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Die neue Welt · 1937-12-24 · Heft 712 (24.12.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 712 (24.12.1937)
Date
1937-12-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Kr. 7S2 vom 24. Dezember 1937 DIE NEUE WELT Seite 3 au i um der 'berühmte jüdische Schauspieler und Filmdarstelier, der. in den Filmen „Die gute Erde" und „Das Leben Emile Zolas" Aufsehen erregt hat, weilt zur Zeit in Wien. tomkm&$ue$e& Erfolgreicher Beginn Die erste Schiffsladung Kartoffeln und- Tomaten, die aus Palästina versuchsweise nach England und der Tschechoslowakei gesandt wurde, Team in gutem Zustand an den Bestimmungsorten an und wurde zu guten Preisen verkauft. Palcor-Meldung aus Jerusalem, Dez. 1937. Hiftlerisf ische Propaganda Die extre?nistische arabisclie nationale Jugendorganisation in Damaskus hat einen Boykott gegen äie-> jenigen arabischen Kaufleute angekündigt, die sich weigern, am Boykott jüdischer Palästina-Waren teilzunehmen. . , . J. T-. A. (Damaskus, Dez- 1937.) j Trotzdem* Fortschritt Trotzdem der Boden so steinig ist, trotzdem wir gerade - jetzt eine schwere Konsumeinschränkung erleben? trotzdem fast jeder von uns mehr oder weniger zu leiden, hat, und gar manche Existenz bedroht ist, ist für den kühl Beobachtenden ein anhaltender Fortschritt in der Entwicklung des Landes unbestreitbar. Mitteilungsblatt der „Hitachduth Olej Germania" 1937. Ein Führer/ der nicht glaubt Dr. Weizmann, der, seit London der Zentralsitz der Zionistischen Organisation geworden ist, an ihrer Spitze steht, ist wahrscheinlich die Person, die ihrer zionistischen Vergangenheit zufolge am wenigsten geeignet war, eine politische Bewegung zu leiten. Er war und ist ein PETER LOHRE als Mr. Moto, der japanische Detektiv, in Eine ganz neue Detektiv- Sensation ab heute umStkßHpkai Kreuz- I, Votivpark-Kino IX $ Chowew Zion in der Seele. Er glaubte nie an den politischen Zionismus. Er war ein unversöhnlicher Gegner von Herzl und Wolfsohn. Er glaubte im Gegenteil nur an den „praktischen" Zionismus und an das „geistige Zentrum" nach Achad Haam. Besonders das „geistige Zentrum" war sein glühendes Ideal. Max Nordau im „Le Peuple", 1920. („Medina Iwrit") Das Schicksal des Propheten Wenn der Prophet sich zum Träger von Ideen macht, braucht er die unendliche Geduld und die unendliche Hoffnung, daß das aus Gott Gesagte eines Tages in die Wirklichkeit eingeht. Darüber hinaus bleibt ihm immer nur die d,urikle Schwere, die über dem Schicksal seines ersten Ahnen, Mosche, gelegen hat: von jenseits des Stromes, von einem Gipfel der Einsamkeit her einen Blick in ' die Gelände der Erfüllung zu tun... und zu sterben, ehe sein Fuß sie noch betreten hat. Josef Kastein, „Jeremias". Ein Geständnis Die polnischen Zeitungen melden, daß . seitens des Danzig er Senats auf die Intervention der polnischen Regierung, betreffend die Boykottkampagne in Danzig hin die Erklärung abgegeben wurde, daß die Boykottkampagne in Danzig sich nicht gegen die polnischen, sondern ausschließlich gegen die. jüdischen Kaufieute tighteU Meir Großmann Der Nebel zwischen London und Jerusalem (Schluß) Hinter einer Nebelwand geht ein sonderbares Doppelspiel vor sich. In London erzählt man, daß das ganze jüdische Palästina, der ganze Jischuw nach der Teilung lechzen. Auch die „Nein-Sager" seien tief in ihrem Herzen „Ja-Sager". Und man träufelt jedem ins Ohr, daß die Juden schon Vorbereitungen