Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 708 (10.12.1937)
- Date
- 1937-12-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit« 2 DIU NEUE WELT Nf. TTÖÖ vom 10. Deaember 1ÖÖT Billige Welhnachtsraise mit der ,<zarnowitz«r AllgaM.Zftituitfl' nlth Polen und Czernowiti am SS. Dexemb«r 1tS7. Rückfahrt f m 6. JRnner 1838. Anmeldungen und Aus- 141 « ililHkaltili jhll künfte im Reisebüro tvll 8 f I 8 II D ¥ IIIKw Wien I, Rotenturnwtr, 26, Telephon R - 34 - 2 - 88/8? Wellkür < Wir haben vor kurzem die Meldung palästinensischer Zeitungen gebracht, wonach zwischen der zionistischen Exekutive und den Zionisten-Revisionisten ein Abkommen wegen Zuteilung von Einwanderungszertifikaten an den Betar (revisionistische Jugendorganisation) getroffen wurde. Jetzt liegen Meldungen vor, aus welchen hervorgeht, daß in dieser Frage leider keine Abmachung zustande kam und der Kampf um Zertifikate, der zu beschämenden Gewaltakten führte, weitergeht. * „Palcor" meldet aus Jerusalem: Herr Dobkin, Beamter der Einwanderungsabteilung der zionistischen Exekutive, teilte bezüglich des Anrechts der Revisionisten auf Zertifikate mit, daß die Jewish Agency mit den Revisionistenführern in Palästina ein Abkommen geschlossen habe, wonach den Revisionisten eine gewisse Anzahl Zertifikate unter der Kontrolle der Palästina-Aemter zugeteilt werden wird. Die Jewish Agency stellte dabei die B ed i ng u n g, daß die Revisionisten ihrem Abschen Uber die Angriffe auf das Gebäude der Jewish Agency Ausdruck verleihen; . ferner, daß sie keine Einwanderung» k a n d i d a t e n vorschlagen, die an Ruhestörungen teilnahmen oder für Gewalttätigkeiten gegenüber den Fonds verantwortlich waren. Die Exekutive der Revisionisten in London habe sich jedoch geweigert, ihre Zustimmung zum Abschluß eines solchen Abkommens zu geben. Die J. T. A. meldet aus London: Die Nessiut (Weltleltung) der Neu-Zionistischen Organisation (Revisionisten) veröffentlicht die folgende Erklärung: „Im Zusammenhang mit der Meldung vom Scheitern der Verhandlungen über die Frage der Zuteilung von Einwanderungszertifikaten an Mitglieder der N. Z. O. erklärt die Nessiut, daß die Vorschläge der Jewish Agency unannehmbar waren, da sie sichtlich darauf abzielten, den Betar moralisch zu diskreditieren und der Agency freie Hand zu geben, eigenmächtig einzelne Mitglieder des Brith Trumpeldor zu benachteiligen. Die Nessiut wünscht auch festzustellen, daß die Jewish Agency in ihren Vorschlagen gezwungen war, das kollektive Recht des Betar auf Zertifi- OPTIKER KARL SEIDNER I, Frani-Josefs-Kal 33 II, Holland*traft« 7 Fachmännischer Rat Reiche Aus^- wähl Beste Qualität / Preiswert kate anzuerkennen, womit sie stillschweigend zugibt, daß die Verordnung des Einwanderungsdepartements der Jewish Agency in Palästina vom 10. November 1935 im Gegensatz zu Gesetz und Gerechtigkeit stand. Trotz des Scheiterns der Verhandlungen in diesem Stadium hat die Nessiut ihren Stellen in Palästina Weisung gegeben, die Verhandlungen neuerlich aufzunehmen und in einem Rahmen zu führen, der der Jewish Agency die Chance bietet, ein faires Abkommen mit der N. Z. O. zu schließen.". Die Haltung der zionistischen Exekutive in dieser Frage zeigt nicht vom Willen zur Verständigung, sondern wirkt wie eine Provokation Wenn Betarim, junge Menschen, zionistische Lokale stürmen, weil man ihnen Zertifikate verweigert, so ist das sträflich. Doppelt strafbar aber ist es, junge Leute durch Entzug von Palästina- Zertifikaten zur Verzweiflung zu treiben. Man hat nicht das