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Die neue Welt · 1938-01-07 · Heft 716 (7.1.1938) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 716 (7.1.1938)
Date
1938-01-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 716 vom 7. Jänner 1Ö38 DIE NEUE WELX mi ytüdimit fahUktitm W VKrwV**^lf JWWfilP¥'»W spricht über das Thema: Der Kampf um den Ii ii judischen Staat am Montag, den 24. Jänner 1938, 8 Uhr abends, im Großen Musikvereinssaal, 1, Bösendorferstraße 12. Karten von S 1.— bis S 6— erhältlich in den Vorverkaufsstellen: Sekretariat der Neu-Z. O., II, Aspernbrückengasse 2, Tel. R-45-1-89-U; Musikverein, I, Bösendorferstraße 12, Telephon U-47-0-80; Ring der Alten Herren, I, Kohlmarkt 8, Tel. U-23-4-37; Jüdische Kulturstelle, I, Franz-Josefs-Kai 3, Telephon R-28-2-36; M. Rath, II, Taborstraße 20 a, Tel; R-45-305; Kartenzentrale Oskar Gronner, I, Graben 28, Tel. U-22-4-45, und Richard Länyi, I, Kärntnerstraße 44, Tel. B-26-3-33 folgende Erklärung übermittelt: „Wir werden nicht das geringste Stück unseres Programms aufgeben. Goga und ich halben vor Gott einen Eid geleistet, Rumänien für die Rumänen zu retten; wir werden diesen Eid halten." „Porunca Vremii" meldet, daß allein in der Bukowina vierzehn in „jüdischen Händen" befindliche Z»e|Ltuiinigein verboten wurden. Um ein Durcheinander zu vermeiden, hat die Regierung die Angelegenheit des Verbotes von Zeitungen den lokalen Behörden zur Entscheidung überlassen. Alle in Rumänien erscheinenden Zeitungen sind aufgefordert worden, dem Ministerratspräsidium eine Liste lihrea Personals mit der Angabe der ethnischen Abstammung jedes der Angestellten zu übermitteln. Die aniiiüdi§dien Verordnungen in Rumänien Aus Bukarest: Außenminister Istrate Micescu ' gab am Dienstag spät nachmittags vor den Vertretern der in- und ausländischen Presse eine Erklärung über die Außenpolitik Rumäniens ab und appellierte zum Schluß an die Pressevertreter, der Politik der neuen Regierung Verständnis entgegenzubringen; die rumänische Innenpolitik werde sich auf der Grundlage der „Wahrung der Rechte der Rumänen im rumänischen Staate" vollziehen. Das Regierungsblatt „Tzara Noastra", Organ der National-Christlichen Partei, teilt mit, daß das Arbeitsministex-ium, welches von Georghe Cuza geleitet wird, die Verfügung, wonach den Juden untersagt wird, weibliche christliche Bedienstete unter 40 Jahren zu beschäftigen, offiziell damit begründet, daß Juden Rumäninnen als Dienstmädchen angeworben hätten, um Mädchenhandel (!) zutreiben. Ein hoher Funktionär der Regierung teilte in einer durch alle rumänischen Sender verbreiteten Rundfunkansprache mit, die Regierung sei gesonnen, die Verfassung gegenüber allen strikte zu respektieren. In politischen und diplomatischen Kreisen wird diese Erklärung dahin gedeutet, daß die Regierung Goga in der Verwirklichung ihres antisemitischen Programms nur vorsichtig und etappenweise vorgehen wolle. (J. T. A.) Die Sensation 19381 Der größte jiddische film Der Purimspieler Musik: Nikolaus Brodsky mit Zygmunf Turkow, Miriam Kressin/ Hynue lacobson Ur- und Alleinaufführung in jidd. Sprache mit deutschen Fußtiteln AUGARTEN-KINO II, Untere Augartenstraße 28 - Tel. A-40-5-98 Beginnzeltcrt: 'M, %6, %8, %10 Vorverkauf fUr 8 Tage! Die Schuld der Assimilation Die Juden Rumäniens mundtot Wenn auch die Existenz der Regierung Goga- Cuza in Rumänien die Bedeutung des Parlaments auf ein Minimum herabdrückt, so dürfen wir doch nicht über die Tatsache hinwegsehen, daß in diesem Parlament die Juden Rumäniens nicht vertreten sein werden. Die national gesinnte Judenheit hat als „Jüdische Reichspart ei" für das Parlament kandidiert, aber nicht die erforderliche Anzahl der Stimmen, nämlich 2 Prozent der Gesamtstimmen, erreicht. Insgesamt wurden 44.000 Stimmen für die „Jüdische Reichspartei" abgegeben, während etwa 55.000 Stimmen zur Erlangung von Mandaten erforderlich waren. Die Ursache dieser Wahlniederlage ist auf die Tätigkeit