entführte Braut Bin von Wiener und Budapester Filmkünstlern geschaffenes Musik-Lustspiel Gartenbau-Kino I., Kärntner-Kino I., Busch-Kino Haydn-Kino VI., Kolosseum-Kino IX. wie in der Frage der Löhne. Einte Kluft bis zu 500 Prozent besteht zwischen den Löhnen, die arabische Arbeiter von den Effendis, und denen, die jüdische Arbeiter von ihren Arbeitgebern bekommen. „News Chronicle", 1937. Voni Paläslma*Oi ehester Wer bestimmt eigentlich die Werke, die vom Orchester aufzuführen sind, und wer wählt die Solisten? Es sind ernste Fragen, auf die eine klare Antwort zu erhalten die OeffentUchkeit Palästinas ein Anrecht hat. Hermann Swet (Jerusalem). Wie sie Stimmung machen Denjenigen Kräften, die auf die Beseitigung des Mandats und die Teilung hinarbeiten, kann die wirtschaftliche Depression nicht ganz unangenehm sein. Denn sie ist für sie ein Propaganda-Argument und ein Druckmittel. Auf Zusammenkünften geschlossener Kreise, in Privatgesprächen und in Gesellschaft stellen führende Persönlichkeiten die Teilung als den einzigen Ausweg aus allen Nöten des Tages hin. Ernst Davis (Jerusalem). Zum Präses der Ringes der A.-H.-Verbände der zion. Verbindungen wurde nach Resignierung des bisherigen Präses Dr. M. Hamik nunmehr Dr. Leopold Friedmann gewählt. Die neuen Vizerpäses sind Dr. H. Herzbaum, Dr. B. Schrötter, Dr. N. Seif. Als Schriftführer wurde S. Rauchwerger wiedergewählt. Vtedimk JafotiHsIty spricht über das Thema: Der Kampf um den «• ii jüdischen Staat am Montag, den 24. Jänner 1938, 8 Uhr abends, im Großen Musikvereinssaal, I, Bösendorferstraße 12. Karten von S 1.— bis S 6.— erhältlich in den Vorverkaufsstellen: Sekretariat der Neu-Z.O., II, Aspernbrüokengasse 2, Tel. R-45-1-89-U; Musikverein, I, Bösendorferstraße 12, Telephon U-47-0-80; Ring der Alten Herren, I, Kohlmarkt 8, Tel. U-23-4-37; Jüdische Kulturstelle, I, Franz-Josefs-Kai 3, Telephon R-28-2-36; M. Rath, II, Taborstraße 20a, Tel. R-45-305; Kartenzentrale Oskar Gronner, I, Graben 28, Tel. U-22-4-45, und Richard Länyi, I, Kärntnerstraße 44, Tel, B-26-3-33 Unklarheit über rumänisches Judensdu'dtsal Aus Rumänien kommen ununterbrochen, aus verschiedenen Quellen, Nachrichten über die Pläne der neuen Regierung Goga-Cuza bezüglich der Minderheiten, bzw. bezüglich der jüdischen Staatsbürger. Die Verlautbarungen und Interviews der Minister und des Königs lassen nicht deutlich erkennen, in welcher Weise die jüdische Minorität künftighin behandelt werdfön soll; aber es ist klar, daß die Regierung, (die sich selbst als nationalistisch und antisemitisch bezeichnet, antijüdische Maßnahmen in weitestem Umfang durchzuführen gewillt ist. Der Sturm der Empörung, der sich in allen freiheitlichen Ländern gleich bei Installierung des neuen Regimes erhob, veranlaßte den Ministerpräsidenten Goga, beruhigende Erklärungen abzugeben. Aber weder in London noch in Paris und Washington gab man sich damit zufrieden. Die Widersprüche in den einzelnen Erklärungen ließen erkennen, daß die rumänische Regierung nervös geworden war und sich durch unrichtige Ziffern und Tatsachen ein Alibi für ihre antisemitischen Aktionen schaffen wollte. Die Weltmeinung ist jedenfalls — wenn man vom nationalsozialistischen Deutschland und dessen Anhängern in anderen Ländern absieht — mit den diktatorischen und totalitären Absichten der Goga-Regierung nicht einverstanden. Amerika fragt an Aus Bukarest wird berichtet: Ueber