Recht, junge Demonstranten mit lebenslänglichem Ausschluß von Palästina zu „bestrafen". Der Vorfall ist für die Art, in welcher die zionistische Exekutive mit der Opposition umgeht, charakteristisch.' Vor kurzem wurde Meir Großmanh, der Führer der Judenstaatler, ohne Verhandlung und Urteil seiner Rechte beraubt. Jetzt werden den Revisionisten demütigende und ungerechte Bedingungen für dio Erlangung von Zertifikaten diktiert. Verb, d« ludenttdatszionifte» Oesterreichs Der Verband der Judenstaatszionlsten beglückwünscht > sein Mitglied Herrn Oborbaurat Ing. Richard Berger (Innsbruck) anläßlich der hohen Auszeichnung, die ihm durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Liechtenstelnschen Verdienstkreuzes zuteil wurde, aufs herzlichste. * Judenstaatsjugend. Samstag, den 11. Dezember, 8 Uhr abends, Klubabend mit Akademie und Tanz. Es wirken mit: Josef ßaaru. a. Erstklassige Jazz. Regiebeitrag, Gäste willkommen! — Dienstag, den 14. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Dr. Oskar Rosenfeld: Der ewige Jude. Gäste wUlkommen! Beide Veranstaltungen finden im Zentralheim, II., Praterstraße 30, statt. :: * Winterlager des Brith Hakanltn. Der Brith Hakanim veranstaltet heuer sein Winterlager in P r i g 1 i t z am Schneeberg, und zwar vom 25. Dezember bis 1. Jänner. Der Preis Inklusive Fahrt stellt sich auf 8 30.—, Anmeldungen 4>i* 15. Dezember in der Maskiruth, II., Praterstraße 30. * 23. Sammlung im Altersheim des Gremius der Wiener Kaufmannschaft durch Frau Frieden* .RJ f © z es. zugunsten des Hechaluz Hajeum! & ßQ^i rfrifa; sintern \ herzlichster Hank! I Hai ftidi'sdte Volk als Sfaatsvolk Was die Öffentlichkeit nteht weiß Als im August d. J. in der Genfer Mandatskommission alle mit dem Peel-Bericht zusammenhängenden Fragen besprochen Wurden, mußte der englische Kolonienminister Ormsby-Gore, der die englische Regierung bei dieser Tagung vertrat, viele, oft unangenehme Fragen über sich ergehen lassen. Wir haben von Örmsby-Gore bezüglich seines Verständnisses für die zionistischen Bestrebungen keine allzu gute Meinung, soweit wir seine Aeußerungen im englischen Parlament heranziehen, In Genf allerdings, außerhalb des Öffentlichen Forüms, das eine unmittelbare Kritik möglich macht, sprach sich Ormsby-Gore Mourant Stefanie nw II, Taborstra Je 12 « Telephon R.48*4-46 HUGO und JULIE HERLINGER geb. Itttntt Erstklassige renommierte Küche, große Auswahl Reichhaltige Menüs von 1.60 aufwärts / Exakte Bedienung Täglich frische Fische Neu renovierter Speisesaal / Angenehmer Aufenthalt $ ganz positiv für den Zionismus aus, was ihn allerdings nicht hinderte, sondern sogar bestärkte, dem kleinen Judenstaat — wenn nur Judenstaat — das Wort zu reden. Dem Protokoll der außerordentlichen Tagung der Mandatskommission (30. Juli bis 18. August 1937) sind überaus wertvolle Anregungen zu entnehmen, hauptsächlich jene, die sich auf den nationalen Verteidigungswillen und die staatsmännische Begabung der Juden beziehen. Sie stammen von dem bei uns immer Wieder kritisierten Ormsby-Gore und sind vielleicht imstande, uns gegenüber jenen englischen und internationalen Kreisen, die das zionistische Werk nicht wohlwollend beurteilen, Achtung und Verständnis zu verschaffen. Wir zitieren im'.nachstehenden einige Antworten und Bemerkungen Ormsby.-Gores in Genf während der Tagung der Mandatskommission. Auf die Frage, ob sich in, den Händen der Juden soviel Waffen befänden, daß sie in der Lage wären, auch gegen den Willen der englischen Streitkräfte da und dort Ordnung zu machen, erwiderte Ormsby-Gore: „Bei den Juden ist ihre Haltung nicht von ihrem Waffenbesitz; soixdern von :.