derAssimilantenin Rumänien zurückzuführen. Am ärgsten trieb es die „Union rumänischer Juden" (UER.), das rumänische Gegenstück zu unserer „Union österreichischer Juden". Sie sprach sich im ganzen Laiide gegen eine jüdische Liste aus. Der UER. sekundierte die jüdische Großbourgeoisie, die sich national-rumänisch gebärdete und geradezu hetzerisch gegen die Jüdische Reichspartei auftrat. Auch gab es —•■ hauptsächlich in Transsylvanien — Rabbiner (Protestrabbiner unseligen Andenkens!), die gegen die Kandidatur jüdischer Persönlichkeiten protestierten. Kurzum: die ganze Assimilation bildete eine Front gegen die jüdische Liste, indem sie entweder die nationalen Bauernparteien oder die antisemitischen Liberalen unterstützte. Das allein auf sich angewiesene nationale Judentum erzielte trotz aller Widerstände —des Assimilanten-Verrats und des üblichen Drucks auf die jüdischen Wähler — 44.000 Stimmen oder 1,5 Prozent der Gesamtstimmen. Die Attacke des Assimilantenblocks schlug fehl. Denn es wurde auch auf den anderen, nicht jüdischen Listen kein jüdischer Kandidat gewählt. Ein jüdischer Kenner der Situation schreibt: „Natürlich sind alle Parteien ausnahmslos antisemitisch und als Philosemiten wollen auch die auf der linken Seite stehenden Gruppen der nationalen Bauernpartei absolut nicht gelten." Das Debakel der rumänischen Assimilation ist vollkommen. Die mit viel Geld geführte Propaganda gegen die Jüdische Reichsliste hat zur Folge gehabt, daß kein einziger Jude' im ' 'rumänischen Parlament sitzt und daß die Judenschaft Rumäniens sich vor eine geschlossene antisemitische Front gestellt sieht, der? sie den Ausdruck des jüdischen Willens nicht entgegenstellen kann. Gewiß würden ein paar jüdische Abgeordnete — zehn bis zwölf Mandate hätten etfcungen werden können — zahlenmäßig gegen die Verfechter des radikalen Antisemitismus Goga-Cuza-Codreanu nichts ausrichten, aber es hätte für die Juden Rumäniens die Uncrljöttcs äiefjmtasgfötf beim MMsHtm" Sei bet am 3. ^ännex b.-3. ftattgefunbenen 3tefimtg bet aSaulofe Gm. 1925 tonnte bas fett altersfier als £aupt* trefferfteUe Befannte IBanU unb SBedjffetßefdjäft %U Bert Sauer (ffilütfsBauer), SBien, IV., ftanörttetu fttafec 4, gans Befonberes ätefiungsglütf ueraeidjneiu ftidjt nur bie bxet erften Haupttreffer nott S 80.006^ 20.000 unb 10.000 tourben »Ott ßimbett ber SBanf« ftrma 2lIBert Sauer getoomten, aud) von bett üBrtgeit 25 $auptgetDttmett b t e f e r Ziehung entfiel bte §älfte alter Treffer glettfjfatls auf Saulofe nom „©tücfsBauet". 3)en erften Haupttreffer Dort S 80.000 getparm em fteirtfdjer HoIaarBetter. Chance bestanden, von parlamentarischer Tribüne aus an die Weltöffentlichkeit zu appellieren. Jetzt aber, zumal die demokratischen Zeitungen (nunmehr auch das Czernowitzer „Morgenblatt" Und die „Allgemeine Zeitung")1 eingestellt sind, ist das rumänische Judentum von sich aus zum Schweigen verurteilt. Eine geringe Chance besteht jetzt noch darin, sich für die Neuwahlen, die bereits Ende März stattfinden sollen, zu rüsten — falls überhaupt den Juden die Möglichkeit gegeben sein wird, sich an diesen Wahlen-zu beteiligen. Eine weitere Chance wäre das/ tatkräftige Einschreiten des Völkerbundes, der vom „Jüdischen Weltkongreß'' die nötigen informativen GrundlagenVerhalten hat. o. r. Der Terror in Palastina Beschossene Kolonien. — Iraq Petroleum Company beschädigt. — Araber hingerichtet. — Deutsche Gewehre. Aus Jerusalem wird berichtet: Nach 48 Stunden Ruhe im Lande hat wieder eine Serie von Terrorakten begonnen. In der Altstadt von Jerusalem wurden zwei Juden von Terroristen angeschossen. Auf einen jüdischen Autobus, der sich auf der Fahrt in die Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem befand, wurden mehrere Schüsse abgegeben. Die Kolonie N e w e Jakob ist eine halb Stunde lang heftig beschossen worden. Es wurden 150 Schüsse abgegeben. Man nimmt an, daß der Anschlag der palästinensischen Radiosendestation galt. Polizei und