für den Judenstaat treffen: Man verteilt Portefeuilles und Posten; man arbeitet Projekte für das Polizei- und Heerwesen aus. Kurzum, der Jischuw bereite sich auf die Erlösung vor. Bringt der Telegraph die Nachricht von neuen jüdischen Opfern arabischen Terrors, fügt man jeder die Bemerkung an: „Da seht ihr, was im Lande geschieht! Kann man so leben und wirtschaften? Kann man unter solchen Umständen arbeiten? Ohne Teilung geht der Jischuw zu-;g r u n d e. Er braucht rasche Hilfe und diese heißt TeÜung." Da sitzen nun die Juden in London und Warschau und glauben, daß das absolut wahrist. Es gäbe in Palästina nichts anderes als Mord'an Juden; kein Geschäft und keinen Erwerb; ausgelöschte Lichter, herabhängende Köpfe. Durch diese Vorstellung wird der Wille der Galuth, den Kampf zu führen, weiter geschwächt; der zionistische Schwung geht verloren; die Jugend entläuft; es schließen sich die Börsen der Geber. Durch die Nebelwand geht nur das durch, was die Zionistische Exekutive wül. Man weiß nicht, v/er und warum er für die Teilung ist. Es ist nicht bekannt, daß die 450.000 Juden Palästinas nicht niedergebrochen sind und daß das buntfarbige Leben seinen gewöhnlichen Gang geht, da die Tel- Aviver Nachrichtenagenturen und Zeitungen sich in den Händen der Machthaber befinden, welche die Bewegung an sich gerissen haben. Wie kann man da den dichten Nebelschleier zerreißen? * Und in Palästina wiederum erzählt man, daß die Teilung des Landes beschlossene Sache sei, daß es keinen Weg zurück gebe. England rasiert besser, rasiert öfter,-rasiert glatter. Swing -ist die -Klinge; für Sie! Daher kauft jedermann, der Vorteile schätzen kann: nur noch die Swing soll beschlossen haben, in drei oder vier Stücke zu teilen. Nein-Sager, gebt jede Hoffnung auf; alles ist in bester Ordnung. So rasch als möglich, im Dezember (1937) kommt die neue Kommission; im Jänner oder Februar wird sie dem Parlament berichten; im März wird die Teilung von der Mandatskommission behandelt werden und im Mai wird der Völkerbund die Entstehung des Judenstaats proklamieren! Keine politische Entwicklung, sondern wirkliche eine Erpressung, getrieben von dem bekannten, erfolgreichen Lokomotivführer Dr. Weizmann. Herr Ben Gurion, der zweite Mann der nationalen Wahrheit, erzählt seinen neugierigen Freunden Einzelheiten über den beschlossenen Staat. Er spricht sogar davon, es sei Gott bewahre nicht ratsam, ein Klassenregime einzuführen. Wozu? Man kann herrschen, ohne einen Klassenkampf zu deklarieren. Und Gerüchteträger 'träufeln inzwischen in die Ohren der nervös gemachten Juden allerlei geheime Nachrichten über die letzten, allerletzten : Vorbereitungen zum Judenstaat. Welche Absicht ist mit dieser Verfälschung der Wirklichkeit verbunden? Erstens eine Massenpsychose für das Phantom eines Staates zu schaffen; den Hungrigen und Müden ein Stückchen Brot, den älteren, geruhsamen Zionisten Staatsportefeuilles, den jüngeren — fixe Posten hinzuhalten. Es träumen bereits in ihrem leichten Schlummer die alte zionistische Generation von Senatorenposten und die Opportunisten mittleren Jahrgangs bekommen ein freundlich lächelndes Gesicht in Erwartung führender Positionen im künftigen Staat. Der zweite Grund ist: den Widerstand des Gegners zu brechen. Um die „Nein-Sager" eine Atmosphäre von Hoffnungslosigkeit bis zum Ersticken zu schaffen. Sie vor sogenannte „Tatsachen" zu stellen. Ihnen zu beweisen, daß ihr Widerstand