Üjrem Glauben diktiert. . ■ ■- .3r vxu ^SaL**** ^Dazu--kommt ihr -HeldenSlftn, Jfpw Geisteskraft und ihr . V ' 'jt ■- 1 * -Vi'- Üß- "' ' nationaler Verfeidiguhgswille. Die sind alle zusammen noch viel wichtiger als Waffen. Und weiter: Sic dürfen nicht vergessen, was Palästina für'die Juden zu bedeuten hat. Es ist eine von ihren Lebensadern, und daran hängt ihre Fortexistenz als ein Volk, trotzdem sie heute unter andere Völker und Staaten zersreut sind. Auch darf Ihnen nicht verborgen sein, was Juden, die nach Erez Israel zurückkehren, in das Land mitbringen. Zwei Punkte will ich in den Vordergrund rücken. Der Jude, der zurückkehrt, empfindet in der Tiefe seiner Seele, daß er letztlich das erreicht hat, was er.alle seine Lebenstage erstrebt hat. Jetzt ist er schließlich doch noch errettet worden aus den tauaendundein Plagen der Galuth. Wer also diesen seinen Sicherheitshafen antasten wird, in welchen er nach einer Fahrt von vielen Geschlechtern auf einer stürmischen See der jüdischen Not gelangt ist, gegen den wappnet er sich mit einer heldischen Gesinnung, die ihresgleichen nicht hat, In irgendeinem Volke, und bei irgendeiner Nation in der Welt. San Remo.PensloncFGllce Corso tftll* lmp*ro 1*4. Unter Aufilcht dt» Hamburitr Verein«!. Direktion: Dr. med. Ale» Sdiwan Ein Zweites geleitet den Juden, der ins Land kommt: das ist .sein Erfahrungsgut, die Schulung, die er bei allen Völkern und in allen Ländern des Erdrundes erlangt'hat, das will sagen, die schnell begreifende jüdische Klugheit. Es bedeutet noch ein anderes, eine Strategie, die es weiß, wie man mit dem Feinde umzugehen hat. Nicht die Waffe ist bei den Juden das wichtigste Erfordernis. Ich bin deshalb der Ansicht, jüdische Offiziere und Generäle werden bei einer Lernzeit von drei Monaten eine Höhe erreichen, zu der Menschen aus anderen Völkern auch in drei Jahren nicht gelangen würden. Was die s o 1 d a t*i s c h e Moral der Juden anbetrifft, so habe ich die Ansicht, daß sie keinem unter uns Sorge einflößt. Das Heer wird nur einen Zweck haben, für alle Zeit stets nur den der Verteidigung, niemals den Angriff. Wenn dann in der Welt noch ein Heer mit so tiefem moralischem Empfinden existieren wird, so wird ihm ein jüdisches Heer der getreueate und redlichste Kamerad sein." Als über die wirtschaf tliehen Möglichkeiten des geteilten Palästina gesprochen wurde, kam man auch auf die Eignung der Juden für die Staatführung zu sprechen. Es galt, sich darüber klar zu werden, ob die Juden sich als S t a a t s v o 1 k bewähren könnten. Per Vertreter Portugals gab ein Bild der wirtschaftlichen Situation der arabischen Nachbarländer, die doch als Aüfnfthmsgebiete für die Produkte des jüdischen Palästina in Betracht kämen, und kritisierte scharf die Empfehlungen des Kommissionsbefiöhtes, weil sie für den jüdischen Staat nur einen ganz geringen Flächeninhalt bestimmt haben. Der ganze Teilungsplan sei doch eigentlich zur Vergrößerung der jüdischen Einwanderung geschaffen worden, die auf einem kleinen Territorium überaus gehemmt sei. In der sich daraus ergebenden Diskussion führte Ormsby-Gore aus: „Folgendes wird die Situation sein: Sechs Staaten wird es dort an der mittelländischen Küste zwischen der Türkei und Aegypten geben: Irak, Syrien, das Libanongebiet Alexaridrette, den J u d e n s t a a t und schließlich, den arabischen Staat. Unter ihnen werden die Juden' die gesamte Führung besitzen. Darüber