Weisung des Außenministeriums in Washington sprach der amerikanische Gesandte in Bukarest, Franklin Mott Gunther, bei Ministerpräsident Octavian Goga vor und teilte ihm mit, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die Entwicklung in Rumänien hinsichtlich der Behandlung der Juden sehr sorgfältig beobachtet. Der Gesandte. : erkundigte sich insbesondere, ob irgendwelche der von der Regierung geplanten antijüdischen Maßnahmen Juden amerikanischer Staatsbürgerschaft betreffen werden, die in Rumänien leben oder hier Eigentum besitzen. Ministerpräsident Goga hat dem amerikanischen Gesandten die Versicherung gegeben, daß amerikanische Juden von den geplanten Sondermaßnahmen nicht betroffen sein werden. Gleichzeitig aber betonte Goga, daß die Judenpolitik der rumänischen Regierung die folgende sein werde: Die Juden werden in zwei Vom jüdischen Welt* kongreß Für die rumänischen Juden . Aus Paris wird uns gemeldet: Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses hat eine außerordentliche Sitzung abgehalten, die der Behandlung der Vorgänge in Rumänien gewidmet war. An ihr nahmen die meisten in Europa wohnenden Mitglieder der Exekutive., teil; die amerikanischen Exekutivmitglieder, die durch Kabel und Telephon in Verbindung mit den Teilnehmern standen, haben den Beschlüssen ausdrücklich ihre Zustimmung erteilt. . ■ „In dieser Sitzung wurde beschlossen, dem am 17. Jänner in Genf tagenden Rat des Völkerbundes eine Petition auf Grund des vom Völkerbund für die Durchführung des Minoritätenschutzes geschaffenen Verfahrens einzureichen, um die Rechte der jüdischen Bevölkerung Rumäniens schnell und nachdrücklich zu wahren. Gleichzeitig nahm die Exekutive eine Resolution an, die allen Mitgliedstaaten des Völkerbundrates sowie der Regierung der Vereinigten Staaten zugestellt worden ist. Die Resolution protestiert nachdrücklich gegen die judenfeindliche Haltung der neuen rumänischen Regierung und bezeichnet sie als das Ergebnis der propagandistischen Bemühungen, die seit einigen Jahren in allen Ländern der Welt Unruhe zu stiften trachten. Die Exekutive stellt fest, daß diese. Politik eine Verletzung des von Rumänien am 9. Dezember 1919 unterzeichneten Vertrages darstellt, der die Gleichheit aller Staatsbürger garantiert und ein enges Band zwischen diesen Garantien und dem territorialen Zuwachs Rumäniens knüpft. Die Exekutive protestiert energisch dagegen, daß die Bukarester Regierung 5 0 0.0 0 0 Juden Rumäniens die rumänische Staatsbürgerschaft streitig macht und sie mit Ausweisung bedroht. Die bedrohten 500.000 Juden besitzen die rumänische Staatsbürgerschaft unzweifelhaft auf Grund der geltenden Verträge, da sie gleichzeitig mit den annektierten Landesgebieten, deren Staatszugehörigkeit sie besaßen, in den rumänischen Staatsverband aufgenommen wurden. Zum Schlüsse heißt es: „Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresse« spricht allen jenen Nationen den Dank aus, deren Staatsmänner und öffentliche Meinung sich spontan und edelmütig gegen diese Bedrohung der ganzen Zivilisation gewandt haben. Sie richtet an die Regierungen aller zivilisierten Länder den Appell, das kostbarste Kulturgut: die Gleichheit und Brüderlichkeit der Menschen,, vor Ausbrüchen der Leidenschaften und unlauteren Berechnungen zu schützen. Sie richtet die dringende Bitte an die Mit- . glieder des Völkerbundsrates, auf Grund des Rechtes, das ihnen der