nutzlos ist, da die Teilung beschlossene Sache sei. * Ich habe nie gedacht, daß man bei uns so rasch all die dunklen Praktiken moderner Staatlichkeit lernen wird: falsche Informationen, eine gekaufte Presse, Unterdrückung der Freiheit, Lügen und Intrigen, persönliche Sanktionen. Ich gestehe, daß ich unsere nationalen Fähigkeiten nicht gehörig eingeschätzt habe. Das, was ich jetzt in London „im Nam en .Y'p/nXernsalem" und & Jerusalem »im Namen von London" abspielt, stellt die höchste Stufe eines zerzausten und aus den Fugen geratenen Zionismus vor. Die Augen sind zum Himmel, zum einzig-ewigen Gott gerichtet, und die Lippen beten einen Götzen an. Was soll eine so kleine Armee wie die unsere tun, die unter solch widrigen Umständen zu kämpfen hat? Es bleibt ihr nur übrig, hartnäckig den be- Sbnm. iÜJlS JÜud... Die heilkräftige Wirkung der Sonnenstrahlen im Hochgebirge ist bekannt. Die biologisch wirksamen Ultraviolett - Infrarot - Strahlen der Sonne sind in der PERIHBL- Bestrahlungslampe im vollen Maß vereinigt, was auch von medizinischen und wissenschaftlichen Fachkreisen bestätigt wurde. Durch täglich 3 bis 5 Minuten Bestrahlung erhalten Sie Ihr Kind gesund, schützen es vor den schweren Erkältungsgefahren u.fördern auch die günstige Entwicklung Ihres Kindes. 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Jerusalem muß wissen, daß die Behauptung, dieTeilung sei eine beschlossene Sache, falsch ist; daß die englische Politik bezüglich Palästinas nicht starr festgelegt sei; daß große und immer stärker werdende politische Gruppen vorhanden sind, welche neue Ideen forcieren. Daß nicht England, sondern die Zionistische Exekutive selbst sich beeilt, das Land zu zerbröckeln. N. N. Racker Die Nachricht vom Tode unseres Freundes und Gesinnungsgenossen N. M. R a c k e r ist für uns alle, obwohl wir von seinem schweren Leiden wußten, dennoch überraschend und erschütternd gekommen. Rechneten wir doch mit der Zähigkeit seiner Natur, die jahrelang seinem Leiden trotzte, so daß es schien, er habe die kritische Phase seiner Krankheit überwunden. Es ist schwer zu sagen, was wir durch den Heimganz N. M. Rackers mehr verlieren: einen lieben, werten, treuen Kameraden oder einen tapferen politi« sehen Weggenossen. N. M. Racker gehörte der alten zionistischen Garde an, jener kraftvollen Gruppe ostjudischer Menschen, die in der Herzl-Stadt l^ien so recht einen Nährboden für ihre werbende, traditionssichere Arbeit fanden und jeden „Westler", der mit ihnen in Berührung kam, durch ihr reiches und lebensnahes Wissen zu fesseln verstanden. Sprachlich ebenso begabt wie journalistisch, wirkte N. M. Racker schon vor dem Weltkrieg und insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren als Leiter der „Jüdischen Morgenpost" entfaltete er eine Tätigkeit, die als wichtigste Stütze der nationaljüdischen Bewegung in Oesterreich gewertet werden muß. In N. M. Racker war der Glaube an Herzls Großzionismus mit der Treue an die hebräische sprachliche und kulturelle Tradition zu schönster Harmonie verbunden. Politische Einsicht, Humor, Charakterstrenge, menschliches Verständnis waren die Gaben, die diesen Edelmenschen uns allen liebenswert machten. Von allen seinen Gesinnungsgenossen, Freunden und Bekannten wird sein Andenken in Ehren gehalten werden. Die Beerdigung fand Donnerstag, den 23. Dezember, auf dem Wiener. Zentralfriedhof statt

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