besteht für mich kein Zweifel. Jeder von diesen fünf anderen Staaten wird nach Juden als Ratgebern und Bevollmächtigten Verlangen haben. Jetzt können jene noch einem Judenstaat und sogar eine jüdischen Einwanderung entgegen sein. Sobald aber der Judenstaat ein Faktum ist, werden sie die staatsmännische Gewandtheit und den europäischen Rhythmus zu schätzen wissen, den die Juden in die Wüste hineinzubringen verstehen werden. Sie werden an sie geradezu die Einladung ergehen lassen, in ihrem Namen das .Wort in den europäischen Hauptstädten;zu ergreifen, um da für sie freundliche Beziehungen bei der europäischen Finanzwelt anzuknüpfen. Die staatsmännische Begabung der Juden war von allen Momenten für mich das wichtigste. Um ihretwillen bin ich für die Teilung, ao daß der Judenstaat in Kürze begründet werden kann.*' Es liegt zwar ein Stück Ironie darin, für sein Talent bestraft zu werden; ein k 1 e i n e s Stück zu bekommen, weil man angeblich mit ihm mehr anzufangen weiß als andere mit einem größeren Stück. Aber es ist nicht belanglos, zu wissen, daß in Genf, vor einem mehr oder minder unparteiischen Forum, die Fähigkeit des jüdischen Volkes, sich als S t a a t s v o 1 k zu bewähren, seitens eines englischen Ministers in solenner Weie anerkannt wurde. EISEN» WÜRSTE VERTRAUENSWARE DER KENNER! Rumänische Parlamentswahlen Aus Cernauti: Der frühere Senator Dr. Mayer Ebner, jetzt einer der Spitzenkandidaten der Liste der Jüdischen Reichspartei für die Parlamentswahlen, veröffentlicht in der „Ostjüdischen Zeitung" einen Appell, für die jüdische Liste zu stimmen. In einer Polemik mit der assimilatorischen Zeitung „Adeverul" führt er aus: „Die, UER. (Union rumänischer Juden) hat sich weder für noch gegen die jüdische Liste ausgesprochen, und ihr Präsident Herr Dr. Filderman hat seine Demission gegeben, weil er, namentlich unter den gegenwärtigen Verhältnissen, einen anderen politschen .Wg al« den der jüdischen Reichsliste nicht kennt und die Mehrheit seines Zentralkomitees diesen einzig denkbaren Weg nicht gehen will. Dr. Filderman hat wohl niemals für die jüdische Liste geschwärmt, aber er hat schon bei den letzten allgemeinen Parlamentswahlen, obwohl er und die UER. der Liberalen Partei so nahestanden, zugeben müssen, daß die jüdische Liste die ultima ratio ist. Die Liberale Partei wollte damals schon weder mit uns noch mit der UER. ein Wahlkartell schließen. Auch diesmal hat Herr Dr. Filderman sich an den Chef der Liberalen Partei, Dihu Bratianu, mit einem Kartellangebot gewendet. Es wurde nicht einmal in Erwägung gezogen. Der Präsident der UER. weiß ganz genau, daß keine einzige rumänische Partei mit Juden kartellieren will. Auch bei den Nationalzaranisten gibt es ein gerüttelt Maß an heißem Nationalismus, der aus seiner Abneigung gegen die jüdische Minderheit kein Geheimnis macht. Selbst Iunian, der radikal Bauernparteiler, an dessen demokratische, das ist freiheitliche Gesinnung wir glauben, und der unsere Stimmen brauchen könnte wie einen Bissen Brot, lehnt diesmal jedes Wahlkartell mit einer Minderheit ab, um ja nicht in die Lage zu kommen, auch uns Juden die kalte Schulter zeigen zu müssen." Ks gebt um Ihr kostbarstes Gut, »Ihre Augen": Lassen Sie sich fachmännisch unverbindlich beraten von Optiker Karl Seidner, I., Franz-Josefs-Kai 33, und II., Hollandstraße 7. (Siehe Inserat!) IUDINSTAATSJUQEND Dienstag, den 14. Dez., halb 9 Uhr abends, im Zentralheim, II. Praterstraße 30 VORTRAG Referent: Dr. 0)kar R0$@Rfeld Thema: „Oer ew/ge .Aide" Gast« willkommen l