von Rumänien freiwillig eingegangene Vertrag verleiht, die Uebertretungen und die Gefahr von Uebertretungen der Vertragsbestimmungen vor das oberste Völkertmndsorgan zn bringen und Ate Rechtslage j^cdertereuMelien," Kategorien eingeteilt: in Juden rumänischer Staatsbürgerschaft und Juden ausländischer Staatsange- . hörigkeit. Juden, die die rumänische Staatsbürgerschaft nach dem Kriege erworben haben, werden den Nachweis zu erbringen haben, daß diese Erwerbung auf legalem Wege geschah. Hinsichtlich der ausländischen Juden habe Goga dem amerikanischen Gesandten unverblümt erklärt, daß seine Regierung diese Juden sobald als möglich aus dem Lande weisen wird. Auf die Frage des Gesandten Gunther, wohin diese Juden, deren Zahl vielleicht an die Zehntausende betragen r^ps i/ji tsf permel HEILSONNE verleiht natürliche Schönheit Ihre Ultraviolettstrahlen brSunen die Haut schon nach 3 Minuten Bestrahlung, ihre tief dringenden Infrarotstrahlen schaffen wohlige Wärme.. . Einfache Handhabung — niedrigster Stromverbrauch. Preis S 240.—, auch günstige Teilzahlung. Verlangen Sie Prospekte, Gutachten und unverbindliche Vorführung bei: PERIHEl HEILSONNEN GES. m. b. H. Wien XVIII, Schopennauerstr. 47 / Tel. B-45-3-36 dürfte, sich, wenden sollen, erwiderte. Goga, diese Frage gehe die rumänische Regierung n i c h t s a n. Ministerpräsident Goga teilte dem amerikanischen Gesandten weiter mit, daß Außenminister Micescu, der eine Reihe europäischer Hauptstädte besucht, um dann nach Genf zu gehen, die Ansichten der rumänischen Regierung hinsichtlich der Notwendigkeit antijüdischer Maßnähmen in Rumänien dem Völkerbundsrat mitteilen wird. Aus Bukarest wird weiter berichtet: Der amerikanische Gesandte in Bukarest, Franklin Mott Gunther, besuchte ein zweites Mal den Ministerpräsidenten Octavian Goga. Es verlautet, daß der amerikanische Gesandte aus seinen Unterredungen den Eindruck gewonnen habe, daß die rumänische Regierung bei der Verwirklichung ihres antijüdischen Programms mit äußerster Vorsicht vorgehen werde. Weiter erfährt der Sonderkorrespondent der J. T. A., Goga habe dem amerikanischen Gesandten gegenüber seine Unzufriedenheit darüber geäußert, daß gewisse amerikanisch-jüdische Organisationen Protesttelegramme an die neue Regierung gesandt haben. Goga' bezeichnete diese Kundgebungen als „Unverschämtheit" (!) und sagte, sie rufen bei den Mitgliedern des Kabinetts das GegenteU der beabsichtigten Wirkung hervor. Gesandter Franklin Mott Gunther sprach auch bei Innenminister Calinescu im Zusammenhang mit der zur Ausarbeitung von Einzelheiten bei Durchführung des anti jüdischen Programms der Regierung eingesetzten' Kommission vor. Interventionsversudte Aus London wird gemeldet: Das Mitglied des amerikanischen Kongresses, W. D. S i r o v i c h, verlangte im Repräsentantenhaus vom Präsidenten Roosevelt ein. Einschreiten gegen die „schändliche Behandlung der Minderheiten in Rumänien". Der konservative Abgeordnete Locker-Lamps o n sandte an König Carol ein Telegramm, worin er unter Berufung auf seine Kriegsteilnahme in einem britischen, in Rumänien stationierten Regiment die Wiederherstellung der konstitutionellen Freiheiten erbittet. Auch der Verband der rumänischen Juden in Amerika wandte sich in ähnlichem Sinne an, König Carol. Aeußerungen König Carolf Aus Bukarest wird gemeldet: In einem Interw View des „Daily HeraJdM erklärte König Carol, daß, eins»