Hilfspolizisten, verstärkt durch Militär, erwiderten das Feuer. Die Röhrenleitung der Iraq Petroleum Company ist neuerdings beschädigt worden, das ausfließende Oel wurde in Brand gesteckt. Ein Araber, der der Täterschaft beschuldigt war, ist vom Militärgericht zum Tode verurteilt worden. Ein vor kurzem vom Militärgericht zum Tode durch den Strang verurteilter Araber ist am Sonntag, den 3. Jänner, hingerichtet worden. Gegen die Zentral-Polizeistation in Jaffa warfen Terroristen zwei Bomben, die jedoch nicht explodierten. Ein Araber wurde verhaftet. Die Polizeistation in Salcha bei Safed wurde am hellichten Tage von einer Araberbande beschossen. Auf der Eisenbahnstrecke Lydda—Jeraalem. wurden in der Nähe von Delr-es-Sheikh auf einen Zug mehrere Schüsse abgegeben. Die Kugeln drangen in die Waggons ein, ohne jedoch jemanden zu treffen. Polizeihunde, die zur Verfolgung der Spuren der Mörder von Jechiel Efroni eingesetzt wurden, führten zu drei Häusern in dem arabischen Dorf Khirbet el Amur, in denen die Polizei Waffen und Munition fand. Die Hauseigentümer wurden verhaftet. Fast sämtliche Gewehre, die.bei den Toten und Gefangenen der Araberbande, die in Nordpalästina mit Miiitärabteilungen kämpfte, gefunden wurden, sind — wie die Untersuchung ergab — deutscher Herkunft. Aus Syrien wird gemeldet, daß die dortige Polizei eine illegale Waffensendung beschlagnahmt hat, die offenbar für die arabischen Terroristen in Palästina bestimmt war. Die Sendung bestand aus 65 Revolvern, drei Maschinengewehren mit dazugehörigen 16,000 Runden Munition, sowie zehn Kisten Sprengstoff. Wieder zwei jüdische Todesopfer Aus Jerusalem: Reuter meldet, daß zwei Juden,, von denen einer Polizist ist, den Verletzungen, die sie bei Beschießung jüdischer Autobusse durch arabische Terroristen erlitten haibenj, heute erlegen sind. Bei Attentaten in Jerusalem wurden wiederum zwei Juden, auf der Straße Jerusalem—Jaffa ein Jude verletzt. . Todesurteile Aus Jerusalem: Das Militärgericht hat einen 20jährigen transjordanischen Beduinen zum Tode verurteilt, bei dem man einen Sack mit Munition gefunden hatte. Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe mit der Begründung, daß ein für alle Mal den zahlreichen Arabern und Beduinen, die Waffen über die transjordanische Grenze schmuggeln, ein abschreckendes Beispiel gegeben werde. Seit der Einsetzung der Militärgerichte im November sind.insgesamt fünf Todesurteile gefällt worden; zwei von diesen wurden bereits vollstreckt» ein weiteres wird am kommenden Samstag vollstreckt.- Ein Todesurteil wurde in lebenslänglichen Kerker umgewandelt. High Commissioner Sir Arthur Wauchope^hat das vom Kriminalgerichtshof über die zwei Araber, die den-jüdischen Chauffeur Mendel Minz ermordet" hatten, verhängte Todesurteil bestätigt. Die Hinrichtung findet am 11. Jänner im Akkoer Gefängnis-, hof statt. * Der bekannte Quäker Daniel Oliver hat an die Araber einen Aufruf in arabischer Sprache erlassen, dent Terror ein Ende zu machen, der die arabischen Interessen schädigt, und die Polizei bei der Ausfindigmachung der wahren Schuldigen zu unterstützen. London, 6. Jänner (J. T. A.): Die neue Kommission, die nach Palästina geht, wird ihre Arbeiten erst gegen Ende März beginnen. Die Arbeiten werden mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen. Ein Palästina-Dampfer durch Brand vernichtet Aus Bukarest: Der Dampfer „Hakarmel", welcher den Passagierdienst zwischen dem rumänischen Hafen Constantza und dem palästinensischen Hafen Haifa regelmäßig versieht, ist in Constantza durch Brand vernichtet worden. Die Besatzung konnte sich nur mit Mühe retten. Der brennende Dampfer wurde auf hohe See geschleppt, damit die im Hafen liegenden Schiffe nicht bedroht werden. Der vernichtete Dampfer „Hakarmel" war einer der zwei Dampfer der einzigen palästinensisch-jüdischen, Dampfschifffaihrtsgese 11 schaft. Der Schaden beträgt mehrer« tausend Pfund.

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